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Programm SocialPROFit

Die Evangelische Hochschule Freiburg ist eine von bundesweit 64 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW), die eine Förderung zur Gewinnung und Entwicklung von Professor*innen durch das von Bund und Ländern geförderte Programm „FH-Personal“ erhält. Das in diesem Rahmen entwickelte Programm der Evangelischen Hochschule trägt den Titel „SocialPROFit“ und umfasst zum Beispiel

Herausforderungen der Evangelischen Hochschule Freiburg

Die Herausforderung als HAW professoralen Nachwuchs zu gewinnen, ist eine grundlegend andere als an Universitäten: So müssen Bewerber*innen Lehrerfahrungen, Forschungsexpertise sowie eine mehrjährige Berufspraxis vorweisen können, um den formalen Berufungsvoraussetzungen zu genügen. Insbesondere die mehrjährige Berufspraxis ist bei einem klassisch akademischen Werdegang selten gegeben. Darüber hinaus sind die Karrierewege vom Studium über Promotion bis zur HAW-Professur vielfältig und nicht eindeutig strukturiert. Nicht zuletzt ist die öffentliche Wahrnehmung des Profils einer Hochschule in kirchlicher Trägerschaft oft wenig präsent. Die für die Evangelische Hochschule durchgeführte Stärken-Schwächen-Analyse zeigte, dass spezifische Anreiz- und Unterstützungssysteme in den Bereichen Forschung und Lehre, Tandemprogramme zum Erwerb von Berufspraxis parallel zur Professur sowie öffentlichkeitswirksame Maßnahmen dazu beitragen können, die Anzahl potenzieller Bewerber*innen zu erhöhen.

Mehr Info
  • zu FH-Personal / SocialPROFit steht auf der Website des BMBF zur Verfügung.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Es wird eine Gesamtstrategie zur Personalgewinnung und -entwicklung verfolgt, die sich explizit an verschiedene Adressat*innen richtet. Auf Basis der empirisch durchgeführten SWOT-Analyse wurden vier zentrale Foki, Zielsetzungen und Maßnahmenbündel für das Projektvorhaben abgeleitet:

Maßnahmenbündel 1: Ziel Personalgewinnung

Fokus auf potenzielle Bewerber*innen und Neuberufene

  1. Schwerpunktprofessuren
    Mit der Einrichtung von Schwerpunktprofessuren mit durchschnittlich elf Semesterwochenstunden Lehrdeputat werden Professor*innen für einen abgesteckten Zeitraum entsprechende Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten geboten. Die durch eine Förderung von Ersatzpersonal ermöglichte Reduktion des Lehrdeputats erlaubt es, sich auf spezielle Aufgabenschwerpunkte zu konzentrieren. Bei der Rekrutierung des Ersatzpersonals werden nur promovierte Bewerber*innen berücksichtigt, die idealerweise bereits außerhochschulische Berufserfahrung mitbringen, denen jedoch entweder noch hochschulische Berufserfahrung fehlt bzw. die noch fehlende Lehrerfahrung an einer HAW sammeln sollen.
  2. Strukturiertes Einführungsmanagement
    Neuberufene werden zu Beginn aktiv administrativ unterstützt, sie erhalten einen direkten Zugriff auf alle erforderlichen Information sowie organisatorische wie didaktische Unterstützung bei der Konzeption und Durchführung der Lehre. Das bereits an der Hochschule verankerte modulare Onboarding von neuberufenen Professor*innen wird erweitert. Durch ein Online-Tool in Form eines „Wikis“ auf der Lehr-Lernplattform Ilias erhalten Neuberufene Zugang zu allen Informationen, die für die Einführungsphase, aber auch darüber hinaus für die Lehre an der Hochschule von Bedeutung sind. Ein*e erfahrene*r Professor*in übernimmt ein Mentorat und berät in Spezifika der Hochschule, die weniger organisatorischer, sondern mehr kultureller Art sind. Der*die Mentor*in fungiert als Ansprechperson in kulturellen Fragen, Konflikten sowie in Fragen zu impliziten Praktiken und informellen Regeln.
  3. Öffentliche Einführungsvorlesung
    Die Einführungsvorlesung neuberufener Professor*innen wird als öffentliche Veranstaltung beworben, die Neuberufene (bzw. die Kooperationspartner im Falle der Tandemprofessuren) in der Region vorstellt. Ihr individuelles Lehr- und Forschungsprofil wird durch die öffentliche Einführungsveranstaltung unterstrichen.
Maßnahmenbündel 2: Ziel Personalentwicklung- und bindung

