Feldtypiken in der Beratung einer Intensive Care Unit
Feldtypiken einer interdisziplinären Intensivstation (Intensive Care Unit; ICU) eines Klinikums der Schwerpunktversorgung eines kommunalen Trägers herauszuarbeiten und für Beratungshandeln auf diese Weise nutzbar zu machen, ist Ziel dieses Beitrags. Dafür wird das Feld-Konzept von Pierre Bourdieu und damit eine soziale Machttheorie genutzt, weil es dienlich scheint, die in der ICU stattfindenden Aushandlungsprozesse und Konflikte vor dem Hintergrund ungleicher Einflussmöglichkeiten zu untersuchen. Dies erscheint vor allem deshalb lohnend, weil systemtheoretische Konzepte als Wege der Konfliktlösung in der Regel die weitere Ausdifferenzierung und Trennung von Teilsystemen beschreiben. Eine solche Ausdifferenzierung ist jedoch in der ICU kaum möglich, weil die notwendige Versorgungsleistung nur in situ und in multiprofessioneller Koproduktion erbracht werden kann. So entsteht in Bourdieu’scher Lesart ein Feld.
Intensive Care Unit: (Semi-)Profession im Dilemma zwischen Professionslogiken und Funktionalisierungserwartungen des Managements
Aus qualitativen Interviews mit Pflegekräften einer interdisziplinären Intensive Care Unit wird die These entwickelt, dass (Semi-)Professionen in eine qualitative Krise geraten. Diese Krise der Profession mit Berufsethos und Handlungslogiken ist nicht anschlussfähig an ein quantifiziertes Krisenverständnis, das den dominanten Handlungslogiken im Feld entspricht. Die Dominanz quantitativer Verfahren des Messens (Kommensurabilität) delegitimiert zugleich die qualitative Krise der Profession, was deren Krise verschärft. Dieses Krisenverständnis bietet unter anderem Erklärungsmuster für hohe Personalfluktuationen im Feld und verweist auf Integrations- und Übersetzungsproblematiken.
Arbeit - Macht - Würde
Ein Tagungsbericht zur SAMF Jahrestagung vom 05. bis 06. Juni in Berlin
Unter diesem Tagungstitel hatte die SAMF zu ihrer Jahrestagung am 5. und 6. Juni in die Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin eingeladen. SAMF ist die Deutsche Vereinigung für sozialwissenschaftlichen Arbeitsmarktforschung, die in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Deutschen Institut für interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DI-FIS), der Universität Bamberg sowie dem Wirtschafts-und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) die Tagung ausrichtete.
Deren Anliegen war es, Ursachen und Folgen von Machtasymmetrien, Würdeverletzungen und deren Auswirkungen auf soziale Teilhabe an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik, Gewerkschaft und Interessierten zu diskutieren.
Casework im europäischen Demokratisierungsprozess der 1950er Jahre
Wie die Vereinten Nationen mit dem Special European Social Welfare Program zur Demokratisierung in Europa beitrugen
Weite Teile Europas lagen nach den Gräueln des Zweiten Weltkriegs in Schutt und Asche. Dies galt nicht nur für die Infrastruktur, sondern umfasste auch Kultur, Moral und Werte, nicht nur in Deutschland. Schon 1949 begannen die Vereinten Nationen mit dem Special European Social Welfare Program, die Modernisierung und Professionalisierung der Sozialen Arbeit zu unterstützen. Dies geschah auch vor dem Hintergrund, das westliche Europa zu einen und als Bollwerk gegen den Kommunismus zu stärken. Der Beitrag zeichnet diese Entwicklungen nach.
Die Entwicklung anthropomorpher Large Language Models im Coaching als Gegenstand der digitalen Plattformökonomie am Beispiel von AIMY®
Der Beitrag untersucht die Entwicklung eines anthropomorphen Chatbots aus professionstheoretischer sowie machtkritischer Perspektive. Ausgehend von ökonomischen Logiken der digitalen Plattformökonomie wird versucht, auf die zugrunde gelegten theoretischen Konzepte rückzuschließen. In einem Fallbeispiel werden dann zunächst automatisierte Prozesse in Coachingprozessen, anschließend ein konkreter Chatbot anhand öffentlich verfügbar Quellen dargestellt. Im Ergebnis zeigen sich sowohl unterschiedliche, unreflektierte Bias als auch deutliche Verschiebungen in professionalisierten Dienstleistungen und Machtverhältnissen.
Der Beitrag der katholischen Akademie für Jugendfragen in Münster durch entstehende Supervisionsweiterbildungen zur Professionsbildung im Vorfeld der Fachhochschulgründungen (1960–1970)
Walpuski, Volker Jörn, In: Dieter Röh, Barbara Dünkel und Friederike Schaak (Hg.): Hochschulentwicklung und Akademisierung in der Sozialen Arbeit 1960–1980. Tagung der AG Historische Sozialpädagogik/Soziale Arbeit. HAW Hamburg, 18.–20.5.2022. Weinheim, Basel: Beltz Juventa, S. 55–65.