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Projekt 3 – Stressreduktion, Achtsamkeit und (kulturelle) Responsivität in den Lebensaktivitäten

Inhalt Projekt 3 - In diesem Projekt werden zentrale Lebensaktivitäten in ihren Alltagsbezügen untersucht. Jede Lebensaktivität stellt dabei ein eigenes Subprojekt zu diesem übergeordneten Thema dar: 3a-3d

Es handelt sich um ein Projekt im Rahmen der Third Mission Aktivitäten von Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg zur Weiterentwicklung des Konzepts der achtsamen und responsiven pädagogischen Arbeit mit Kindern und ihren Familien im geteilten Betreuungsfeld auf der Basis professioneller Responsivität.

Die professionelle Responsivität, die eine pädagogische Fachkraft in Kitas gegenüber dem Kind/der Kindergruppe, den Familien und im Team zeigt, wird heute in internationalen Studien als Hauptwirkfaktor in der pädagogischen Arbeit betrachtet (Gutknecht, 2010, 2015a). Gemeint ist damit ein gut abgestimmtes Antwortverhalten in der Interaktion. Anspruchsvoll ist hier insbesondere die Abstimmung auf unterschiedliche Heterogenitätsebenen in der inklusiven pädagogischen Arbeit, wie zum Beispiel auf das Entwicklungsniveau, das Geschlecht, den kulturellen oder subkulturellen Hintergrund, das Milieu, auf die Sprachenvielfalt und die Werteorientierungen von Kindern und Familien (Gutknecht, 2015a). Bei Kindern mit Einschränkungen ist oft ein spezifisches Fachwissen über in typischer Weise veränderte Interaktion erforderlich sowie eine Schulung in Unterstützter Kommunikation, damit kompensatorisch eine gute Abstimmung in der Interaktion gelingen kann.

Im Projekt zu den Lebensaktivitäten soll untersucht werden, was professionelle Responsivität in der pädagogischen Arbeit mit Kindern in den Kontexten wie beispielsweise Essen und Trinken, Schlafen, Ruhen und Entspannen, Ausscheiden, An- und Ausziehen, Spielen bedeutet, ebenso was professionelle Responsivität in der Zusammenarbeit mit Eltern und im Team im Kontext der Lebensaktivitäten heißt. Welche Herausforderungen treten auf, wenn hier zudem unterschiedliche Heterogenitätsebenen berücksichtigt werden müssen?

Die Art und Weise, wie sich Kinder in Kita, der Kindertagespflege und Familie die Welt über so genannte „kulturelle Scripts“ aneignen, erfordert von pädagogischen – in multidisziplinären Teams auch von den therapeutischen Fachkräften – zunächst eine „skript-sensible Arbeit“, denn über Skripts wird die Alltagserfahrung des Kindes organisiert, ähnlich wie in einem Drehbuch für einen Film. Skripts sind bedeutsam für das Weltverstehen, für die Vorhersehbarkeit von Ereignissen und haben eine wichtige Entlastungsfunktion, da sich aus ihnen angemessenes Verhalten für viele andere neue und unterschiedliche Situationen ableiten lässt (Gutknecht, 2010, Nelson, 2009, Flechsig, 1996).

In diesem Projekt werden zentrale Lebensaktivitäten in ihren Alltagsbezügen untersucht. Wie kann achtsam, responsiv und stressreduziert gearbeitet werden? Jede Lebensaktivität stellt dabei ein eigenes Subprojekt zu diesem übergeordneten Thema dar:

  • Projekt 3a: Lebensaktivitäten Schlafen, Ruhen und Entspannen – (Kulturelle) Responsivität bezogen auf die Gestaltung der Schlafsituation
  • Projekt 3b: Lebensaktivitäten Essen & Trinken – (Kulturelle) Responsivität bezogen auf die Mahlzeitengestaltung
  • Projekt 3c: Lebensaktivität Ausscheiden – (Kulturelle) Responsivität bezogen auf die Begleitung von Kindern auf ihrem Weg zur Ausscheidungsautonomie
  • Projekt 3d: Übergriffe, Zwang und Gewalt in den Lebensaktivitäten

Erkenntnis-Zugänge erfolgen in diesem Third Mission Projekt sowohl über theoretische als auch ästhetische Zugänge und Diskurse, um neuen Eindrücken und Ausdrücken stimulierend Raum zu verschaffen und sich bei der Betrachtung des Alltags auf andere Pfade zu begeben. Untersuchungen orientieren sich am qualitativen Methodenspektrum: Phänomenologie, Ethnographie, Stimulated Recall, Gruppendiskussion, Experteninterviews, Videoanalyse, Dichte Beschreibung, Teilnehmende Beobachtung. Es handelt sich um ein Third Mission Projekt, in dem sich fachöffentliche Arbeitsgruppenphasen und Phasen im Hochschulkontext abwechseln, überschneiden, beeinflussen.

