Jubiläum 1918 – 2018 – Der Festakt

Master Supervision

Studiengänge

Als eine der ersten Hochschulen in Deutschland hat die EH Freiburg seit 1974 Supervisionsausbildungen angeboten. Mit dem Master-Studiengang Supervision mit systemischem Schwerpunkt sind wir 2004 als erste Hochschule an den Start gegangen. Seit 2008 bieten wir als einzige Hochschule im deutschsprachigen Raum in einem neuen, zweiten Zweig des Studiengangs die Möglichkeit, Pastoralpsychologische Supervision zu studieren. Der Master-Studiengang wurde ohne Auflagen bis zum 30. September 2022 reakkreditiert.

Das Besondere am Freiburger Master-Studiengang Supervision ist seine Konzeption als Y–Modell mit den Zweigen Systemtheorie/Konstruktivismus und Pastoralpsychologie. Die Hochschule leistet damit einen wichtigen Beitrag zur weiteren Akademisierung der Supervisionsausbildung und zur Integration verschiedener supervisorischer Fachrichtungen.

Supervision gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn der Beratungsbedarf steigt in Organisationen und Einrichtungen des Non-Profit- und des Profit-Bereichs, in Kirche, Diakonie und Caritas, in NGOs und Politik. Supervision ist eine praxisorientierte Beratung für berufliche Zusammenhänge. Die berufliche Arbeit der Ratsuchenden soll reflektiert und optimiert werden, d.h. der Fokus der Beratung liegt nicht auf Person und Persönlichkeit, sondern auf arbeitsbezogenen Themen bzw. Arbeitsproblemen.

Infos

Zielgruppe

  • Der systemisch-konstruktivistische Zweig wendet sich an Menschen mit einer beliebigen akademischen Erstausbildung, die in der Regel in einem helfenden Beruf arbeiten oder in anderen Berufssparten moderierende, facilitierende oder gruppenleitende Aufgaben haben. Überwiegend nehmen SozialarbeiterInnen, (Sozial-) PädagogInnen und PsychotherapeutInnen teil, aber auch andere Berufsgruppen sind vertreten.
  • Der Pastoralpsychologische Zweig wendet sich an Menschen mit einer theologischen, religionspädagogischen, religions- oder diakoniewissenschaftlichen Erstausbildung, die in der Regel in einem kirchlichen Beruf arbeiten. Überwiegend nehmen PfarrerInnen und DiakonInnen verschiedener Konfessionen aus verschiedenen in- und ausländischen Kirchen teil.

