Die Suche nach Gerechtigkeit nach gewaltsamen Konflikten stellt eine zentrale Herausforderung für Nachkriegsgesellschaften dar. Der Vortrag versteht Gerechtigkeit nicht als universelles oder rein juristisches Konzept, sondern als sozial und politisch umkämpften Prozess. Transitional Justice-Mechanismen wie Strafverfolgung, Wahrheitskommissionen oder Versöhnungsinitiativen operieren häufig in Spannungsfeldern zwischen internationalen Normen und lokalen Gerechtigkeitsvorstellungen. Anstatt Gerechtigkeit als linearen Weg zu Frieden zu begreifen, ist die Suche danach voller Ambivalenzen und Konflikthaftigkeiten. Versöhnung wird daher weniger durch die Implementierung standardisierter Modelle erreicht, sondern durch kontextsensible, inklusive und reflexive Gerechtigkeitspraktiken, die lokale Erfahrungen und Bedürfnisse ernst nehmen.
Zur Person
Susanne Buckley-Zistel ist Professorin für Friedens- und Konfliktforschung und Geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg. Ihre Hauptinteressen liegen in den Bereichen Transitional Justice, Erinnerung, Feminisums und Postkolonialismus. Sie hat zahlreiche Publikationen zum Thema Erinnern veröffentlicht, einschließlich als Mit-Herausgeberin/Autorin die Bände „Memorials in Times of Transition“ (Intersentia) und „Peace and the Politics of Memory“ (Manchester University Press). Als Mitglied des BMBF-Netzwerks TraCe forscht sie zu Fragen von Erinnerung und Gerechtigkeit, vor allem mit Blick auf Kolonialverbrechen in Europa. Sie ist zudem Sprecherin des BMBF-Netzwerks „Postcolonial Hierarchies of Peace and Conflict“ und Teilprojektleiterin in der DFG-Forschungsgruppe „Menschenrechte in der Migrationsgesellschaft“.
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