Friedensinstitut Freiburg

Das Friedensinstitut dient der interdisziplinären und praxisrelevanten Forschung, Lehre und Weiterbildung in den Bereichen Friedenspädagogik und Friedensarbeit. Es bietet den Studierenden aller Studiengänge und weiteren Zielgruppen Lehrmodule, wie Seminare, Workshops, Trainings und Fachtage, die zu einer Kultur der Gewaltfreiheit und des Friedens beitragen. Diese Bildungsaufgaben orientieren sich an der Förderung von Demokratie und Nachhaltigkeit. Besondere Schwerpunkte liegen in den Bereichen Konflikttransformation, Friedensethik und Friedenstheologie.

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GETI Goes Public! und das Friedensinstitut-Team war dabei

Am 7. September 2022 trafen sich die Studierenden des diesjährigen Global Ecumenical Theological Institute (GETI) zur großen Abschlussdiskussion im Rahmen des World Council of Churches in Karlsruhe im großen Saal des GenoHotels. Neben den etwa einhundert Studierenden aus aller Welt, die während des ganzen WCC in Karlsruhe zu Gast waren und ein gehaltvolles theologisches Programm zu absolvieren hatten, waren einige Gäste hierzu eingeladen; außer dem Friedeninstitut Freiburg waren etwa Prof. Dr. Michael Quisinsky von der KH Freiburg, Prof. Dr. Dirk Oesselmann der EH Freiburg, das Institut für Ökumenische und Interreligiöse Forschung aus Tübingen und einige mehr vor Ort.

Was ist GETI?

Das Global Ecumenical Theological Institute (GETI) ist ein ökumenisches theologisches Bildungsprogramm des ÖRK und fand erstmals auf der 10. ÖRK-Vollversammlung 2013 in Busan, Südkorea statt. Ein weiteres folgte 2018, organisiert im Rahmen der Konferenz für Weltmission in Arusha, Tansania. GETI bringt junge ökumenische Theologen*innen und Pädagog*innen aus einem breiten Spektrum christlicher Traditionen und allen acht Regionen des ÖRK zusammen, um sich theologisch mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen. GETI 2022 in Karslruhe stand nun unter dem Titel “Christ’s Love (Re)moves Borders.” Die jungen ökumenischen Theolog*innen hatten bereits einen einmonatigen Online-Kurs hinter sich und tagten seit dem 28. August vor Ort in Karlsruhe, als wir zur Abschlussdiskussion zur großen Gruppe der Teilnehmenden stießen.Die Gruppe befasste sich in den vergangenen Wochen unter Anleitung renommierter Theolog*innen u.a. mit Themen wie „Healing Memories: Remembering and Transforming Past and Present Wounds at the Border“, “Kairos for Creation: Transcending Boundaries of Anthropocentrism to Affirm the Whole Community of Life” oder “4th Industrial Revolution & AI: Human Identity in the Context of Global Digitisation”.

GETI Goes Public!

Nun war die Öffentlichkeit eingeladen, an der finalen Diskussionsrunde am Ende des ÖRK teilzunehmen, die von Prof.in Dr.in Esther Mombo moderiert wurde. Zu Beginn berichteten vier GETI-Alumni aus Südafrika, Schweden, Argentinien/Kanada und Deutschland über die wertvollen Erfahrungen ihrer GETI-Teilnahmen, über entstandene Lebensfreundschaften und Themen vergangener Versammlungen, die nicht selten zu Forschungsschwerpunkten ihrer theologischen Arbeit wurden.

Prof. Dr. Rudolf von Sinner, Professor für Systematische Theologie, Ökumene und interreligiösen Dialog, geboren in Basel, lebend und lehrend aber in Brasilien, hielt im Anschluss einen beeindruckenden Vortrag über den Russisch-Ukrainischen Krieg aus ökumenisch-theologischer Perspektive: Den ökumenischen Dialog stellte er als Begegnungsraum dar, der eine einzigartige Chance für ein Zusammenkommen verfeindeter Gruppen darstelle. Dem Vortrag angeschlossen war die erste Table Dicussion, in der wir aufgeworfene Fragen des Vortrags in Kleingruppen diskutierten. Einer kurzen Pause folgend referierte Pfarrerin Dr.in Septemmy Lakawa, Professorin am Jakarta Theological Seminary, über „Future Issues in Ecumenical Theological Education“. Dabei betonte sie die soziale und historische Dimension von Trauma als dezidiert christlich-theologisches Thema: Das Kreuz sei ein Symbol des Bruchs und erinnere an das bleibende Leiden von Traumata, Gewalt, Diskriminierung und Krieg, weshalb diese Themen originärer Gegenstand christlicher Theologie sein müssten. Sie forderte die jungen Theolog*innen auf, „Troublemakers for peace“ zu werden. Ihrem Vortrag wiederum angeschlossen waren in Kleingruppen zu diskutierende Fragen, etwa: „What practices and resources do theological schools need to acquire to respond to the challenges they face and to shape the ecumenicity of theological education in the future?”.

Die beeindruckende Versammlung wurde beschlossen durch eine offene Diskussionsrunde, in denen die Teilnehmer*innen von GETI 2022 noch einmal Themen, Eindrücke und Begegnungen der vergangenen Wochen Revue passieren ließen, kritisch und dankbar zurückblickten und gleich Vorschläge für die nächsten GETIs formulierten.

Karen Hinrichs und Konstantin Funk stellten in den Pausen und im Anschluss mit Flyern und Banner das Friedensinstitut der Evangelischen Hochschule Freiburg vor und knüpften zahlreiche internationale Kontakte.

Gleich im Anschluss an das GETI-Treffen veranstalte Karen Hinrichs zusammen mit Prof. Dr. Heike Springhardt, Landesbischöfin der EKiBa, Renke Brahms und Doris Hege ein sehr gut besuchtes politisches Nachtgebet für den Frieden in der Ukraine und in aller Welt in der Neuapostolischen Kirche. Die zentral gelegene Kirche beherbergte vom 1.bis 7. September das Begegnungszentrum Gerechtigkeit und Frieden, in dem ein umfangreiches Programm mit Ausstellungen, Vorträgen und Workshops angeboten wurde. Das Programm war von einer AG vorbereitet worden, der Karen Hinrichs angehörte. Es fand mit dem Politischen Nachtgebet, in dem vier Delegierte des WCC über die Situation in ihren Ländern sprachen, einen geistlichen Abschluss.

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