Fakten

  • Studienabschluss: Master of Arts (M.A.) mit 90 ECTS. Der Abschluss berechtigt zur Promotion. Sie sind staatlich geprüfte Supervisorin / staatlich geprüfter Supervisor. Der Studienabschluss ist von den Fachverbänden DGfP und DGSv (und über die DGSv auch BSO) als Zugangsvoraussetzung anerkannt; die Fachgesellschaften behalten sich vor, ggf. noch weitere Zugangsvoraussetzungen zu verlangen.
  • Zulassungsvoraussetzungen: müssen durch schriftliche Nachweise belegt werden
    • (Fach-)Hochschulabschluss mit 210 ECTS oder Äquivalent (Bitte reichen Sie eine amtlich beglaubigte Zeugniskopie ein. Ausländische Zeugnisse müssen durch das Ausländerstudienkolleg, Anerkennungsstelle, Braunegger Straße 55 in 78462 Konstanz, Tel. 07531-2060 auf Äquivalenz überprüft und in das deutsche Notensystem umgerechnet sein. Ohne Hochschulabschluss: Sie können den Studiengang (ohne Prüfungen und Masterarbeit) als qualifizierende Weiterbildung absolvieren; der Abschluss wird von der DGSv (Deutsche Gesellschaft für Supervision) als Aufnahmevoraussetzung anerkannt.
    • Eigene Supervisionserfahrung (ca. 30 Einheiten à mindestens 45 Minuten), d.h. Sie haben als SupervisandIn Supervision in den unterschiedlichen Settings Einzel-, Gruppen und Teamsupervision genommen (Orientierungswert: ca. 10 Einheiten Einzelsupervision und ca. 20 Einheiten Team- oder Gruppensupervision à 45 Minuten). Die Supervisionen müssen von Supervisor_innen mit qualifizierter Supervisionsausbildung und Mitgliedschaft in einem anerkannten Fachverband für Supervision durchgeführt worden sein. Bei Bewerber_innen, die eine Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching e.V. (DGSv) anstreben, müssen mindestens fünf Supervisionen von Supervisor_innen durchgeführt worden sein, die der DGSv angehören. Bitte reichen Sie uns Bescheinigungen Ihrer Supervisor_innen über die absolvierten Supervisionseinheiten ein – mit Angabe des Berufs- oder Fachverbands, dem Ihre SupervisorInnen angehören!
    • Zusatzqualifikationen: Methodische Kenntnisse durch Zusatzqualifikationen, die das supervisionsrelevante Spannungsfeld Person, Rolle, Organisation und die Selbstreflexion zum Gegenstand haben, d.h., Sie haben Fort- und Weiterbildungen im Umfang von mindestens 300 Einheiten à 45 Minuten absolviert, z.B. in Gesprächsführung, Therapieverfahren, Beratung, Seelsorge, Projektmanagement, Mediation, TZI, Psychodrama, Bibliodrama, Organisationsentwicklung. Bitte reichen Sie uns Bescheinigungen über die absolvierten Fort- und Weiterbildungen mit Nennung der Curriculumsinhalte und mit Bezifferung der Zahl der Unterrichtseinheiten (umgerechnet in 45-Minuten-Einheiten) ein.
    • Motivationsklärung: Bitte schicken Sie uns eine kurze schriftliche Reflexion über die Erfahrungen, die Sie mit Supervision gemacht haben und über Ihre Motivation zum Studium sowie den damit verbundenen Perspektiven.
  • Studienbeginn: Wintersemester, d.h. Oktober alle 2 Jahre (2018, 2020 etc.)
  • Studiendauer: 5 Semester
  • Studienorganisation: Sie studieren berufsbegleitend, d.h. Sie bleiben berufstätig und kommen über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren (5 Semester) ca. alle sechs bis acht Wochen zu einem Blockseminar zu uns nach Freiburg (jeweils 3, 4 oder 5 Wochentage montags bis freitags, nicht am Wochenende). Insgesamt umfasst das Studium 2.700 Arbeitseinheiten á 45 Minuten. Davon sind 52 Tage Präsenzzeit in Freiburg, ca. 25 Tage regionale Peergruppenarbeit und regionale Lehr- und Lernsupervisionen, zuzüglich Selbststudium und Anfertigung der Master-Thesis im letzten Studiensemester.
  • Bewerbungsfrist/-verfahren: Sie können sich ab Juni 2019 online bewerben. Die Bewerbungsfrist endet vorauss. im Mai 2019. Nach Prüfung Ihrer Unterlagen laden wir Sie zur Teilnahme an einer das Bewerbungsverfahren abschließenden Informations- und Auswahltagung ein, die im Juni 2019 stattfinden wird.
  • Kosten: 8.450 Euro verteilt über die fünf Studiensemester (pro Semester 1.690 Euro); dazu kommen ca. 3.500 Euro für Lehrsupervision abzgl. Ihrer Einnahmen für selbst erteilte Lernsupervision (exakte Honorare sind mit den Geschäftspartnern individuell auszuhandeln). Hinzu kommen individuelle Kosten für Literatur, Reisekosten, ggf. Übernachtung, Verpflegung etc. Der Semesterausweis berechtigt zur vergünstigten Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im Gebiet des Verkehrsverbundes. Die mit dem Studium verbundenen Kosten können als Fortbildungskosten in einem bereits ausgeübten Beruf steuerlich abzugsfähig sein.
  • Anerkannte BildungseinrichtungDie Evangelische Hochschule Freiburg ist anerkannte Bildungseinrichtung nach dem Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg (PDF)

Module

Der zweieinhalbjährige Studiengang ist modularisiert in insgesamt 11 Module, die in sich geschlossene Lehreinheiten bilden; Ablaufstruktur s. Downloads.

