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Seelische Gesundheit von Jugendlichen: Studie im Ortenaukreis untersucht, was sie brauchen

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Der Ortenaukreis fördert mit dem vierjährigen Projekt „Nicht lost, sondern gemeinsam stark!" die Gesundheitskompetenz von Jugendlichen. Hierfür analysiert die Evangelische Hochschule die Bedarfe und Bedürfnisse Jugendlicher zwischen 10 und 18 Jahren aus dem ländlichen Raum. Zudem sollen Möglichkeiten zur Stärkung der seelischen Gesundheit und Mental Health Literacy (was mit psychischer Gesundheitskompetenz übersetzt werden kann) der jungen Menschen identifiziert werden.

Die Evangelische Hochschule ist mit ihrem Institut für Angewandte Forschung IAF und dem dazugehörigen Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZFKJ) ein langjähriger Partner des Präventionsnetzwerks Ortenaukreis (PNO). Das Netzwerk entstand zwischen 2014 bis 2018 als gemeinsames Praxisforschungsprojekt. Beteiligt waren das Landratsamt Ortenaukreis, Amt für Soziale und Psychologische Dienste, und das ZfKJ. In diesen vier Jahren wurde das PNO vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als bundesweites Modellprojekt gefördert. Danach wurde das PNO auf Grundlage des Präventionsgesetzes erfolgreich verstetigt.

Erneut ist jetzt die Hochschule mit dem ZfKJ im IAF für den Ortenaukreis tätig. Auftragsgegenstand ist eine Analyse, um die Bedarfe und Bedürfnisse Jugendlicher zwischen 10 und 18 Jahren aus dem ländlichen Raum zu erfassen. Orientiert an den ermittelten Bedürfnissen, sollen Möglichkeiten zur Stärkung der seelischen Gesundheit und Mental Health Literacy (was mit psychischer Gesundheitskompetenz übersetzt werden kann) der jungen Menschen identifiziert werden. Mit partizipativen Methoden sollen die Bedürfnisse und Bedarfe erhoben werden – und daraus sollen ebenfalls partizipative Mikroprojekte entwickelt werden. Die Jugendlichen sind gefragt, aktiv in diesen Mikroprojekten mitzumachen – und zwar bereits bei deren Planung, Organisation und Durchführung.

Kinder und Jugendliche erleben seit einigen Jahren viele Krisen, beispielweise die COVID-19-Pandemie, den Krieg Russland gegen die Ukraine und nicht zuletzt die Klimakrise. Diese Belastungen können psychische Probleme hervorrufen oder verstärken. Besonders gefährdet sind Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Familien im ländlichen Raum. Sie müssen meist besondere Herausforderungen bewältigen, wie eingeschränkte Mobilität, finanzielle Belastungen und geringere Erreichbarkeit von Angeboten. Daher ist Gesundheitskompetenz enorm wichtig, um selbst eigene Belastungen bewältigen zu können.

Im Projektteam der Hochschule arbeiten Prof.in Dr.in Silke Kaiser und Prof. Dr. Fabian Frank zusammen.

Silke Kaiser, Foto: Marc Doradzillo

Silke Kaiser ist Professorin für Kindheitspädagogik und leitet den Master-Studiengang Bildung und Erziehung im Kindesalter und forscht etwa zu seelischer Gesundheit und Resilienz sowie zu Interaktion und Beziehung, dies insbesondere bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter.

Sie arbeitet bereits seit Längerem mit PNO zusammen, beispielsweise hat Kaiser verschiedene Curricula für bedarfsorientierte Fortbildungen (mit-) entwickelt.

Fabian Frank, Foto: Bernd Schumacher

Fabian Frank ist Prorektor für Forschung und Transfer und leitet das IAF der EH Freiburg. Er ist Professor für Wissenschaft Soziale Arbeit. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen u.a. in der sozial- und gemeindepsychiatrischen Versorgungsforschung, in der Forschung zu Angehörigenarbeit und zur Arbeit mit sozialen Netzwerken sowie in der Teilhabeforschung.

Im ausgeschriebenen Projekt wird er seine Expertise in der Gestaltung partizipativer Forschungsprozesse einbringen.

Im Projekt sind zudem eine*n wissenschaftliche*n Mitarbeiter*in sowie eine studentische Hilfskraft tätig.

Die angestrebte Laufzeit des Analyseprojekts von Kaiser und Frank beträgt sechs Monate von Februar bis inklusive Juli 2026. Für Februar ist ein digitales Kick-off-Meeting mit den Auftraggeber*innen sowie weiteren relevanten Stakeholdern zur gemeinsamen Abstimmung des Projektablaufes geplant. Im Juli 2026 sollen die Ergebnisse für den Abschlussbericht aufgearbeitet werden.

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