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RECOS - European Campus

30 Jahre Erfolgsgeschichte

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30 Jahre Erfolgsgeschichte RECOS European Campus

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RECOS mit Partnerhochschulen

Das grenzüberschreitende Zusatzlehrprogramm RECOS (Regio-Akademie für Soziale Arbeit / Regio-Pole de formation sur le travail social) feierte am 01.12.2022 im Hochschulverbund der FHNW Muttenz, PRAXIS Mulhouse, ESEIS und EDIAC Strasbourg, der KH Freiburg und der EH Freiburg sein 30jähriges Jubiläum in den Räumen der FHNW.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Hochschulen in der Oberrheinregion kann auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Im Laufe der letzten Jahrzehnte qualifizierten sich an den Partnerhochschulen 1500 Studierende für die grenzüberschreitende Soziale Arbeit. Zahlreiche Forschungsprojekte wurden gemeinsam mit Forschenden und Fachkräften aus den drei Ländern durchgeführt, um die Soziale Arbeit in den deutschen, französischen und schweizerischen Teilregionen über die Grenzen hinweg zu stärken.

Die Gästeliste des Fachtages stellte sich entsprechend vielfältig dar. Ehemalige Studierende, die über Ihre heutige Arbeit im Grenzraum berichteten, diskutierten mit Praktiker*innen, Vertreter*innen aus der Politik und Lehrenden über Bedarfe, Herausforderungen und Chancen grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Gelegenheit zur Diskussion gab es in Workshops und im Plenum zu Themen wie transnationale Aspekte von Sexarbeit, grenzüberschreitender Austausch zur aufsuchenden Sozialen Arbeit, Verschuldung und Schuldenbereatung sowie Praxissemester im benachbarten Ausland.

Gerahmt wurde der fachliche Austausch durch zwei Vorträge, die die wissenschaftliche und politische Perspektive in den Blick nahmen. Prof. Dr. Stefan Schnurr (FHNW) plädierte in seinem Vortrag für eine professionelle Haltung in der grenzüberschreitenden Sozialer Arbeit, die transnationalen Lebensweisen und unterschiedlichen Identitäten gerecht wird. Silvio Tondi, Leiter der Fachstelle Trinationale Zusammenarbeit im Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt, hob anschaulich die kulturellen Gemeinsamkeiten der Oberrheinregion hervor und sprach sich für eine stärkere politische Berücksichtigung des Sozialen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aus.

Absolvent*innen des RECOS-Zusatzlehrprogramms wurden mit ihrem erworbenen Zertifikat geehrt. Von zwölf RECOS-Studierenden wurden sieben Absolventinnen der Evangelischen Hochchule Freiburg das RECOS Programm in 2021/2022 abschließen und geehrt werden:

  • Marie Isabell Rein: Präventionsmöglichkeiten häuslicher Gewalt gegen Frauen mittels der Kooperation von Polizei und Beratungsstellen. Ein Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich.
  • Raphaela Rüde: Wie können gewinnbringende Netzwerke in der Flüchtlingshilfe im grenzüberschreitenden Raum gebildet werden? Am Beispiel Réseau Eurosocial
  • Julia Herr: Der Umgang von Fachkräften mit Nichtsuizidalem Selbstverletzendem Verhalten in stationären Jugendhilfeeinrichtungen im deutsch-französischen Vergleich
  • Priscilla Walther: Partizipation von Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen – Eine vergleichende Betrachtung von Deutschland und Frankreich
  • Sina Henn: Geflüchtete in Workscamps. Chancen und Herausforderungen der Inklusion von Geflüchteten in Workcamps – Eine Perspektive von Workcamporganisationen in Deutschland und in Frankreich
  • Charlotte Buderbach: Kinderschutz mit psychisch kranken Eltern: Wie können die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz durch Erziehungsberatung(-stellen) gestärkt werden? – Möglichkeiten und Grenzen des Resilienzkonzepts, am Beispiel PMI (Frankreich) und Frühe Hilfen (Deutschland)
  • Salome Holm: Inwiefern beeinflussen Kontaktarmut die Entwicklung der Identität hinsichtlich des Selbstwertgefühls von Jugendlichen in Frankreich und Deutschland zum Zeitpunkt der Ablösung vom Elternhaus?

Mit der Gründung von RECOS 1992 wurde im Laufe der Jahre ein zeitgemäßes Konzept etabliert, das neben den Bereichen Forschung und Lehre, in hohem Maße die Praxis in den Fokus nimmt. Durch gemeinsames Studieren, Forschen und Arbeiten an Fällen tragen die Hochschulen dem transnationalen und transkulturellen Lebensraum in der Oberrheinregion Rechnung, in dem Studierende auf eine Soziale Arbeit vorbereitet werden, in der private und berufliche Vernetzungen im Dreiländereck zur Lebensnormalität gehören.

Nach 30 Jahren RECOS-Erfahrung folgt nun ein nächster großer Schritt: Der Hochschulverbund entwickelt einen Europäischen Campus, der durch ein trinational ausgerichtetes Studium noch zielgenauer dazu beiträgt, dass angehende Fachkräfte mit den erforderlichen Kompetenzen zum beruflichen Tätigwerden in grenzüberschreitenden Arbeitskontexten ausgestattet sind. Dazu zählt beispielsweise Wissen über die benachbarten Systeme, deren rechtliche Rahmenbedingungen, ihre grundlegenden Logiken, Organisationsformen und Trägerstrukturen, spezifisches (kulturelles) Professionsverständnis von Fachkräften der Nachbarländer, den damit verbundenen Werten, Verhaltensweisen sowie Wissen über gesellschaftliche Normen und traditionelle Praktiken. Damit wird ein Wissens und ein Kulturtransfer gewährleistet, der die Qualität sozialer Einrichtungen stärkt und dem zunehmenden Interesse der Praxis Rechnung trägt, von und mit Professionellen in der Oberrheinregion zu lernen.

Die konsequent grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit akademischen Akteur*innen im Bereich Lehre, Forschung und Weiterbildung fördert darüber hinaus das internationale Klima und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Hochschulen im Oberrheingebiet.