Georg Wagensommer war von 2018 bis 2026 Professor für Religionspädagogik an der Evangelischen Hochschule Freiburg. Zum 1. März 2026 hat er eine neue Tätigkeit als Studienleiter am Religionspädagogischen Institut (RPI) der Evangelischen Landeskirche in Baden aufgenommen.

Georg Wagensommer war zum September 2018 auf die Professur für Religionspädagogik an der Evangelischen Hochschule berufen worden und übernahm ab demselben Jahr bis 2023 die Leitung des Master-Studiengangs Religionspädagogik. Während seiner Zeit an der Hochschule unterrichtete er zudem Religion an einer Berufsschule in Karlsruhe und war tätig als Privatdozent für Evangelische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Beide letztgenannten Lehraufgaben übt er bis heute aus.
Seine beruflichen Tätigkeiten lassen gut einen „roten Faden“ erkennen: nämlich Religion nicht nur zu unterrichten, sondern auch die Qualität des Religionsunterrichts sicherzustellen. Darum ging es ihm auch, als er 2023 in den Landesschulbeirat berufen wurde, der das Kultusministerium berät. Wagensommer vertrat dort die Interessen der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) Baden-Württemberg. Vorrangig ging es in dem Gremium um die grundsätzliche Ausrichtung des Schulwesens, um Anregungen für Reformen und um Bildungsplanarbeit. Von Wagensommers Expertise und seinen Verbindungen in Politik und Praxis haben sowohl die Studiengänge der EH Freiburg wie der Religionsunterricht profitiert.
Diesem „roten Faden“ entspricht auch sein Wechsel zum 1. März auf die Stelle des Studienleiters für Berufliche Schulen und Gymnasien am Religionspädagogischen Institut der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Trägerin der Hochschule. Nicht nur, dass er in unterschiedlichen Kontexten bereits in die Landeskirche vernetzt ist, als Studienleiter ist er beispielsweise verantwortlich für Fortbildungen und Beratungen von Religionslehrkräften, Entwicklung von Lehr- und Lernmitteln, von Konzeptionen für den Religionsunterricht, und er arbeitet an der Schulentwicklung und an Bildungsplänen mit. Darüber hinaus gestaltet er den Kontakt und Austausch mit dem Kultusministerium und dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg, einer Landesoberbehörde mit Sitz in Stuttgart.
Rektorin Prof.in Dr.in Renate Kirchhoff: „Wir wünschen Georg Wagensommer alles Gute zu seiner neuen Tätigkeit in der badischen Landeskirche, in der er seine Expertisen weiter ausgezeichnet entfalten kann. Gleichzeitig bedauern wir es sehr, dass wir ihn als geschätzten Professor und Kollegen der Evangelischen Hochschule verlieren. Er hat mit seinen Arbeits- und Forschungsthemen im Bereich Antisemitismusprävention und Wertebildung im Religionsunterricht unser Portfolio reich erweitert; seine Arbeiten zu Heavy Metal im Religionsunterricht zeigen, wie jungen Menschen der Weg dafür gebahnt werden kann, Fragen nach Sinn und Gerechtigkeit in ihren eigenen Sprachen zu stellen“.
Georg Wagensommer wird aufgrund seiner Venia Legendi in evangelischer Theologie Lehrveranstaltungen an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe für Lehramtsstudierende halten und in geringem Umfang Schulunterricht an einem beruflichen Gymnasium in Karlsruhe geben.
Die Arbeitsschwerpunkte von Georg Wagensommer an der Hochschule waren Religionsdidaktik, berufsorientierte Religionspädagogik, Antisemitismusforschung, Unterrichtsforschung und Wertebildung. Er hat in den Jahren 2024 und 2025 zu Heavy Metal und Religionsunterricht geforscht, genauer: zum Komplex religiöser Bildung über das Medium Musik im Religionsunterricht und dabei untersucht, inwieweit Religiosität und lebensbedeutsame Fragen Jugendlicher im Bildungsplan für das Berufliche Gymnasium durch das Musikphänomen Heavy Metal aufgenommen werden können. Die Ergebnisse seiner Forschung werden im Sommer 2026 veröffentlicht. Von 2021 bis 2023 hat er sich mit religiöser Bildung in der generalistischen Pflegeausbildung in Zusammenarbeit mit dem Religionspädagogischen Institut (RPI) der badischen Landeskirche befasst. Dabei ging es um die Analyse des Landeslehrplans von Baden-Württemberg „Evangelische Religionslehre sowie religiöse und ethische Kompetenzen in Bezug auf die Themen „Tod“ und „Trauer“. Diese Themenbereiche nehmen weite Teile des Bildungsplans ein und sie zeigen, dass es einen Bedarf an religiöser Orientierung auf mehreren Ebenen gibt. Auf Basis dieser Analyse wurden Materialien für die Praxis des Religionsunterrichts an Berufsschulen entwickelt.
Im Jahr 2008 war Wagensommer an der Gründung des Evangelischen Instituts für berufsorientierte Religionspädagogik am Lehrstuhl Prof. Schweitzer der Universität Tübingen beteiligt. Zwischen 2009 und 2016 hat er an diesem Institut mehrere wissenschaftliche Projekte verantwortet und begleitet. Eine bundeslandweite Unterrichtsinterventionsstudie im Bereich beruflicher Schulen zur Erhebung von Veränderungen von Wertorientierungen, Zuwachs von Interesse und /oder moralischer Urteilsfähigkeit bei Schüler*innen zu verschiedenen Messzeitpunkten in der Teilzeitberufsschule gehörte ebenso zu seiner religionspädagogischen Forschung wie eine umfangreiche explorative Studie zu Fragen von Wertebildung. Diese hatten u.a. zum Ergebnis, dass Religionsunterricht in der Berufsschule wirkt, existentielle Fragen aufgreift und beantwortet und für Jugendliche relevant und interessant ist.
Georg Wagensommer war bis 28. Februar 2026 an der Evangelischen Hochschule Freiburg tätig. Seit dem 1. März ist er in Karlsruhe am RPI der badischen Landeskirche unter georg.wagensommer@ekiba.de erreichbar.
Mehr Info
- Prof. Dr. habil. Georg Wagensommer
- Veröffentlichungen und Vorträge
- „Pflege, Ethik, Religion: Historische, bildungspolitische und religionsdidaktische Perspektiven auf die generalistische Pflegeausbildung“ (3 Fragen zum Buch an Georg Wagensommer)
- Wie relevant ist Religionsunterricht heute?
Ein Gespräch mit Prof. Dr. habil. Georg Wagensommer im Hochschulmagazin ev.olve
Georg Wagensommer hat schon als Kind mit seinen Playmobil-Figuren geschichtliche und biblische Szenen nachgespielt. Seine Faszination für Religion blieb über die Schulzeit hinweg erhalten – unter anderem dank zweier Lehrer, die ihn zum Nachdenken brachten. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Religionsdidaktik, berufsorientierte Religionspädagogik, Antisemitismusforschung, Unterrichtsforschung und Wertebildung.

