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Mehr Studienplätze gegen Fachkräftemangel – Deprofessionalisierung aufhalten

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Praxisstelle Soziale Arbeit; Foto: Marc Doradzillo (Symbolbild)

Fachkräfte fehlen: in der Sozialen Arbeit und in der Kindheitspädagogik, insbesondere in der Kinder- und Jugendhilfe wie in den Kitas. Mehr Studien- und Ausbildungsplätze werden daher benötigt, die für dieses Feld qualifizieren. Darauf weisen die Landesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege (LAGÖFW) und ebenso der Fakultätentag Sozial- und Gesundheitswesen Baden-Württemberg hin. In diesem Fakultätentag wird die Evangelische Hochschule Freiburg durch Rektorin Prof.in Dr.in Renate Kirchhoff und Dekanin Prof.in Dr.in Nina Wehner vertreten.

„Fortschreitende Deprofessionalisierung aufgrund des Bedarfs an Fachkräften, der größer ist als die Anzahl der qualifizierten Fachkräfte, ist alarmierend. Zu wenig Fachkräfte in der Kindheitspädagogik und in der Sozialen Arbeit heisst: schlechtere Chancen für viele Kinder und Jugendliche auf gleichwertige und faire Teilhabe auf ihrem Bildungsweg, ihrem Weg in unsere Gesellschaft“, betont Rektorin Kirchhoff.

In ihren Schreiben an Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, MdL, erinnern LAGÖFW und der Fakultätentag an die seit Jahren geäußerte Notwendigkeit, mehr Studienplätze bereit zu stellen. Ein Expertenhearing des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales (KVJS) zu Jahresbeginn hat den bestehenden und zunehmenden Fachkräftemangel in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bestätigt.

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg und 1. Vorsitzender der LAGÖFW, mahnt vor allem den Fachkräftemangel bei der Kindertagesbetreuung an. Gebaute Kitas können aufgrund des Fachkräftemangels an manchen Orten nur teilweise eröffnet werden und der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz sei wegen fehlender Erzieher*innen und Kindheitspädagog*innen in Gefahr. Neben dem quantitativen Ausbau der Kitas ist auch die Qualitätssicherung weiterhin zu gewährleisten.

Für den Fakultätentag Sozial- und Gesundheitswesen Baden-Württemberg schreiben dessen Vorsitzende Prof. Dr. Norbert Collmar, Rektor der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, und Prof.in Dr.in Rita Grimm, Dekanin an der Hochschule Esslingen, dass im Wintersemester 2020/21 auf einen Studienplatz in diesen Bereichen bis zu zehn Bewerbungen pro Studienplatz vorlagen.

Collmar berichtet von der Mitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, dass es an einer „Landesstrategie zum Bedarf an Studienplatzkapazitäten im Bereich der Sozialen Arbeit“ arbeitet. Dafür bedankt er sich und fügt an: „Allerdings wünscht sich der Fakultätentag, dass die Arbeitgeberseite (LAGÖFW) und der Fakultätentag einbezogen werden und der Studienplatzausbau zügig umgesetzt wird.“

Die Landesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg (LAGÖFW) vertritt deren Arbeitgeberseite, zu ihr gehören – neben den Spitzenverbänden wie Diakonie und Caritas – auch der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) sowie der Städte- und Gemeindetag.

Zum Fakultätentag Sozial- und Gesundheitswesen Baden-Württemberg gehören die Evangelische Hochschule Ludwigsburg, die Evangelische Hochschule Freiburg, die Hochschulen Esslingen, Mannheim und Ravensburg-Weingarten, die Katholische Hochschule Freiburg sowie von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, die Stuttgarter Fakultät Sozialwesen.

Quelle ausschnittsweise: „Studienplatzausbau in den Studiengängen Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik dringend notwendig“