Junge Menschen haben ein Recht darauf, ihre friedliche Zukunft mitzugestalten. Dazu brauchen sie Informationen, insbesondere, um sich differenziert mit den Themen Krieg und Frieden auseinandersetzen zu können. „Frieden gehört daher in den Lehrplan an Schulen und damit auch in die Ausbildung von Lehrkräften“, betont Melanie Hussak, Leiterin des Friedensinstituts.

Das Friedensinstitut Freiburg der Evangelischen Hochschule Freiburg gehört zu den sogenannten ‚aufrufenden Organisationen‘ der Petition ‚Frieden in den Lehrplan!‘, die an die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz, gerichtet ist.
Melanie Hussak, Professorin für Friedensforschung mit Schwerpunkt Friedensbildung, erklärt dazu: „Schule ist ein zentraler friedenspädagogischer Lernort. Neben Konflikten im Klassenraum werden hier auch die Auswirkungen gesellschaftlicher und globaler Konflikte sichtbar, die über den schulischen Kontext hinausreichen und Schüler*innen sowie Lehrkräfte bewegen. Daher ist es umso wichtiger, dass sich Kinder und Jugendliche frühzeitig mit den Themen Frieden, Konflikt und Gewalt auseinandersetzen, konstruktive Formen der Konfliktbearbeitung erlernen und ein Verständnis für komplexe Zusammenhänge erlangen. So können sie reflektierte Haltungen entwickeln und aktiv zur Gestaltung von Frieden beitragen.“
Die Petition fordert, Frieden in den Lehrplan aufzunehmen und mit Friedensbildung unterschiedliche Zielgruppen zu adressieren:
- Friedensbildung von der Grundschule bis zur Oberstufe in die Curricula aufnehmen
- Friedensbildung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärken
- Mehr Fachleute für Friedensbildung an die Schulen, statt nur Jugendoffiziere der Bundeswehr
Auszug aus der Petition:
- Friedensbildung von der Grundschule bis zur Oberstufe in die Curricula aufnehmen
Friedensbildung ist weitaus mehr als die Vermittlung von Wissen über Fragen von Krieg und Frieden. Sie fördert Kompetenzen für einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten, zwischen Menschen und in der Gesellschaft. Sie stärkt friedensfördernde Haltungen und Friedenshandeln im eigenen Umfeld. Das sind Kompetenzen, die wir angesichts eskalierender Konflikte weltweit und zunehmender Polarisierung auch in unserer Gesellschaft dringend brauchen.
Friedensbildung sollte deshalb bereits in der Grundschule beginnen und in Unter-, Mittel- und Oberstufe in allen Schulformen in die Curricula aufgenommen werden. - Friedensbildung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärken
Die Konflikte in unserer Gesellschaft und in der Welt spiegeln sich in der Schule wider. Lehrkräfte sind damit konfrontiert und müssen darauf eingehen. Friedensbildung sollte daher bereits im Lehramtsstudium, im Referendariat und in der Lehrkräftefortbildung stärker integriert werden. Dafür braucht es Lehrstühle für Friedensbildung an Hochschulen und Universitäten und Fachstellen für Friedensbildung in allen Bundesländern, die Schulen und Lehrkräfte mit Fortbildungen und Materialien unterstützen sowie schulische und außerschulische Akteure vernetzen. - Mehr Fachleute für Friedensbildung an die Schulen, statt nur Jugendoffiziere der Bundeswehr
Aktuell dominiert die Bundeswehr über ihre Jugendoffiziere als außerschulischer Akteur beim Thema Krieg und Frieden, und das, obwohl einzelne Bundesländer Beschlüsse für ausgewogene Repräsentanz unterschiedlicher Expertisen getroffen haben. Die Bildungspolitik muss Strukturen wie die Servicestellen für Friedensbildung stärken und Förderprogramme entsprechend ausstatten, damit mehr Fachleute für Friedensbildung in die Schulen kommen können.
Warum das wichtig ist!
Bildungspolitik ist in Deutschland Ländersache. Gemeinsame Beschlüsse der Bildungsminister*innen haben eine hohe Verbindlichkeit und Relevanz für die Lehrpläne und Lehrkräfteausbildung in allen Bundesländern. Deshalb richten wir unsere Petition an die Bildungsministerkonferenz: Sie soll einen Beschluss zur Friedensbildung fassen und einen entsprechenden Orientierungsrahmen entwickeln.Sie hat in der Vergangenheit bereits vergleichbare Empfehlungen zu Themen wie Demokratiebildung oder Bildung für nachhaltige Entwicklung beschlossen. Doch bislang gibt es keine entsprechenden Beschlüsse oder Orientierungsrahmen für die Friedensbildung.Angesichts der wachsenden Relevanz friedens- und sicherheitspolitischer Themen für die Lebenswirklichkeit und die Zukunft junger Menschen sollte die Friedensbildung in allen Bundesländern gestärkt werden.
Weitere Informationen
Link zur Petition Frieden in den Lehrplan! – Online-Petition

