Von 2015 bis 2021 hat Merrit Diederichs an der Evangelischen Hochschule Freiburg den Bachelor Religionspädagogik / Gemeindediakonie (seit 2025: Religion und Soziales) und anschließend den Master Religionspädagogik absolviert. Ab 2019 übernahm sie die Konfirmand*innenarbeit in Müllheim (25 Prozent). Nach dem Masterabschluss trat sie 2021 dort die Diakon*innenstelle mit 100 Prozent Deputat an. Zu ihren Tätigkeiten gehörten: Gestaltung der Konfirmand*innen- und Jugendarbeit, der Jugendfreizeiten sowie 10 Stunden Religionsunterricht an verschiedenen Schulen. Besonders der Unterricht an einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) gefiel ihr sehr, sodass sie 2022 eine neue Stelle am BBZ Stegen annahm. Seither unterrichtet sie dort zu 75 Prozent Religionsunterricht und zwar für gehörlose und schwerhörige Schüler*innen aller Schularten. Zu 25 Prozent ist sie in der Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorge Südbaden tätig, zu ihren Aufgaben gehören Gottesdienste durchführen, die Dolmetschkoordination und klassische Gemeindearbeit. Seitdem lernt sie hochmotiviert und mit Begeisterung die Deutsche Gebärdensprache (DGS).
Unsere Fragen an Merrit Diederichs:
1. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Montags habe ich meinen Homeofficetag, wo ich vor allem die Dinge für die Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorge bearbeite, vorbereite und Telefonate führe. Oder ich bereite Religionsunterricht vor. Dienstag bis Freitag erteile ich Religionsunterricht am BBZ Stegen. Vor dem Unterrichtsbeginn, danach oder in den Pausen bereite ich meinen Unterricht soweit vor, dass ich am Wochenende nur noch Kleinigkeiten erledigen muss. Einmal im Monat gestalte ich am Samstag in Freiburg und am Sonntag in Lörrach Gottesdienst mit den gehörlosen- und schwerhörigen Personen. Dies sind auch immer Treffen für seelsorgliche Anliegen.
2. Was haben Sie aus Ihrem Studium mitgenommen, das Ihnen bei Ihrer Arbeit nützlich ist?
Ich habe vor allem aus meinem Studium die praxisrelevanten Inhalte, wie zur Schulpädagogik, der Seelsorge oder den teambildenden Maßnahmen mitgenommen. Vor allem für die Schule haben mir die praxisnahen Übungen zum lebhaften Erzählen, Schauspielern und Unterrichten etwas gebracht, das ich bis heute anwenden kann.

3. Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit besonders Freude und warum?
Auf der einen Seite bin ich Lehrerin, auf der anderen Seite bin ich Seelsorgerin. Diese zwei Aufgabenbereiche bzw. Kompetenzen führen dazu, dass ich als Religionslehrerin auch an der ein oder anderen Stelle im Kontext Schule seelsorgliche Aufgaben mit Schüler*innen und Kolleg*innen wahrnehmen darf. Dies bereichert mich sowohl in meinem Unterricht und in der Beziehungsgestaltung mit den Schüler*innen, als auch darüber hinaus. So werde ich als Religionslehrerin oftmals als Vertrauensperson hinzugenommen, was mich in der Kommunikation auch mal herausfordert, aber mir auch zeigt, dass meine Kompetenzen als Seelsorgerin angenommen werden und stärkend wirken können. Hier verzahnen sich meine beiden Arbeitsbereiche. Und natürlich bereitet mir das Lernen der Deutschen Gebärdensprache große Freude. Es eröffnet mir eine „neue“ Welt, die von wunderschönen Hand- und Körperbewegungen geprägt und Kommunikation mit dem ganzen Körper ermöglicht.
Ihr persönlicher Tipp für Studierende und Studieninteressierte
Mit Blick auf den Einstieg ins Berufsleben möchte ich gerne mitgeben: Lasst euch nicht unterkriegen, wenn euch eure Arbeitsstelle nicht (mehr) gefällt. Seht es als Chance, vielleicht sogar frühzeitig, neue Wege zu gehen. Es warten viele tolle Stellen und damit verbunden noch wertvollere Menschen auf euch als Diakon*innen. Geht in Diskussionen, stellt euch den Herausforderungen des beruflichen Alltags und grenzt euch persönlich auch von der Flut der Aufgaben ab. „Nein-Sagen“ muss gelernt werden, aber hilft eine ausgewogene Work-Life-Balance im Beruf als Diakon*in zu bewahren. Eine neue Herausforderung anzunehmen ist manchmal schwer, aber eröffnet neue Möglichkeiten und Perspektiven. Nutzt diese!
Mehr Information zu unseren Studiengängen
- Bachelor Religion und Soziales (früher Religionspädagogik / Gemeindediakonie)
- Master Religionspädagogik