Projekt 3a: Lebensaktivitäten Schlafen, Ruhen und Entspannen – (Kulturelle) Responsivität bezogen auf die Gestaltung der Schlafsituation in der Kita

  • Projektleitung
    Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg
  • Projektmitarbeit
    Maren Kramer, MA Kindheitspädagogin, Krippenleitung Stadtzwerge Heilbronn, Fort- und Weiterbildungsreferentin, Lehrbeauftragte an der EH Freiburg.
  • Projektstart 2012
    Auf mehrjährige Dauer angelegtes Projekt. Alternierender Wechsel zwischen der Arbeit am Thema in interdisziplinären QuiKK Netzwerk Arbeitsgruppen, wissenschaftlicher Arbeit im Hochschulkontext oder im Kontext wissenschaftlicher Kooperationen.
  • Status
    Aktuell hochschulseitige Auseinandersetzung zum Themenkomplex explizit der Lebensaktivitäten Ruhen und Entspannen in Verbindung mit Projekt 7: Achtsamkeit in der Frühpädagogik. (Moderation Anina Dürmüller Frei, Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht)
    Lassen Sie sich bei Interesse bitte bei Angabe der beruflichen Kontaktdaten in den Verteiler aufnehmen: quikk@eh-freiburg.de

Inhalt

Es handelt sich um ein Projekt im Rahmen der Third Mission Aktivitäten von Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht zur Weiterentwicklung des Konzepts der achtsamen und responsiven pädagogischen Arbeit mit Kindern und ihren Familien im geteilten Betreuungsfeld auf der Basis professioneller Responsivität.

Der Fokus lag in den ersten Jahren auf der Auseinandersetzung mit der Gestaltung des Mittagsschlafs in der inklusiven Kita und Kindertagespflege, der Auseinandersetzung mit der pädiatrischen Schlafforschung und Schlafmedizin sowie auf den Aspekten kultureller Responsivität in der Begleitung von Schlafsituationen. Es konnten die Begleitung der großen Mikrotransitionsbewegungen (in den Schlaf hinein, während des Schlafs, aus dem Schlaf hinaus), der Einsatz von personenbezogenen und selbstgesteuerten Regulationsstrategien, der Zusammenhang von Organisation und Beziehung bei der responsiven Schlafbegleitung genauer untersucht werden.

Die Arbeitsgruppen waren:

  • Den kindlichen Schlaf als Beziehungs- und Interaktionsthematik verstehen (Moderation Maren Kramer, MA Kindheitspädagogin, Krippenleitung & Daniel Ferch, Geschäftsführer Freiburger Sozialarbeit)
  • (Kulturelle) Vielfalt bezogen auf die Gestaltung der Schlafsituation (Moderation Julia Storz, MA Kindheitspädagogin, Karin Ehinger, Fachberaterin Stadt Freiburg & Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg)

Die achtsame und responsive Begleitung von Kindern in der Lebensaktivität Ruhen ist Schwerpunktthema seit 2018 bis heute.

  • Ruhen und Entspannen als Lebensaktivitäten achtsam und responsiv begleiten (Moderation Alena Morlock, BA Kindheitspädagogin, Ellen Biesenbach, Geschäftsführung der Familienservice GmbH der Universität Freiburg, Anina Dürmüller Frei, BA Kindheitspädagogin, Leitung Waldkita, Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg)

In den nächsten zwei Jahren (2020-2022) werden die Themen Ruhen und Entspannen schwerpunktmäßig in der QuiKK Netzwerk AG 7 Achtsamkeit in der Frühpädagogik behandelt (Anina Dürmüller Frei & Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht). Dabei wird insbesondere auf denjenigen westlichen Achtsamkeitsweg fokussiert, der die Ansätze der Körperkultur- und Lebensreformbewegung des vergangenen Jahrhunderts beinhaltet, die als Ausgangspunkt der heutigen Körpertherapien, der heutigen Körper/Leibpädagogik gelten (z.B. Atem-Stimme-Bewegung nach Schlaffhorst-Andersen, Sensory Awareness nach Selvers, Jacoby-Gindler Arbeit, Psychotonik nach Glaser etc.).

