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Projekt 5 – Achtsames und responsives Handling – Raum, Gesundheit und Stressreduktion

  • Projektleitung
    Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg
  • Projektstart 2012
    Bis 2017 alternierender Wechsel zwischen der Arbeit am Thema in interdisziplinären QuiKK Netzwerk Arbeitsgruppen und wissenschaftlicher Arbeit im Hochschulkontext oder im Kontext wissenschaftlicher Kooperationen.

Seit 2018 (bis 2021) wird das Projekt mit 5 Freiburger Kitas in Trägerschaft der evangelischen Kirche Freiburg durchgeführt

  • Ansprechpartnerin
    Anja Schönthaler, Fachbereichsleitung ev. Kitas in Freiburg (seit 2020)
  • Projekt-Kitas Handling
    1. Matthäuskindergarten
    2. Kita Weltenbummler
    3. Kindergarten Tiengen
    4. Zachäuskindergarten
    5. Oberlinkindergarten
  • Projektmitarbeit seit 2018
    1. Kira Daldrop, MA Kindheitspädagogin, Fort- und Weiterbildungsreferentin, Frühförderin in Bitterfeld, Trageberaterin, Lehrbeauftragte an der EH Freiburg
    2. Sabine Stehmeier, MA Pediatric Palliative Care (in Vorb.), BA Kindheitspädagogin & Kinderphysiotherapeutin, Lehrbeauftragte an der EH Freiburg.

Inhalt

Im Projekt Achtsames und responsives Handling – Raum, Gesundheit & Stressreduktion stehen sechs Themenschwerpunkte im Fokus:

Es handelt sich um ein Projekt im Rahmen der Third Mission Aktivitäten von Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht zur Weiterentwicklung des Konzepts der achtsamen und responsiven pädagogischen Arbeit mit Kindern und ihrem Familien im geteilten Betreuungsfeld auf der Basis professioneller Responsivität.

  1. Die Gesundheitsentwicklung der pädagogischen Fachkraft in einem emotional verbrauchenden Beruf. Es erfolgt eine Fokussierung auf emotionale und körperliche Belastungen. Aufgrund der vielen Assistenzaufgaben, zum Beispiel Assistenz bei den Mahlzeiten, beim Wickeln und Toilettengang, beim Spiel, beim An- und Ausziehen, die in der Arbeit mit Kleinkindern zu leisten sind, haben Fachkräfte ein hohes Risiko für muskolo-skelettale Verletzungen. Diese können zu hohen Krankenständen führen, möglicherweise bis zur Notwendigkeit eines Berufswechsels. Wie können die Alltagsbewegungen bei den Assistenzaufgaben risikoarm gestaltet werden?
  2. Die Gesundheitsentwicklung des Kindes, das sich in einem stetig voranschreitenden sensomotorischen Entwicklungsprozess befindet. An die fortlaufenden Veränderungen muss sich die Fachkraft im Bewegungs- und Berührungsdialog mit dem Kind anpassen. Welche Bewegungen kann das Kind allein vollziehen? Wird ihm Gelegenheit gegeben, diese Bewegungen einzubringen?
  3. Die wechselseitige Interaktion zwischen Fachkraft und Kind. Wie gut wird das Kind beim Skriptaufbau über dialogischen Beziehungsgestaltung unterstützt, um über Partizipation seine Selbstpflegekompetenzen aufzubauen?
  4. Raum, Gesundheit und Wohlbefinden: Die Umgebungsgestaltung sollte ergonomisch und unterstützend sowohl für die Fachkraft als auch das Kind sein. Welche Merkmale muss die Umgebung dafür aufweisen?
  5. Berührung – Bewegung – Emotionen: Zu einer Handling-Schulung gehört die Reflexion der eigenen Berührungsbiografie: das Nachdenken über erlebte positive und negative Berührungserfahrungen. Es bedarf einer gelebten Achtsamkeitspraxis, einer Haltung von Selbstliebe und Mitgefühl (Singer & Bolz 2013). Wann ist Körperkontakt wichtig für die Regulation, wann ist er fragwürdig?
  6. Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Handlingkonzepten wie
    a. Kinästhetik Infant Handling
    b. Handling im Sinne der Pikler Pädagogik
    c. Handling nach Strub (Pikler-Hengstenberg)
    d. Bobath Handling
    e. Nidcap Konzept

Alle Fachkräfte eines Einrichtungsteams benötigen im Sinne einer Gesundheitsförderung und des Gesundheitserhalts eine umfassende Handling-Schulung. Ein weiterer wichtiger Aspekt besteht darin, dass pädagogische Fachkräfte ihren Berührungs- und Bewegungsdialog mit den Kindern in ähnlicher und vergleichbarer Weise führen. Piklers „Choreographie der Pflege“ gilt heute als bestätigt: Kinder können sich bei Schichtwechseln besser auf die einzelnen Fachkräfte einstellen, wenn der Habitus in Bewegung, Gestik und Stimme sowie in der Sprachbegleitung ähnlich ist.

