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Rektorin zum Koalitionsvertrag

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„Es gibt neuen Spielraum für uns, an Lösungen für anstehende gesellschaftliche Herausforderungen mitzuarbeiten“, sagt Rektorin Prof.in Dr.in Renate Kirchhoff über den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung Baden-Württemberg mit dem Titel „Aus Verantwortung fürs Land. Gemeinsam stark in stürmischen Zeiten“. Dass viele Themen zunächst vom Bund oder gemeinsam von Bund und Land bearbeitet werden müssen, wird darin transparent gemacht.

Rektorin Prof.in Dr.in Renate Kirchhoff; Foto: Bernd Schumacher

„Baden-Württemberg ist ein moderner und innovativer Wissenschaftsstandort. Wir sind ein Teil davon und nicht nur froh darüber, sondern mit großer Leistungsbereitschaft mit dabei“, so Rektorin Kirchhoff.

Auf fünf ausgewählte Themen im Koalitionsvertrag legt sie den Fokus:

  1. Für ein sicheres Baden-Württemberg: Innere Sicherheit denken wir noch weiter
    „Wir machen uns stark für einen erweiterten Sicherheitsbegriff, so wie ihn der Wissenschaftsrat, die Hochschulrektorenkonferenz und die Konferenz der HAW in BW auf Förderung von Friedensfähigkeit setzt. Unser Friedensinstitut, die einzige anwendungsorientierte Lehr- und Forschungseinrichtung in Deutschland, verbindet SAGE und MINT in diesem gesellschaftlich drängenden Handlungsbereich.“
  2. Für gute Bildung und beste Chancen für alle: Frühe Bildung hat gesellschaftliche Dimension
    Die Evangelische Hochschule Freiburg treibt mit ihren Studiengängen für Kindheitspädagogik seit gut 20 Jahren die Professionalisierung von pädagogischen Fachkräften zum Beispiel in Kitas und ebenso die Forschung zu Resilienz von Unterstützungssystemen voran. Renate Kirchhoff: „Frühe Bildung hat eine gesellschaftspolitische Dimension, denn nahezu jedes Kind in Deutschland verbringt drei und mehr Jahre in Kindertageseinrichtungen, und Familien haben meist viel Vertrauen in die Arbeit der Fachkräfte. Hier wird ein Fundament für gesellschaftliche Teilhabe gelegt und zwar sowohl für die Kinder als auch für ihre Familien.“ Die Absolvent*innen der kindheitspädagogischen Studiengänge werden für diese verantwortungsvolle Aufgabe qualifiziert. „Die Landesregierung Baden-Württemberg haben wir beispielsweise beim Orientierungsplan für Bildung und Erziehung und den Bund etwa beim Gute-Kita-Gesetz beraten“, erklärt die Rektorin. „Bei der Sprachförderung für Kita-Kinder arbeiten wir seit 2021 mit dem Kultusministerium zusammen und führen Qualifizierungen von pädagogischen Fachkräften durch.“
  3. Für eine starke Wissenschaft: Mehr Studienplätze in den SAGE-Fächern
    „Wir begrüßen es sehr, dass die neue Landesregierung die nachhaltige Sicherung von Fachkräften in den SAGE-Fächern Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege sowie Erziehung und Bildung ausdrücklich als Ziel benennt.“ Hierfür soll laut Koalitionsvertrag ein gezielter Ausbau von Studienplatzkapazitäten erfolgen. „Als SAGE-Hochschule kennen wir die steigenden Bedarfe auf dem Arbeitsmarkt aber auch die gesellschaftliche Solidarität sichernden Funktionen dieser Berufe. Das positive Signal aus dem Koalitionsvertrag hören wir!“
  4. Vielfalt und Gleichstellung: Für eine offene und vielfältige Gesellschaft
    „Geschlechterforschung gehört zur EH Freiburg bereits seit den 1990er Jahren. Wir führen diese fokussiert fort, beispielsweise mit einer Schwerpunkprofessur Geschlechterforschung und Gewalt im Geschlechterverhältnis, gefördert durch das Bundesforschungsministerium. Wir befassen uns mit queeren Lebensperspektiven und haben u.a. für Freiburg eine Studie zum Bedarf eines queeren Jugendzentrums durchgeführt. Im Koalitionsvertrag ist formuliert, dass man sich für gleiche Chancen und Rechte in allen Lebensbereichen einsetze. Für uns geht das Verständnis von gleichen Rechten noch weiter: Wir beobachten und bewerten Gewalt auch europaweit in Institutionen, wie z.B. Gefängnissen und Pflegeeinrichtungen  – durch eine Vertreterin der Hochschule in einer Kommission des Europarats.“
  5. Konsequenter Kinderschutz: Auch im Dreiländereck
    „Neben der anwendungsorientierten Qualifikation für Kinderschutz gehört interdisziplinäre und auch internationale Forschung zu unserem Beitrag zu dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Wirksamer Kinderschutz im Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz ist ein Pfeiler unseres Forschungs- und Lehrprogramms CELIS, des Europäischen Campus für Soziale Arbeit und Pädagogik am Oberrhein.“

 

Mehr Info

Koalitionsvertrag 2026 bis 2031 für Baden-Württemberg

 

 

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