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‚Go‘ für CELIS: Europäischer Campus der Sozialen Arbeit erhält Interreg-Förderung

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Sibylle Fischer; Foto: Marc Doradzillo 2024
Sibylle Fischer, RECOS-Beauftragte; Foto: Marc Doradzillo

Der neue Europäische Campus für Soziale Arbeit, kurz CELIS, will die Ausbildungs- und Arbeitslandschaft im Bereich der Sozialen Arbeit am Oberrhein nachhaltig entwickeln. „Die Zusage für den Start ab April 2024 ist für alle Projektbeteiligten eine sehr große Freude. Es ist die Bestätigung für ein gemeinsam gut ausgearbeitetes und zukunftsgerichtetes Vorhaben, das drei Nachbarländer weiter intensiv verbindet“, erklärt Sibylle Fischer, die RECOS-Beauftragte der Evangelischen Hochschule Freiburg. Im Rahmen des durch Interreg geförderten Projekts soll ein grenzüberschreitender Raum geschaffen werden, in dem Studierende, Fachkräfte und Arbeitgebende von einem erweiterten Bildungs- und Austauschangebot profitieren können.

Die Abkürzung CELIS steht für die französische Bezeichnung des europäischen Campus, ausführlich: Campus européen de l’Intervention sociale. Gefördert wird er durch das Programm Interreg der Europäischen Union, die Région Grand Est und das Collectivité Européenne d’Alsace. Interreg, oder wie es offiziell heißt, die „Europäische territoriale Zusammenarbeit“, ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Seit mehr als 30 Jahren werden damit grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten unterstützt, die das tägliche Leben beeinflussen, zum Beispiel zu Energie und Klimawandel, Umwelt- und Ressourcenschutz, beim Arbeitsmarkt und sozialen Themen und im Verkehr. Insgesamt steht für CELIS ein Budget in Höhe von etwa 3.125.000 Euro zur Verfügung.

Kernelemente von CELIS sind:

  1. Studierenden soll ein trinational ausgerichtetes Studium mit entsprechenden Bachelorabschlüssen und die Mitarbeit in grenzübergreifenden Forschungsprojekten ermöglicht werden.
  2. Die grenzüberschreitende Mobilität von Studierenden, Lehrenden und Verwaltungskräften soll angekurbelt und
  3. gemeinsame akademische Weiterbildung von Praktiker*innen der drei beteiligten Länder sollen entwickelt und implementiert werden.

„Einige wichtige Maßnahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit hat bereits die über 30 Jahre andauernde Trinationale Kooperation RECOS initiiert und umgesetzt, zum Beispiel durch gemeinsame Lehrveranstaltungen der beteiligten Hochschulen oder auch durch Forschungsprojekte zu grenzüberschreitendem Kinderschutz“, führt Sibylle Fischer aus. Sie ist zukünftig nicht nur für RECOS, sondern auch für CELIS an der Hochschule zuständig.

„CELIS geht jedoch weit darüber hinaus“, so Fischer. Es bringt Kooperationspartner aus allen Ländern und Strukturebenen zusammen: beispielweise PRAXIS, die Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik Mulhouse, ESESI und EDIAC, die Hochschulen für Soziale Arbeit und Pädagogik in Strasbourg, FHNW, die Hochschule für Soziale Arbeit in Muttenz, die Katholische Hochschule Freiburg, die Région Grand Est, das Collectivité Européenne d’Alsace, das Euroinstitut Kehl, Landkreise und Städte in Baden-Württemberg, Elsass, Pfalz und der Schweiz, Kreisverwaltungen, Vereine und Organisationen der Schweiz und Frankreich, Kantone der Schweiz.

In einem ersten Schritt soll eine grenzüberschreitende Struktur entwickelt werden, in der die sechs Hochschulen der Sozialen Arbeit in der Region zusammengefasst sind. Diese Struktur wird die Nachhaltigkeit des Projekts über den Programmzeitraum hinaus sicherstellen. Parallel dazu werden studentische Praxisprojekte für Studierende und Fachkräfte zu drei spezifischen Themen der Sozialen Arbeit angeboten. Ziel ist es, den Austausch zu gestalten, innovative Projekte zu entwickeln und die Ausbildung der zukünftigen Sozialarbeitenden zu fördern. Um diesen Austausch zu erleichtern, wird auch ein Sprachprogramm durchgeführt.

In einem zweiten Schritt sollen die Ausbildungsgänge abgeglichen und ein Programm zur Anerkennung von Kompetenzen vorbereitet werden, das auf die Anerkennung von Abschlüssen hinführt. Gleichzeitig wird mit den Arbeitgebern im Bereich der Sozialen Arbeit dahingehend zusammengearbeitet, um grenzüberschreitende Probleme und Herausforderungen zu lösen.

Schließlich soll es für Studierende möglich werden, einen Teil ihres Studiums an einer Partnerhochschule im Rahmen von CELIS zu absolvieren. Darüber hinaus wird ein Austauschprogramm für Dozierende und Verwaltungspersonal durchgeführt.

Während der vierjährigen Laufzeit des Programms CELIS von April 2024 bis April 2028 werden voraussichtlich etwa 60 Studierende am Programm teilnehmen, 20 Arbeitgeber werden sich regelmäßig treffen und Lösungen entwickeln, und die Interventionsprogramme werden mehr als 40 Studierenden und 40 Fachkräften die Möglichkeit zur Zusammenarbeit geben.

Details zur Förderung

Budget für CELIS

  • Gesamtbudget € 3.125.012.64

Finanzierung

  • EFRE (Europäische Fonds für regionale Entwicklung) € 1.455.111.47
  • Frankreich / Deutschland € 970.074
  • Schweiz CHF 699.826.88

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