1. Semester
Modul 1.1 Einführungsveranstaltung
Modul 1.2 Lern-, Wahrnehmungs- und Rollenkonzepte der Person
Modul 2.1 Grundlagen der Supervision – Formen und Methoden I
Modul 8 Praxisprojekteinheit I
Modul 10.1 Selbstorganisierte Lernformen I

2. Semester
Modul 3 Theorie und Praxis der Supervision I
Modul 2.2 Grundlagen der Supervision – Formen und Methoden II
Modul 2.3 Grundlagen der Supervision – Formen und Methoden III
Modul 4.1 Sozialökologische Prozesse in der Supervision I
Modul 8 Praxisprojekteinheit I
Modul 10.1 Selbstorganisierte Lernformen I

3. Semester
Modul 4.2 Sozialökologische Prozesse in der Supervision II
Modul 4.3 Sozialökologische Prozesse in der Supervision III
Modul 5.1 Theorie und Praxis der Supervision II – Empirische Erforschung
Modul 9 Praxisprojekteinheit II
Modul 10.2 Selbstorganisierte Lernformen II

4. Semester
Modul 5.2 Theorie und Praxis der Supervision II – Ethik, Werte und Haltungen im professionellen Kontext
Modul 6 Organisation als Rahmen und Gestaltungsfeld von SV I
Modul 7 Organisation der Supervision
Modul 9 Praxisprojekteinheit II
Modul 10.2 Selbstorganisierte Lernformen II

5. Semester
Modul 10.2 Selbstorganisierte Lernformen
Modul 11 Masterprüfung (Masterthesis und Kolloquium)

Bewerben

Der nächste Bewerbungsdurchgang findet 2019 statt. Bitte beachten Sie die Bewerbungsfristen unter „Infos“.

Studieninhalte

Im Zentrum des Studiums steht die Qualifizierung für die fundierte supervisorische Beratungstätigkeit

  • Erwerb des aktuellen Stands der Theorie und Praxis zur Supervision
  • Beraterisches Handlungsrepertoire in den Settings: Einzelsupervision/Coaching; Gruppensupervision; Teamsupervision; Supervision von Abteilungen, Einrichtungen, Organisationen und in Netzwerken im Rahmen von Organisationsentwicklung
  • Akquisition und Durchführung von Beratungsprozessen
  • Wissenschaftlicher Diskurs / Forschungsarbeit
  • Entwicklung einer eigenen BeraterInnen-Identität und berufspolitischen Haltung zum Berufsbild SupervisorIn

Qualifikation / Kooperationen

Wir sind eine staatlich anerkannte Hochschule; unser Studiengang ist ordnungsgemäß akkreditiert. Wir haben aufgrund fachlicher Anschlussfähigkeit und vergleichbarer Ausbildungsstandards Kooperationsverträge mit der DGSv (Deutsche Gesellschaft für Supervision) der DGfP (Deutsche Gesellschaft für Pastoralpsychologie) und mit der CPT (Clinical Pastoral Training) in der Schweiz.

Profil des Studiengangs

Y–Modell mit den Zweigen Systemtheorie/Konstruktivismus und Pastoralpsychologie:
Neu am Freiburger Konzept ist das Y-Modell mit zwei fachlich verschiedenen Zweigen. Die Hochschule leistet damit einen wichtigen Beitrag zur weiteren Akademisierung der Supervisionsausbildung und zur Integration verschiedener supervisorischer Fachrichtungen.

Sie können den Zweig „Systemtheorie und Konstruktivismus“ oder den Zweig „Pastoralpsychologie“ wählen. Etwa 70 Prozent der Studienmodule studieren beide Studiengruppen gemeinsam, etwa 30 Prozent aufgeteilt nach Zweigen. Am Ende jedes geteilten Studienmoduls findet ein „Cross-Over“ statt, in dem die Studierenden eines Zweigs denen des jeweils anderen Zweigs die Essentials ihrer Lerngewinne vermitteln – ein äußerst fruchtbarer Vorgang: Man blickt nicht nur über den Zaun der jeweils anderen Fachlichkeit, sondern festigt auch die eigene, indem man Anderen das selbst Erlernte präsentiert – beim Lehren lernt man ja bekanntlich am meisten.