Fokus auf Professor*innen der Hochschule

  1. Lehr- und Forschungssupporttools
    Zu Beginn des Sommersemesters organisiert die EH Freiburg eine hochschuldidaktische Fortbildung für alle Dozierenden, an der potenziell alle Professor*innen und Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen der Hochschule teilnehmen können. Ziel ist neben der Förderung der Lehrqualität, die Ermöglichung der modulspezifischen Ausrichtung der Didaktik.
    Einmal im Jahr findet ein moderiertes Austauschtreffen zu Themen der Lehre, ein „Quality Teaching Sharing Spot“ statt. Die Themen dieser kollegialen Austausch-Veranstaltung werden gemeinsam entwickelt und münden in zusätzlichen Weiterbildungs- und Qualifizierungsveranstaltungen.
    Zur Eröffnung des akademischen Jahres – jeweils im November eines Jahres – wird ein Lehrpreis für die Gestaltung eines innovativen Lehr-Lern-Settings verliehen.
    Durch das Research Office Dr.in phil. Stefanie Pietsch und den Prorektor für Forschung Prof. Dr. phil. Fabian Frank wird einmal im Semester ein Forschungskolloquium für forschende und forschungsaffine Professor*innen der EH Freiburg sowie kooperierende Hochschulen und Institute organisiert.
    Einmal im akademischen Jahr findet eine Fortbildung zu Grundlagen der Antragstellung und des Projektmanagements statt.
  2. Hochschulconsulting
    Einmal im Jahr findet eine Teamentwicklungskonferenz statt. Mit einer Moderation seitens einer*eines Supervisor*in verständigen sich Professor*innen der EH Freiburg, wie sie die gemeinsame Zusammenarbeit gestalten können. Die Konferenz findet als „Development Meeting“ zur Stärkung der organisationalen Kompetenz der Hochschule statt. Zusätzlich werden im Laufe des Projektzeitraums alle Professor*innen die Möglichkeit erhalten, durch professionelle Begleitung an einer individuellen Profilbildung zu arbeiten. Ziel ist es, dass sie sich stärker nach außen zeigen und dabei unterstützt werden.
Maßnahmenbündel 3: Ziel Personal(nach)qualifizierung

Fokus Doktorand*innen und Postdoktorand*innen als potenzielle Bewerber*innen

  1. Tandemprofessur
    Fachlich besonders qualifizierte Bewerber*innen erhalten die Möglichkeit, parallel zu ihrer Tätigkeit als Professor*in an der EH Freiburg Berufserfahrung außerhalb der Hochschule zu erlangen. Um dieses zu ermöglichen, finden Kooperationen mit Praxispartnern statt. Die Tandemprofessor*innen werden auf eine Professur an der EH Freiburg berufen und hälftig beim Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD in Hannover oder dem Diakonischen Werk Baden tätig sein. Tätigkeitsfelder liegen je nach Kooperationspartner*in z.B. im Bereich der Organisationsentwicklung, der Praxisforschung oder der Projektleitung in der Sozialwirtschaft.
    Zum 1. März 2022 wurde Dr. Tobias Hauck auf die Professur Ökonomie für die Soziale Arbeit berufen.
  2. Summerschools
    Durch das Research Office und den*der Prorektor*in für Forschung und Transfer werden jährliche Summer Schools für Doktorand*innen und Postdoktorand*innen organisiert. Interessierte können sich für die Jahre 2022-2024 sowie 2024-2026 bewerben. Zu jeder Summer School gibt es einen inhaltlichen Schwerpunkt.
    Unter Gleichstellungsaspekten soll besonders darauf geachtet werden, dass Doktorandinnen und Postdoktorandinnen angesprochen und auf dieses Angebot aufmerksam gemacht werden. In die Konzipierung wird die Gleichstellungsbeauftragte der EH Freiburg einbezogen.
Maßnahmenbündel 4: Ziel Profilbildung der Hochschule

Fokus Vertreter*innen aus Wissenschaft und Praxis

  1. Es erfolgt eine Erweiterung und Optimierung der Homepage, der Anzeigen für Stellenausschreibungen sowie die Einführung neuer Kommunikationskanäle. Vorteile und Benefits der Hochschule werden präzisiert und medial ausgestaltet. Innovative Kommunikationsformen, die Offenheit und Modernität ausdrücken (zum Beispiel Podcasts oder Online-Sprechstunden), werden eingeführt.
  2. In dem neuen Hochschulmagazin ev.olve der EH Freiburg werden zum Beispiel Professor*innen vorgestellt und über ihre Projekte (aus Forschung, Lehre, Transfer) und ihre Werdegänge berichtet. ev.olve erscheint erstmals im April 2022 und immer zweimal jährlich.