Bachelor- und Masterthesen

  • Kramer, Maren (2013). Schlafen in der Kinderkrippe. Videogestützte Untersuchung ko-regulativer Strategien zur Schlafbegleitung von Fachkräften in Kinderkrippen in der Mikrotransition „In den Schlaf hinein“. Masterthesis an der EH Freiburg.
  • Kramer, Maren (2011). Schlafen in der Kinderkrippe: Pädagogische Herausforderungen um eine Alltagssituation“. BA Thesis EH Freiburg
  • Morlock, Alena (2019). Ruhephasen im Krippenalltag. Professionelle Begleitung von Kindern während dieser Lebensaktivität. Bachelorthesis an der EH Freiburg.

Publikationen

  • Dürmüller Frei, Anina (2020). Ab nach draußen, Schlafenszeit!“ In: Kleinstkinder 1/2020, S. 20-21.
  • Kramer, Maren & Gutknecht, Dorothee (2018). Schlafen in der Kinderkrippe. Achtsame und konkrete Gestaltungsmöglichkeiten (2. überarbeitete Aufl.). Band II der Reihe Entwicklungs- und Bildungsort Krippe. Freiburg: Herder.
  • Kramer, Maren & Gutknecht, Dorothee (2017). Wenn der Schlaf von Kindern auffällig erscheint. In: TPS Ruhen und Schlafen, 2/2017, S. 38-39.
  • Kramer, Maren & Gutknecht, Dorothee (2017). Die Lebensaktivität Schlafen. Über Mikrotransitionen und Regulationshilfen in der Kita. TPS Schlafen und Ruhen, 2/2017, S. 16-19.
  • Kramer, Maren (2015). Schlafen in der Kinderkrippe – Pädagogische Herausforderungen einer Alltagssituation. Verfügbar unter: http://www.kita-fachtexte.de/uploads/media/KiTaFT_Kramer_SchlafeninderKrippe_2015-1.pdf (Zugriff am 15.08.2016).
  • Gutknecht, Dorothee (2020). Die Bedeutung von Schlafen, Ruhen und Entspannung in der Krippe. In: KrippenKinder, 5/2020, S. 10-14.

Kooperation

Kooperation mit der AG Pädiatrie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin

Es besteht seit 2016 eine Kooperation des Netzwerks QuiKK mit der AG Pädiatrie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. Auf der Website der AG sind viele Informationen zum Kinderschlaf zu erhalten.

https://www.dgsm.de/dgsm_arbeitsgruppen_paediatrie.php

Für die Kindheitspädagogik von besonderer Relevanz sind die Empfehlungen zum Mittagsschlaf in der Kita und die Empfehlungen zur Prävention des Plötzlichen Säuglingstodes (SIDS)

AG Sprecherinnen

  • Dr.in Barbara Schneider, Oberärztin
    Kinderkrankenhaus St. Marien GmbH,
    Grillparzerstr. 9,
    84036 Landshut
    Tel.: 0871-8520,
    E-Mail: Barbara.Schneider@st-marien-la.de
  • Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Angelika Schlarb
    Universität Bielefeld, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft,
    Abteilung für Psychologie
    Postfach 10 01 31,
    33501 Bielefeld,
    Telefon: 0521-106-4320,
    E-Mail: angelika.schlarb@uni-bielefeld.de

Moderation

(in unterschiedlichen Besetzungen (2012-bis heute)

  • Christa Zink, Leitung Amt für Kindertageseinrichtungen Freiburg;
  • Maren Kramer, MA Kindheitspädagogin;
  • Alena Morlock, BA Kindheitspädagogin;
  • Anina Dürmüller Frei, BA Kindheitspädagogin;
  • Julia Storz, MA Kindheitspädagogin;
  • Ellen Biesenbach, Leiterin des Familienservice und Geschäftsführung der Familienservice gGmbH der Universität FR;
  • Karin Ehinger, Fachberaterin Stadt Freiburg;
  • Daniel Ferch, Geschäftsführer Freiburger Sozialarbeit;
  • Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg.