Profile der beiden Zweige

Die beiden Studienzweige zeichnen sich aus

  1. durch verschiedene Zielgruppen und
  2. durch unterschiedliche theoretische und zu einem geringeren Teil auch unterschiedliche methodische Hintergründe, die aber, so hat sich in den ersten Durchläufen schon gezeigt, hohe Affinität und Kompatibilität haben.

1. Zielgruppen

Studierende unseres Masterstudiengangs Supervision sind in den verschiedensten Berufen tätig und leben z.B. in Freiburg, Koblenz, Köln, Essen, Berlin, Potsdam, Leipzig, Zürich, Wien usw. Während des Studiums arbeiten sie in ihren Berufen weiter und kommen ca. alle 6-8 Wochen zu einem Blockseminar zu uns nach Freiburg (insgesamt für 53 Tage in zweieinhalb Jahren).

Der systemisch-konstruktivistische Zweig wendet sich an Menschen mit einer beliebigen akademischen Erstausbildung, die in der Regel in einem helfenden Beruf arbeiten oder in anderen Berufssparten moderierende, facilitierende oder gruppenleitende Aufgaben haben. Überwiegend nehmen SozialarbeiterInnen, (Sozial-) PädagogInnen und PsychotherapeutInnen teil, aber auch andere Berufsgruppen sind vertreten. Zuletzt z.B. eine Hebamme, eine Musikerin, ein Ingenieur, ein kommunaler Amtsleiter sowie leitende Angestellte aus Gesundheitseinrichtungen und aus der Industrie. Für sie ist das Studium bei uns in Freiburg durch folgende Faktoren attraktiv:

  • das akademische Niveau und das klare theoretische und methodische Profil der Ausbildung;
  • das breite Spektrum der Berufsgruppen und fachlichen Perspektiven, die im Studiengang unter Studierenden (22-24) und Dozierenden (ca. 15 mit sehr unterschiedlichen Expertisen und Feldkompetenzen) vertreten sind;
  • die Möglichkeit, durch die KommilitonInnen im pastoralpsychologischen Studienzweig Feldkenntnisse in den Arbeitsfeldern der Kirchen und ihrer Hilfswerke zu erwerben – diese bilden in Deutschland den größten Arbeitgeber nach der öffentlichen Hand und sind mit rund 800.000 Mitarbeitenden (ohne Ehrenamtliche) im Bereich sozialpsychologischer und agogische Dienstleistungen ein wichtiger Markt für Supervision.
  • die Möglichkeit, Negativ-Erfahrungen eigener kirchlicher Sozialisation durch positive Begegnungen mit kirchlichen Mitarbeitenden abzubauen und zu relevanten existentiellen und religiösen Fragen wieder ins Gespräch zu kommen.

Der Pastoralpsychologische Zweig wendet sich an Menschen mit einer theologischen, religionspädagogischen, religions- oder diakoniewissenschaftlichen Erstausbildung, die in der Regel in einem kirchlichen Beruf arbeiten. Überwiegend nehmen PfarrerInnen und DiakonInnen verschiedener Konfessionen aus verschiedenen in- und ausländischen Kirchen teil. Für sie gibt es vor allem drei Anreize, ihre Supervisionsausbildung bei uns in Freiburg zu machen:

  • nur hier haben sie die Möglichkeit, eine pastoralpsychologische Supervisionsausbildung auf akademischem Niveau und mit einem Masterabschluss zu absolvieren;
  • hier haben sie die Möglichkeit, zugleich einerseits im Rahmen ihrer eigenen Fachlichkeit weiter zu arbeiten und andererseits den Rahmen binnenkirchlicher Perspektiven zu verlassen. Denn die KommilitonInnen aus dem anderen Studienzweig bieten ihnen Einblicke in und Dialoge mit ganz anderen Lebens- und Arbeitswelten (vgl. o.);
  • mit dem Studienabschluss bei uns erwerben sie eine Doppelqualifikation DGsV / DGfP (vgl. o.).

