Chancengleichheit für alle Kinder

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Gemeinsam haben das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ) und die Robert-Bosch-Stiftung das Qualifizierungsprogramm Chancen-gleich! gegründet. Der 2. Fachtag der Geschäftsstelle des Programms in Stuttgart befasste sich damit, wie Chancengleichheit in pädagogischen Handlungsfeldern der Kindheitspädagogik gefördert werden kann. Darüber hinaus bietet die Geschäftsstelle Weiterbildungen zu Bildungschancen im Kontext von Migration im gesamten Bundesgebiet, in Österreich, der Schweiz und Südtirol an.

Der im April von der Geschäftsstelle durchgeführte Fachtag in Stuttgart befasste sich damit, wie Chancengleichheit in pädagogischen Handlungsfeldern der Kindheitspädagogik gefördert werden kann.

 

Mit einem Grußwort eröffnete Natalie Schmidt, Seniorprojektmanagerin der Robert Bosch Stiftung den zweiten Fachtag von Chancen-gleich. Mit Unterstützung der Stiftung konnte die Geschäftsstelle Chancen-gleich vor zwei Jahren im Juli 2016 am Zentrum für Kinder- und Jugendforschung, an der Evangelischen Hochschule Freiburg aufgebaut werden.

 

Im gesamten Bundesgebiet haben rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen einen sogenannten Migrationshintergrund, mehr als 70% von ihnen sind Deutsche. Ihre Startbedingungen und Bildungschancen sind jedoch ungleich schlechter als jene von Kindern ohne Zuwanderungsgeschichte. Folgt man dem fachlichen Diskurs, ist dieser Umstand unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Kompetenzen und Potentiale junger Migrantinnen und Migranten zu wenig wahrgenommen und gefördert werden.

 

Dr. Thilo Schmidt von der Universität Landau stellte den rund 125 Teilnehmenden des Fachtags seine wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund vor und zeigte Wege auf, wie eine qualitativ hochwertige Kultur des Förderns in der Praxis der Kindheitspädagogik gestaltet werden kann. Dabei plädierte er für eine Kombination von drei grundlegenden Förderansätzen. Der strukturkritische Ansatz zielt auf den Abbau institutioneller Diskriminierung, der interkulturelle Ansatz auf die Anerkennung und Stärkung kultureller Kompetenz und kulturellem Selbstbewusstsein, der kompensatorische Ansatz strebt den Ausgleich von Nachteilen und Defiziten an. Da allein der Besuch einer Kindertageseinrichtung keine kompensatorische Wirkung entfalte, betonte der Referent auch die Notwendigkeit einer strukturierten und programmatisch ausgerichteten Zusammenarbeit mit Familien.

 

Timm Köhler (M.A.) aus Freiburg/Berlin vom Team GEGENARGUMENT ging in seinem Vortrag der Frage nach, wie sich Fachkräfte im Alltag positionieren können, wenn Chancengleichheit im pädagogischen Alltag in Frage gestellt wird. Der Politikwissenschaftler und Kommunikationstrainer zeigte entlang alltagsbezogener Praxisbeispiele auf, wie mit rassistischen Positionen souverän umgegangen werden könne. Auf der Grundlage einer selbstreflexiven Publikumsübung, verdeutlichte er den Teilnehmenden, dass es die eine Strategie nicht gäbe. Er entfaltete im weiteren Verlauf seines Vortrages alltagstaugliche Reaktionsmöglichkeiten im Spannungsverhältnis von Positionieren, Diskutieren und anderer Optionen. Die Chance, ein angemessenes Antwortverhalten zu zeigen steige, wenn einige grundlegende Fragen geklärt seien. Das reiche von der Prüfung der eigenen momentanen Verfasstheit, über das Prüfen des zeitlichen und äußeren Rahmens, bis hin zur Einschätzung des Gegenübers, bevor die entsprechenden Gesprächsstrategien zwischen Verstehen und Grenzen setzen zum Einsatz kämen. 

 

Auf Grundlage wiederkehrender Fragen aus der Praxis boten am Nachmittag vier Expert*innen Workshops an, in denen sich die Teilnehmenden rege mit den Themen Sprache, Transition, Partizipation und Vorurteile auseinandersetzten. Einig waren sich die Teilnehmenden darüber, dass Teilhabe an Bildung und Chancen für den größtmöglichen Bildungserfolg im Kontext von Migration unter anderem entsprechende Qualifikation pädagogischer Fachkräfte voraussetzt. "Dafür wird sich Chancen-gleich auch zukünftig engagieren", sicherte Sibylle Fischer, die Leiterin der Geschäftsstelle Chancen-gleich, abschließend zu.

 

Freiburg, 07.05.2018

 

Mehr Info

www.chancen-gleich.eu

https://gegen-argument.de/aufbau-des-trainings/material-links/

 

Kontakt

Sibylle Fischer

Pädagogik der Kindheit

Leitung Geschäftsstelle Chancen-gleich am ZfKJ - Zentrum für Kinder- und Jugendforschung

Seit 2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Evangelischen Hochschule Freiburg, Fachbereich Pädagogik und Supervision

fischer@eh-freiburg.de

 
 
 
 

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