Projekt 3b: Lebensaktivitäten Essen & Trinken – (Kulturelle) Responsivität bezogen auf die Mahlzeitengestaltung

  • Projektleitung
    Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg
  • Projektstart 2016
    Auf mehrjährige Dauer angelegtes Projekt. Alterniernder Wechsel zwischen der Arbeit am Thema in interdisziplinären QuiKK Netzwerk Arbeitsgruppen, wissenschaftlicher Arbeit im Hochschulkontext oder im Kontext wissenschaftlicher Kooperationen.
  • Status
    Aktuell hochschulseitige Auseinandersetzung zum Themenkomplex „Kulturell responsive Begleitung des Probierens“ in Verbindung mit dem QuiKK Netzwerk Projekt 4: Haptik und Stressreduktion.
    Das nächste Treffen der Haptik AG findet am 13. November 2020 zum Thema „PädArT – Pädagogische Arbeit am Ton“ nach Ilse Hermann (ehemals Strotkötter) statt.
    Am 24. Februar 2021 auf der QuiKK Netzwerk-Jahrestagung trifft sich die Haptik AG auch mit einem Thema im Kontext der Lebensaktivität Essen und Trinken.
    Infos und Einladung über den QuiKK Netzwerkverteiler. Lassen Sie sich bei Interesse unter Angabe der beruflichen Kontaktdaten in den Verteiler aufnehmen: quikk@eh-freiburg.de

Inhalt

Es handelt sich um ein Projekt im Rahmen der Third Mission Aktivitäten von Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht zur Weiterentwicklung des Konzepts der achtsamen und responsiven pädagogischen Arbeit mit Kindern und ihren Familien im geteilten Betreuungsfeld auf der Basis professioneller Responsivität.

Die Begleitung von Mahlzeiten in Kita und Kindertagespflege stellt gerade vor dem Hintergrund der Diversität von Kindern und ihren Familien eine große Herausforderung dar. Es begegnen Kinder, die zu viel oder zu wenig essen, die das Essen verweigern oder extrem wählerisch sind, Kinder, die die Nahrung stopfen, bis der Mund ganz voll ist, aber auch Kinder mit Fütter-, Ess- und/oder Gedeihstörungen. Fachkräfte sind im Gruppenkontext zudem gefordert mit Langsam- und Schnell-Essern, mit müden oder hellwachen Kindern bei der Mahlzeit responsiv umzugehen sowie die organisatorische Planung zu gestalten.

Das Kind lernt bei den Mahlzeiten wahrzunehmen: Wann bin ich hungrig und wann bin ich satt? Es begegnet neuen Konsistenzen, Gerüchen, Geschmacksrichtungen. Der Umgang mit Besteck stellt den ersten Werkzeuggebrauch dar. Kontrolle und Autonomie sind wesentliche Konfliktthemen.

Sowohl die Eltern als auch die pädagogischen Fachkräfte in der Kita oder die Kindertagespflegepersonen haben unterschiedliche Vorstellungen über „gutes Essen“, positives Essverhalten und Essregeln. Kinder bei den Mahlzeiten in der Kita  oder der Kindertagespflege in einer die Selbstregulation stärkenden Weise zu begleiten, vollzieht sich immer in einem wechselseitigen Beziehungskontext, den Fütter- oder Essbeziehungen. All diese Aspekte zeigen, wie komplex sich der Bildungsort Mahlzeit in der Kita oder der Kindertagespflege darstellt und wie viele Stressoren damit verbunden sein können.

Die Kinder kommen aus unterschiedlichsten Familienkulturen und lernen das Ess- und Mahlzeiten-Skript in der Kita oder der Kindertagespflege erst kennen. „Probieren“ ist vielfach im Team ein Thema mit hohem Konfliktpotenzial. Die „Didaktik“ des Probierens“ stellt somit ein zentrales Fachthema für pädagogische Fachkräfte dar. Im Projekt steht in diesem Kontext die haptische Erfahrung beim Essen im Fokus, daher wird dieser Aspekt aktuell in der AG 4 Haptik und Stressreduktion bearbeitet.

