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Versorgung mit ausreichend Pflegepersonal ist gefährdet

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© PantherMedia / vasabii777 (Symbolbild Statistik)

Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) hat das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) und das Freiburger Institut AGP Sozialforschung mit einer regionalisierten Pflegepersonalbedarfsstudie beauftragt. Die vorläufigen Ergebnisse der Gesamtstudie wurden inzwischen mit Bayerns Staatsminister für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek diskutiert.

Die Vertreter der beiden mit der Studie beauftragten Institute, Prof. Dr. habil. Thomas Klie für AGP Sozialforschung und Prof. Dr. Michael Isfort für das dip legten am 10. Mai 2021 Thesen und Handlungsempfehlungen zur Bedarfsplanung vor, die auf den Erkenntnissen der Studie beruhten. Die Studie ist als fortlaufendes Monitoring angelegt, das in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden und so auch Entwicklungen im Pflegepersonalbedarf zuverlässig dokumentieren soll.

Mit dem Index pflegerische Versorgungssicherung entwickelten die Forscher im Rahmen der Studie ein neues Analyse-Instrument, das künftig nicht nur der Beschreibung von Bedarfslagen dient, sondern auch als Steuerungsinstrument auf regionaler bis hin zur kommunalen Ebene einsetzbar ist.

„Wir haben mit dem Versorgungssicherheits-Index ein Modell entwickelt, mit dem man sehr viele Kennzahlen aussagekräftig zueinander ins Verhältnis setzen kann. So ist dabei beispielsweise berücksichtigt, wie viele Pflegende durch die Zahl der in einer Region vorhandenen Einrichtungen der Langzeit- und der Akutpflege bereits gebunden sind. Dazu ins Verhältnis gesetzt haben wir prognostische Kennzahlen zur demografischen Entwicklung und auch Daten zur Ausbildungskapazität einer Region, die Aussagen darüber erlauben, wie viele Fachkräfte nachrücken können“, erläutert Michael Isfort.

Der so ermittelte Index gibt Auskunft darüber, wie gut die Versorgungssicherheit in einer Region ist – je höher der Wert, desto schlechter der Ausblick. Gleichzeitig zeige der Index aber auch an, auf welchen Ebenen gegengesteuert werden könne, ergänzt Isfort. So sei beispielsweise die Versorgungssicherheit in München besonders gefährdet, hier könne bei der prognostizierten Entwicklung ohne Eingreifen nicht einmal der Bestand gesichert werden, weil die Ausbildungskapazität schon dafür nicht ausreichend sei.

Die Studie hat wegen der größeren Aussagekraft die bayerischen Planungsregionen berücksichtigt, hat die Werte jedoch nicht auf Landkreisebene ermittelt. Dabei hat sich gezeigt, dass der Index in sechs bayerischen Regionen deutlich über dem Durchschnitt liegt und somit als kritisch bewertet werden muss.

Eine der dringendsten Empfehlungen der Pflegeforscher an die bayerische Politik ist daher, um diesen Herausforderungen frühzeitig gegensteuern zu können: eine verpflichtende Registrierung für beruflich Pflegende in Bayern durch die VdPB.

Im Herbst 2021 werden in allen sieben bayerischen Bezirken Regionalveranstaltungen durchgeführt. Gemeinsam mit den Bezirken, den Kommunen, den Kostenträgern der Arbeitsagentur sollen regional und kommunal angepasste Konzepte der Personalgewinnung diskutiert werden. Thomas Klie: „Der Ansatz ist neuartig“. In den zehn Thesen der Wissenschaftler wurde überdies darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass den Selbstverwaltungskörperschaften der Pflege die Aufgabe zugeordnet wird, die Daten über den Personalbedarf in der Pflege selbst zu ermitteln.

Quelle: Der Text ist in Auszügen der Presseinformation „Monitoringstudie der VdPB zum Pflegepersonalbedarf: In etlichen Regionen Bayerns ist Versorgungssicherheit massiv gefährdet“ entnommen.