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Raum der Stille – Ein Ort für religiöse Praxis und Diskurs darüber

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Bernadette Hörder, Foto: Marc Doradzillo

Der Raum der Stille hat seine Möbel bekommen: einen Tisch und ein Pult sowie Stühle und Hocker, nicht fest im Raum installiert. Damit können sie von Menschen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen genutzt werden. Dieser Raum ist wichtig für die Hochschule: Denn als Hochschule für Angewandte Wissenschaften in kirchlicher Trägerschaft ist Religiosität nicht nur Gegenstand von Lehre und Forschung.

„Wir verstehen es als unseren Auftrag, religiöse Praxis und den Diskurs darüber in einem öffentlichen Raum zu fördern. Angehörige der großen Religionen praktizieren spirituelle Unterbrechungen des Alltags in Form des Gebets, des Singens, des Schweigens – aber auch des Nachdenkens und des Diskutierens. Spiritualität gibt es auch ohne einen Bezug auf Traditionen der großen Religionen. Sie soll im Raum der Stille ihren Ort haben: denn hier leben und arbeiten Menschen, die auch bezüglich ihrer Religionszugehörigkeit und Weltanschauung vielfältig sind“, erklärt Rektorin Prof.in Dr.in Renate Kirchhoff.

Die Künstlerin Bernadette Hörder hat die Möbel entworfen, eine Jury hat ihr Konzept ausgewählt. Hörder:„Die Objekte sind offen und somit bestimmt für Andachten, Meditationen und Gottesdienste für Menschen aller Religionen. Sie sind großzügig, klar und schlicht in ihrer Form und damit einem liturgischen Ort angemessen. Sie sind filigran gestaltet, so dass in der Frontalansicht die Farbe des Hintergrundes im Gegenlicht durchscheint und eine Transzendenz vermittelt wird.“

Renate Kirchhoff: „Uns ist wichtig, dass wir miteinander die Konstruktion des Andersseins der Anderen, grundsätzlich reflektieren. Denn die Bilder von den anderen Religiösen und den Weltanschaulichen sind immer holzschnittartig, sie vereinfachen, um das Eigene zu bestätigen. So funktioniert menschliches Denken, und damit gilt es zu rechnen. Die Begegnung mit konkreten Menschen, die ihre Spiritualität leben, hilft nicht nur beim Wahrnehmen und Verstehen. Sie übt auch den Umgang mit Unterschieden ein.“

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