Bachelor- und Masterthesen

  • Ludin, Amelie (2017). Vom Esstisch in den Waschraum – eine zentrale Mikrotransition im Alltag der Kinderkrippe responsiv gestalten. Bachelorthesis EH Freiburg.
  • Mundle, Dorothée (2015). Das Essverhalten von Kleinstkindern von null bis drei Jahren in der institutionellen Kleinkindbetreuung. Handlungsleitende Orientierung im Umgang mit unterschiedlichem kindlichen Essverhalten. Bachelorthesis an der EH Freiburg.
  • Proschke, Selina (2018). Die alltägliche Waschraum-Situation in der Krippe Interaktionserfordernisse und Gestaltung der Mikrotransition „vom Händewaschen zum Essen“ Eine videogestützte Analyse. Bachelorthesis EH Freiburg.

Publikationen

  • Gutknecht, Dorothee (in Vorb. 2021). Mikrotransitionen im Kontext von Mahlzeiten, Essen und Trinken. In: Kleinstkinder in Kita und Tagespflege, Themenheft: Mikrotransitionen. Übergänge im Kita-Alltag.
  • Gutknecht, Dorothee (2019). Herausforderungen bei den Mahlzeiten. In: Kleinstkinder in Kita und Tagespflege, Themenheft: Schwierige Situationen im pädagogischen Alltag. S. 34-39.
  • Gutknecht, Dorothee & Höhn, Kariane (2017). Essen in der Kinderkrippe. Achtsame und konkrete Gestaltungsmöglichkeiten. Band III der Reihe Entwicklungs- und Bildungsort Kinderkrippe. Freiburg: Herder.
  • Gutknecht, Dorothee (2012). Pflegeinteraktionen in Bildungsprozessen mit Kindern unter drei Jahren. In: Jugendhilfe-Report (2012) 2, S. 8-10. Verfügbar unter: http://www.lvr.de/media/wwwlvrde/jugend/service/publikationen/dokumente_97/JHR_02_2012.pdf#page=7 (Zugriff am 10.01.2020)

Interview, Presse, wissenschaftliche Kommentierung von Filmsequenzen, Podcast & Co

Moderation und Referentinnen

Moderation

  • Kariane Höhn, Fortbildungsreferentin, Kommunalberaterin
  • Doro Mundle, MA Kindheitspädagogin
  • Heidrun Jansen Czaja, bis 2019 Abteilungsleitung ev. Kitas in Freiburg
  • Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg

 

Referentinnen

  • Kariane Höhn, Fortbildungsreferentin, Kommunalberaterin
  • Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, Dipl. Pädagogin, Mund- und Esstherapeutin, Logopädin, Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin.

Projekt 3c: Lebensaktivität Ausscheiden – (Kulturelle) Responsivität bezogen auf die Begleitung von Kindern auf ihrem Weg zur Ausscheidungsautonomie

  • Projektleitung und Co-Leitung
    Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg (2015 bis heute), Dr.in rer. nat. habil.
    Gabriele Haug Schnabel, Ethnologin, Verhaltensbiologin, Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen, Kandern (2017-2019)
  • Projektmitarbeit
    Anina Dürmüller Frei, BA Kindheitspädagogin, Grundschullehrerin, Leitung Waldkita, Fortbildungsreferentin, Lehrbeauftragte an der EH Freiburg
  • Projektstart 2017
    Auf mehrjährige Dauer angelegtes Projekt. Alternierender Wechsel zwischen der Arbeit am Thema in interdisziplinären QuiKK Netzwerk Arbeitsgruppen, wissenschaftlicher Arbeit im Hochschulkontext oder im Kontext wissenschaftlicher Kooperation.
  • Status
    Bearbeitung der Thematik derzeit im Hochschulkontext.

