Mit dem „Freiburger Modell“ starten die Stadt Freiburg und die Evangelische Hochschule Freiburg gemeinsam ein neues Bildungs- und Betreuungsangebot. Es soll Fachkräfte für Kitas sichern und damit Familien mehr Verlässlichkeit bieten.

Fachkräfte für Kitas sind nicht leicht zu finden, immer wieder bleiben beispielweise Stellen unbesetzt. Für Eltern bedeutet das oft, dass Betreuungszeiten reduziert werden, mit denen sie geplant haben. Für die pädagogischen Fachkräfte in den Kitas führt der Personalmangel zu einer höheren Arbeitsbelastung, das kann sich auf die eigene Gesundheit und die Qualität der Arbeit auswirken.
Die Stadt Freiburg und die Evangelische Hochschule sind gemeinsam aktiv geworden, haben das Freiburger Modell entwickelt und geben es nun in die Erprobung an zwei Freiburger Kitas: der Kita Escholzpark I und der Kita Tausendfühler.
Das neue Konzept hat vor allem folgende Ziele:
- vorhandene Betreuungszeiten für Familien sichern
- Kinder weiterhin mit hoher Qualität betreuen
- die Arbeitsbelastung für die Fachkräfte wieder auf ein Normalmaß zurückführen
- über das neue Modell für die Berufe in der Kita begeistern, pädagogische Fachkräfte gewinnen und langfristig binden.
Die gesuchten neuen Kräfte sollen sogenannte Zusatzkräfte und Koordinierungskräfte sein, haben also unterschiedliche Aufgaben. Insgesamt sollen ab April 2026 16 neue Kräfte eingestellt werden und das bedeutet einen Mehraufwand für die Kita-Leitungen. Die Koordinierungskräfte sollen sie ab Mai 2026 entlasten und als Ansprechperson zur Verfügung stehen. Das Modell läuft vorerst zwei Jahre.
Als Zusatzkräfte können sich Personen mit pädagogischen Qualifikationen bewerben, aber dies ist nicht Voraussetzung. Gesucht werden zum Beispiel Personen,
- die im sozialen Bereich studieren
- die perspektivisch pädagogische Fachkräfte werden wollen
- die pädagogische Fachkräfte sind, die aktuell nicht in diesem Beruf arbeiten
- die im Ausland einen pädagogischen Abschluss erworben haben
- die aus den Bereichen Kunst, Kultur oder Sport kommen.
Die Zusatzkräfte erhalten vor ihrer Tätigkeit eine 3-tägige Basisqualifikation, an drei weiteren Tagen eine Schulung und reflektieren bei einem monatlichen Treffen ihre Arbeitserfahrungen. Diese Bausteine werden von einem Team der Evangelischen Hochschule Freiburg verantwortet.
Im Rahmen des Freiburger Modells werden die Zusatzkräfte vor allem am Nachmittag eingesetzt, arbeiten jedoch nicht alleine, sondern immer auch mit pädagogischen Fachkräften zusammen. Daher bleibt der Nachmittag weiterhin eine qualitätvolle Bildungszeit. Die neuen Kräfte werden bei einer städtischen KiTa angestellt, so dass sie zum Gesamtteam der jeweiligen Einrichtung gehören.
In drei Kitas der Stadt Freiburg wird auch ein anderes Modell getestet, das sogenannte Offenburger Modell. Es legt den Fokus auf das Angebot von Betreuung, nicht auf das langfristige Gewinnen von Fachkräften. Die Betreuungszeit wird durch die Kita dauerhaft auf 14 Uhr begrenzt, danach wird eine Spielezeit angeboten, die von Ehrenamtlichen begleitet wird.
Die Stellenausschreibungen stehen hier online zur Verfügung.
Weitere Informationen
Für internationale Akademiker*innen, die im Ausland einen hier nicht anerkannten Abschluss haben, bietet die Evangelische Hochschule ein verkürztes Bachelorstudium: Kipäd plus ermöglicht einen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt. Im Rahmen eines verkürzten Studiums kann der ausländische Abschluss erweitert und spezifisches deutsches Fach- und Praxiswissen der Kindheitspädagogik erworben werden. mehr

