Religionen und der interreligiöse Dialog werden im Zusammenhang mit Konflikten häufig vor allem als Problem oder sogar als Verstärker wahrgenommen. Dabei besitzen Religionen eine weitere wichtige Dimension: Sie verfügen über gewachsene Denktraditionen sowie Wert- und Handlungskonzepte, die einen konstruktiven Umgang mit Konflikten ermöglichen. Je nach religiösem Selbstverständnis und Tradition gibt es erhebliche Unterschiede darin, wie Konflikte betrachtet und in der Praxis bewältigt werden. So werden Konflikte je nach religiösem Blickwinkel beispielsweise als konstitutiv für das Zusammenleben angesehen und entsprechend konstruktiv und handlungsorientiert angegangen. In anderen Fällen gilt Harmonie als Tugend und Wert, sodass Konflikte eher als Herausforderung wahrgenommen werden.
Für diese Veranstaltung greifen wir auf Erkenntnisse aus dem Projekt „Religionen: Unterschätzte Potenziale gesellschaftlicher Konflikttransformation“ zurück. Diese haben wir in Workshops, Expertengesprächen sowie Austauschformaten mit religiösen Akteurinnen und Akteuren und interreligiösen Strukturen gewonnen. Unser Fokus liegt auf der Präsentation und Diskussion konkreter Handlungsmuster, Strategien und Erfahrungen, die wir aus der Arbeit mit verschiedenen (inter-)religiösen Gemeinschaften ableiten konnten.
Uns interessiert der Austausch über konkrete Erkenntnisse, Beispiele und Erfahrungen der Teilnehmenden. Gemeinsam möchten wir anhand unserer Ergebnisse und Fragestellungen diskutieren, wie Religion als wichtige Ressource im Umgang mit Konflikten verstanden und praktisch wirksam werden kann.
Dazu wollen wir folgende Fragen anhand konkreter Beispiele erörtern:
- Wie gehen verschiedene Religionen mit Konflikten um? Welche Werte, Handlungsmaximen, Rituale oder Narrative setzen sie ein? Und welche Erfahrungen haben sie damit gemacht?
- Wie prägt dies den interreligiösen Dialog, und wie werden Konflikte in diesen Strukturen verstanden und bearbeitet?
- Wie können Religionen dazu beitragen, den Umgang mit Macht und Dominanz neu zu gestalten?
Gemeinsam mit Ihnen möchten wir praktische Ansätze diskutieren und weiterentwickeln, wie sich religiöse Konfliktbearbeitungsstrategien auf andere Handlungsfelder übertragen lassen – sei es in der politischen Bildung, der Sozialen Arbeit, der Gemeindeentwicklung oder der schulischen und außerschulischen Friedenspädagogik.
Referierende
- Tanja Berg arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis in den Bereichen Demokratie, Religion und zivilgesellschaftliches Engagement. Zudem ist sie im interreligiösen Projekt „Religionen: Unterschätzte Potenziale gesellschaftlicher Konflikttransformation“ tätig. Ihr aktuelles Interesse gilt besonders der Stärkung demokratischer Handlungsmöglichkeiten und der Begeisterung von Menschen für die Schönheit eines Denkens in komplexen Zusammenhängen.
- Simon Marwecki arbeitet im Bereich der Politischen Bildung im interreligiösen Projekt Religionen: Unterschätzte Potenziale gesellschaftlicher Konflikttransformation. Er hat einen akademischen Hintergrund in der Pädagogik und der Religionssoziologie. Er ist christlich-baptistisch sozialisiert. Seit mehreren Jahren setzt er sich auch beruflich mit den Ressourcen religiöser Gemeinschaften auseinander und weiß dies sehr zu schätzen.
- Blanca Zacher arbeitet im Bereich der Politischen Bildung im interreligiösen Projekt Religionen: Unterschätzte Potenziale gesellschaftlicher Konflikttransformation. Sie ist christlich sozialisiert, hat sich in ihrer Jugend in der Jugendverbandsarbeit und -politik engagiert und in diesem Bereich auch erste Berufserfahrungen gesammelt. Anschließend an ein Studium der Kulturarbeit studiert sie derzeit im Bereich Sozialwissenschaften und darf Studien- und Projektinhalte in Form von spannenden Fragen im Bereich der Religions- und Kultursoziologie und Demokratieforschung verknüpfen.
Termin/Ort
28.04.2026, 16:00 bis 18:00 Uhr
Die Veranstaltung findet online per Zoom statt.
Zielgruppe
- Fachkräfte und Multiplikator*innen der politischen Bildung, Sozialen Arbeit, Gemeindeentwicklung oder schulischen und außerschulischen Friedenspädagogik
- Studierende
Gebühren
Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Anmeldung - 2 Varianten zur Auswahl
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