
Prof.in Dr.in Stefanie Engler ist Mitglied in der Kommission für den Zehnten Altersbericht der Bundesregierung, die am 22. September von Bundesseniorenministerin Karin Prien einberufen wurde.
Die Professorin für Wissenschaft Soziale Arbeit arbeitet und forscht seit rund 20 Jahren zu Fragen des Alters und Alterns. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Gestaltung häuslicher Pflegesettings, insbesondere unter Gender- und Mobilitätsperspektive und im Sozialraum. Ebenfalls zu ihrer Agenda gehören Fragen der Verknüpfung von Sozialer Arbeit, Sozialer Gerontologie und Geragogik. Hierfür ist sie beispielsweise im Arbeitskreis Geragogik der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) und in der Fachgruppe „Soziale Arbeit in Kontexten des Alter(n)s“ der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) tätig.
Englers wissenschaftliche Expertise baut auf ihrer mehrjährigen Praxiserfahrung auf, die u.a. eine Bedingung für eine Professur an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) ist – wie die EH Freiburg.
Der neue Altersbericht soll untersuchen, wie Bildung älteren Menschen neue soziale Rollen und aktives Altern ermöglicht – unter besonderer Berücksichtigung non-formaler und informeller Lernformen sowie kognitiver Entwicklungen im Alter. Zugleich soll der Bericht Bildungsungleichheiten beleuchten – zum Beispiel durch geringere Bildung, niedrigeres Einkommen, gesundheitliche Einschränkungen oder Migrationshintergrund. Ziel ist es, Ursachen und Lösungen aufzuzeigen, um Bildung im Alter gerechter zu gestalten. Der Bericht soll Impulse für eine inklusive Bildungspolitik geben und Bildung im Alter stärker politisch verankern – auch im internationalen Vergleich.
Die Vorsitzende der Altersberichtskommission ist Prof.in Dr.in Cornelia Kricheldorff (i.R.). Engler und Kricheldorff arbeiten seit geraumer Zeit zusammen und veröffentlichen u.a. Publikationen zu Altersfragen, wie „Politische Bildung in der Lebensphase Alter“ (2025), „Altern – Gesundheit – Bildung“ (2025) und „Geragogik. Bildung und Lernen im Prozess des Alterns“ (2022).
Professorin Engler führt die Tradition der Evangelischen Hochschule einer hohen wissenschaftlichen Kompetenz in Altersfragen fort sowie in der folgerichtigen Mitwirkung in der Altersberichtskommission als beratendes Gremium der Bundesregierung. Beispielweise war über mehrere Jahre Prof. Dr. Thomas Klie (i.R.) Mitglied und zeitweise Vorsitzender der Altenberichtskommission.

Zur Person
Hochschulmagazin ev.olve
- Gute Lehre heisst: für Wissenschaft begeistern. Ein Gespräch mit Prof.in Dr.in Stefanie Engler
Auszug: „Ich bin nach meiner Diplomarbeit erst einmal in die Praxis gegangen und war im Leitungsteam eines Bildungszentrums für ältere Menschen. Parallel dazu studierte ich einen Masterstudiengang Soziale Arbeit, denn für mich war immer klar, dass gute Praxisentwicklung gute Theorie braucht. Dann wurde ich Forschungskoordinatorin an der Katholischen Hochschule Freiburg und konnte weiterhin einerseits Forschung mit Theorie verbinden, andererseits ganz praktisch und aktiv in der kommunalen und quartiersorientierten Arbeit Prozesse mitgestalten.“
Mitglieder der Zehnten Altersberichtskommission
mehr Info auf der Website der 10. Kommission
- Vorsitzende: Prof. (i.R.) Dr. Cornelia Kricheldorff, Katholische Hochschule Freiburg
- Prof. Dr. Stefanie Engler, Evangelische Hochschule Freiburg
- Assistenz-Prof. Dr. Vera Gallistl-Kassing, Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften
- Prof. Dr. Matthias Kliegel, Universität Genf
- Prof. Dr. Ralf Lottmann, Hochschule Magdeburg-Stendal
- Dr. Markus Marquard, Universität Ulm
- Junior-Prof. Dr. Laura Naegele, Technische Universität Dortmund
- Prof. Dr. Bernhard Schmidt-Hertha, Ludwig-Maximilians-Universität München
- Prof. Dr. Josef Schrader, in seiner Funktion als Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE), Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen
- Prof. Dr. Julia Steinfort, Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
- Dr. Julia Simonson, Kommissarische Institutsleiterin des Deutschen Zentrums für Altersfragen
Hintergrund: Altersberichtskommissionen setzen Impulse für Politik und Praxis
Seit 1993 werden in Deutschland in jeder Legislaturperiode Altersberichte von unabhängigen Sachverständigenkommissionen erstellt, die jeweils einen besonderen Schwerpunkt setzen – von Digitalisierung über Pflege bis hin zur sozialen Teilhabe. Die Berichte haben gewichtigen Einfluss auf die Seniorenpolitik auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene.
Der 10. Altersbericht wird sich erstmals umfassend dem Thema „Bildung und Lernen im Alter“ widmen. Damit wird ein zentrales Zukunftsfeld adressiert: Wie lässt sich lebenslanges Lernen – auch im höheren Lebensalter – fördern? Welche Bildungsformate und Zugänge sind notwendig, um allen Menschen – unabhängig von Bildungsbiografie, Herkunft oder Gesundheitszustand – Teilhabe zu ermöglichen? Wie kann uns Digitalisierung neue Möglichkeiten eröffnen, um Bildungsprozesse für Menschen jeden Alters zu fördern?