Inhalt

Die Begleitung von Kindern auf ihrem Weg zur Ausscheidungsautonomie ist erst im vergangenen Jahrzehnt klarer in den Professionsfokus der Kindheitspädagogik gerückt. Der Ausbau an Einrichtungen und an Angeboten der Kindertagespflege für Kinder bis drei Jahre, die Ganztagsbetreuung von Kindern unter 6 Jahren aber auch der Anspruch Inklusion, hat zu einer veränderten Wahrnehmung der Thematik geführt. Noch bis in die 2000er Jahre hinein konnten Einrichtungen die Aufnahme von Kindern mit dem Argument ablehnen, die Kinder seien noch nicht „sauber“. Auch heute noch gibt es entsprechende Berichte aus der Fachpraxis, dass immer noch so vorgegangen wird. Als auffällig gilt ein Kind allerdings erst dann, wenn es 5 Jahre alt ist und diesen Entwicklungsschritt noch nicht gemeistert hat. Für die Arbeit in der Kita oder der Kindertagespflege bedeutet dies, dass die Begleitung der Kinder in diesem Entwicklungsbereich als wichtige pädagogische Aufgabe im geteilten Betreuungsfeld  anzusehen ist. Dies gilt nicht nur für Kinder bis drei Jahre, sondern gerade auch für die drei bis fünfjährigen Kinder oder für Kinder mit Einschränkungen, die mit einer verlangsamten Entwicklung in diesem Bereich verbunden sind. Im Projekt wurden zentrale Qualitätsmerkmale in der pädagogischen Begleitung betrachtet, die ausführlich in der 2019 im Herder Verlag erschienenen Monografie von Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht und Dr.in rer. nat. habil Gabriele Haug Schnabel dargelegt worden sind: Windel adé! Kinder in Krippe und Kita achtsam begleiten. Hier einige der zentralen Themen aus dem aus dem Buch, das die Begleitung des Kindes auf seinem Weg zur Ausscheidungsautonomie in den Fokus stellt:

  • Achtsames und responsives Handling
  • Gelingende Wickelinteraktion in der Kita
  • Gelingende Toiletteninteraktion in der Kita
  • Das Wickel-Skript respektive Toilettenskript entwickeln
  • Kulturelle Responsivität im Kontext der Begleitung des Kindes auf dem Weg zur Ausscheidungsautonomie
  • Begleitung von Kindern mit Entwicklungsstörungen/Behinderungen
  • Gestaltung der Mikrotransitionen im Kontext von Wickel- und Toilettensituationen
  • Spezifische Verhaltensweisen von Kindern wie Toilettenphobie, Spieleifernässen, Zielpinkeln, Angst vor dem Waschraum etc.
  • Scham, Beschämungsrisiken – auch in der Zusammenarbeit mit Eltern

Zwei interdisziplinär zusammengesetzte Arbeitsgruppen befassten sich hier mit folgenden Fragestellungen.

  • Windel adé – responsiv auf vielfältigen Wegen: Wie kleine Kinder die Lebensaktivität „ausscheiden“ in Krippe und Tagespflege kompetent meistern lernen. (Moderation: Dr.in rer. nat. habil Gabriele Haug Schnabel, FVM Kandern & Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg
  • Stress im Kontext der Entwicklung der Ausscheidungsautonomie (Moderation: Dr.in rer. nat. habil Gabriele Haug Schnabel, FVM Kandern & Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg)

Aktuell werden im Projekt die folgenden Themen bearbeitet:

  • Den Weg zur Ausscheidungsautonomie in unterschiedlichen pädagogischen Settings begleiten (zum Beispiel Waldkita)
  • Professioneller Umgang mit Ekelgefühlen in Pflegesituationen in der Kita
  • Responsive Begleitung von Kindern mit Beeinträchtigungen auf ihrem Weg zur Ausscheidungsautonomie (Umgang mit Schmerz, Wahrnehmungsförderung)

Bachelor- und Masterthesen

  • Berblinger, Stefanie (2019). Toiletteninteraktion in der Kita – Kinder auf dem Weg zur Toilette responsiv begleiten. Bachelorthesis an der EH Freiburg.
  • Dürmüller Frei, Anina (2017). Begleitung von Kindern auf dem Weg zur Ausscheidungsautonomie in Situationen unterwegs und draußen. Bachelorthesis an der EH Freiburg.
  • Hatzenbühler, Sebastian (2020). Kinder auf ihrem Weg zur Ausscheidungsautonomie professionell begleiten. Besondere Herausforderungen im Offenen Konzept. Bachelorthesis an der EH Freiburg.