Subthemen im Projekt in der Zeit von 2012 bis 2020

  1. Achtsames und responsives Handling
  2. Raum – Gesundheit – Stressreduktion
  3. Handling und Tragen von Kleinkindern, Tragesysteme
  4. Berührungs- und Bewegungsinteraktionen
  5. Berührung – Emotionen – Achtsamkeit

Moderation 2012-2018

Unterschiedliche Besetzung der Moderation (2012-2018)

  • Heidrun Jansen Czaja, Abteilungsleiterin der evangelischen Kitas in Freiburg
  • Karin Ehinger, Fachberaterin Stadt Freiburg
  • Marie Rupp, BA Kindheitspädagogin
  • Dorothée Mundle, MA Kindheitspädagogin
  • Bernadette Weis, BA Kindheitspädagogin, Pikler-Pädagogin i.A.
  • Anett Röling, Leiterin des Bereichs Frühpädagogik, JHW FR
  • Anna Bettecken (geb. Ower), Erzieherin und MA Kindheitspädagogin, Fachschullehrerin
  • Barbara Mössner, Fachschullehrerin, Fortbildungsreferentin
  • Prof.in Dr.in Dorothee Gutknecht, EH Freiburg.

Publikationen

  • Daldrop, Kira, Stehmeier, Sabine & Gutknecht, Dorothee (2018). Responsives Handling in Krippe und Kita: Die Qualität der Bewegungs- und Berüh-rungsinteraktion zwischen Fachkräften und Kindern. Verfügbar unter: https://www.erzieherin.de/responsives-handling-in-krippe-und-kita-die-qualitaet-der-bewegungs-und-beruehrungsinteraktion-zwischen-fachkraeften-und-kindern.html [aufgerufen am 02.01.2020]
  • Daldrop, Kira, Stehmeier Sabine & Gutknecht, Dorothee (2018). Responsives Handling. Teil 2: Kleinstkinder an- und ausziehen. In: Kleinstkinder in Kita und Tagespflege. 7/2018, S. 18-20.
  • Gutknecht, Dorothee, Daldrop, Kira, Stehmeier, Sabine (2019). Responsives Handling. Teil 5: Die emotionale Basis von Berührung und Bewegung. In: Kleinstkinder in Kita und Tagespflege. 2/2019, S. 30-31.
  • Gutknecht, Dorothee, Stehmeier, Sabine & Daldrop, Kira (2018c). Responsives Handling. Teil 3. Achtsame Begleitung bei den Mahlzeiten. In: Kleinstkinder in Kita und Tagespflege. 8/2018, S. 16-18.
  • Gutknecht, Dorothee, Stehmeier, Sabine & Daldrop, Kira (2018b). Responsives Handling. Teil 1: Mehr als nur Windelwechseln. In: Kleinstkinder in Kita und Tagespflege. 6/2018, S. 8-11.
  • Gutknecht, Dorothee, Stehmeier, Sabine & Daldrop, Kira (2018a). Berührungs- und Bewegungsdialoge mit Kleinstkindern: Responsives Handling. In: Kleinstkinder in Kita und Tagespflege. 6/2018, S. 6-7.
  • Gutknecht, Dorothee (2016a). „Handling“. In: Welt des Kindes, 4/2016, 37.
  • Gutknecht, Dorothee (2016b). Zur Bedeutung des „Handling“ im Krippenalltag. In: Welt des Kindes, 6/2016, S. 44-46.
  • Gutknecht, Dorothee (2011). Das Kinaesthetiks Infant Handling nach Maietta und Hatch. Beobachtung und Analyse der Fachkraft-Kind-Bewegungsinteraktion. In Christoph Mischo, Dörte Weltzien & Klaus Fröhlich-Gildhoff (Hrsg.). Beobachtungs- und Diagnoseverfahren in der Frühpädagogik. Grundlagen der Frühpädagogik Bd. 3. Neuwied: Wolters Kluwer. (S. 70-79).

Bachelor- und Masterthesen

  • Mundle, Dorothée (2020). Entwicklungs-, bildungs- und gesundheitsfördernde Aspekte von Krippen-Räumen. Ein Blick auf die Perspektive der Fachberatung auf Krippen-Räume. Masterthesis an der EH Freiburg.
  • Ganß, Malena (2018). Handling in der Kinderkrippe. Eine videogestützte Studie zur Gestaltung der Bewegungs- und Berührungsinteraktion in der Wickelsituation. Bachelorthesis an der EH Freiburg.
  • Storz, Julia (2016). Räumliche Wahrnehmungs- und Aneignungsprozesse von Kindern unter drei Jahren. Wie erschließen sich Kinder unter drei Jahren ihre Umgebung und welche Anforderungen resultieren daraus an die Gestaltung von Bildungsräumen in der Kinderkrippe? Bachelorthesis an der EH Freiburg.
  • Ower, Anna (2013). Das Kinaesthetics Infant Handling als Modell für eine gelingende Bewegungsinteraktion in der Arbeit mit Kleinst- und Kleinkindern in Kinderkrippen – Prä-Post-Studie zur Wirkung der Einführung des Kinaesthetics Infant Handling in die pflegerische Arbeit. Masterthesis an der EH Freiburg.