Publikationen

  • Dürmüller Frei, Anina (2019). Draußen auf dem Weg zur Ausscheidungsautonomie: Ohne Windel unterwegs. In Kleinstkinder: 4/2019, S. 18-19.
  • Gutknecht, Dorothee & Haug-Schnabel, Gabriele (2019). Windel adé. Kinder in Krippe und Kita achtsam begleiten. Freiburg: Herder.
  • Gutknecht, Dorothee (2020, im Druck). Herausforderung Ekel in der Kita. Kindergarten Heute. 11/12 2020. S. 10 – 13
  • Gutknecht, Dorothee (2020). 5 Strategien, um besser mit Ekelgefühlen umgehen zu können. Eine Arbeitshilfe fürs Team. Kindergarten Heute. 11/12 2020. S. 14-15,

Moderation

  • Anina Dürmüller Frei, BA Kindheitspädagogin;
  • Sebastian Hatzenbühler, BA Kindheitspädagoge, Erzieher;
  • Karin Ehinger, Fachberaterin Stadt Freiburg;
  • Dr.in rer. nat. habil. Gabriele Haug Schnabel, Ethnologin, Verhaltensbiologin, Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen, Kandern,;
  • Heidrun Jansen Czaja, bis 2019 Abteilungsleitung ev. Kitas in FR;
  • Jenny Kopf, MA Kindheitspädagogin;
  • Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg.

Projekt 3d:  Übergriffe, Zwang und Gewalt in den Lebensaktivitäten

  • Projektleitung
    Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht
  • Projektstart 2018
    Auf mehrjährige Dauer angelegtes Projekt. Alternierender Wechsel zwischen der Arbeit am Thema in interdisziplinären QuiKK Netzwerk Arbeitsgruppen, wissenschaftlicher Arbeit im Hochschulkontext oder im Kontext wissenschaftlicher Kooperationen.
  • Status
    Bearbeitung im Hochschulkontext: Lehrforschungsprojekte, Buchprojekt (Gutknecht)
    Fachöffentliche Arbeitsgruppe in Planung

Inhalt

Es handelt sich um ein Projekt im Rahmen der Third Mission Aktivitäten von Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht zur Weiterentwicklung des Konzepts der achtsamen und responsiven pädagogischen Arbeit mit Kindern und ihren Familien im geteilten Betreuungsfeld auf der Basis professioneller Responsivität.

In diesem Projekt wird das Spannungsverhältnis von non-responsiven und responsiven Verhaltensweisen bei der Begleitung von Kindern in den Lebensaktivitäten thematisiert. Studien zur Interaktionsrealität in Krippe, KiTa und Kindertagespflege zeigen, dass sich Fachpersonen vielfach nicht in der nötigen Qualität und Frequenz den ihnen anvertrauten Kindern zuwenden. Gründe für diesen Mangel an positiver Beantwortung – also an professioneller Responsivität (Gutknecht, 2010) – werden vielfach in einem Konglomerat unterschiedlicher Ursachen gesehen wie ungenügende Ausbildung, ideologische Positionen, schlechte Bezahlung, hohe Fluktuation in den Einrichtungen (Gutknecht, 2015). Insbesondere kann eine unzureichende Erzieher-Kind-Relation das Empfinden von Erschöpfung befördern und so den sogenannten „empathischen Stress“ (Singer & Bolz, 2013) bei den Fachkräften auslösen.

Die Begleitung junger Kinder in den Lebensaktivitäten wie essen und trinken, ausscheiden, schlafen und ruhen, an- und ausziehen fällt häufig im Sinne eines funktionsorientierten Handlungstyps aus, durch den eine tiefe soziale Kälte transportiert wird (Gutknecht, 2010, zum Begriff der sozialen Kälte in den Pflegewissenschaften siehe auch Kersting, 1999). Soziale Kälte ist mit non-responsiven Verhaltensweisen verbunden und zeigt sich nicht selten in grenzwertigen und übergriffigen Verhaltensweisen: Bewegungseinschränkungen bis hin zum Fixieren von Kindern, Zwang, angefangen vom Probierzwang bis hin zum Essen eintrichtern oder dem Zwang Erbrochenes zu essen (Gutknecht, 2010, 2015, 2018, 2019). Insbesondere Kinder, die erst spät ihre Ausscheidungsautonomie erreichen, haben ein deutlich höheres Risiko verbale Attacken, grobe und harsche Berührungen bis hin zu Misshandlungen zu erleben (Yoo, 2012). Responsives Handeln wird zwar gefordert, aber unter den gegebenen Rahmenbedingungen nur selten angetroffen. Aufgrund der Alltäglichkeit sozialer Kälte, die sich in Sprache, Bewegung und Berührung ausdrückt, scheint es oft schwierig, effektive Gegenstrategien zu entwickeln. Im Projekt werden Risiken für Grenzverletzungen und Übergriffe im Kontext von Alltagsroutinen und Möglichkeiten der Bewältigung in den Fokus gestellt.