2. Theoretische und methodische Hintergründe

Pastoralpsychologie arbeitet interdisziplinär: theologische und psychologische Zugänge werden miteinander verschränkt. Man sieht quasi durch zwei Brillen bzw. durch eine Gleitsichtbrille (Pastoralpsychologie als erweiterte, interdisziplinäre Hermeneutik und Methodik nach Lammer, 2005). Man hat Auslegungsmaterial und Auslegungsmethoden aus beiden Disziplinen, theologischerseits z.B. die Fragen nach dem Sitz im Leben und nach dem Sitz im Erleben dessen, was SupervisandInnen in die Supervision einbringen (vgl.o.). PastoralpsychologInnen sind hermeneutisch geschult, d.h. sie verfügen über eine hohe Auslegungs- und Übersetzungskompetenz: Sie können Menschen helfen, ihr Selbst- und Weltverständnis weiter zu entwickeln (und zwar auch dann, wenn sich deren weltanschaulicher oder konkreter Referenzrahmen von ihrem eigenen unterscheidet!); Sie sind in der Lage, verschiedene Referenzrahmen zu identifizieren und miteinander in Dialoge zu bringen. Sie setzen einen Fokus bei der Sinndimension von Klärungsprozessen (vgl. u.). Sie haben eine besondere Feldkompetenz für kirchliche und diakonische bzw. caritative Arbeitsfelder.

Pastoralpsychologie schult dabei besonders im Umgang mit symbolischer Kommunikation und setzt die Arbeit mit Symbolen und Ritualen methodisch ein; sie reflektiert die supervisorischen Implikationen des christlichen Menschenbildes, das sich vom humanistischen unterscheidet.

Systemtheorie und Konstruktivismus gehen davon aus, dass Menschen und die sozialen Organisationen, in denen sie sich bewegen, weder „objektiv“ betrachtet noch von außen gesteuert werden können, sondern ihr Selbst- und Wirklichkeitsverständnis selbstreferentiell (d.h. auf sich selber rückbezüglich) konstruieren und sich selber nach Eigengesetzlichkeiten (Autopoiese) steuern. Sie betrachten das Handeln Einzelner niemals isoliert, sondern im Kontext des sozialen Systems, in dem sie entwickelt wurden. Sie fragen nicht nach einfachen Ursache-Wirkung-Zusammenhängen, sondern nach zirkulären Wechselwirkungen in der Kommunikation zwischen Menschen. Sie fragen nicht nach einer „objektiven“ Wahrheit, sondern nach verschiedenen Sichtweisen, die gleich gültig sind und einander gegenseitig ergänzen. SystemikerInnen sind darin geübt, Menschen nach ihren Denk- und Handlungsmustern zu befragen, das Gute im Schlechten und das Schlechte im Guten betrachten zu helfen und erweiterte und alternative Sichtweisen auf Probleme beizusteuern. Sie nehmen an, dass es nicht die „richtige“ Lösung für Probleme gibt, sondern verschiedene passende Lösungen, und dass die Beteiligten die zur Lösung nötigen Ressourcen selbst in sich tragen und aktivieren können. Dazu regen SystemikerInnen durch spezielle Fragetechniken an. Sie arbeiten lösungs- und ressourcenorientiert.

Gemeinsamkeiten zwischen Pastoralpsychologie und Systemtheorie/Konstruktivismus sind:

  • theoretisch das Wissen um die System- oder Kontextbedingtheit von Bedeutungsumgebungen;
  • methodisch-beraterisch das Bemühen um die Verflüssigung verfestigter, nicht hilfreicher Deutungsmuster und
  • das dialogische Einführen alternativer Betrachtungsweisen im Sinne einer Erweiterung von Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten.
  • In Bezug auf das Menschenbild ist beiden Ansätzen die Ermutigung zur individuellen und sozialen Entfaltung der KlientInnen i.S. der Erweiterung der bisherigen eigenen Möglichkeiten gemeinsam.

Mindestens in diesen Punkten sind pastoralpsychologische und konstruktivistische Zugänge zur Beratung aneinander bestens anschlussfähig (die Liste ließe sich sicher erweitern).

Es bestehen aber auch spezifische Unterschiede zwischen beiden:

  • das Menschenbild und die daraus folgenden beraterischen Ziele (SystemikerInnen gehen von der Autonomie und Autopoise von Menschen und Systemen aus, PastoralpsychologInnen von der grundsätzlichen Angewiesenheit, Gebrochenheit und Konflikthaftigkeit; die „Schattenseite“ wird einbezogen);
  • methodische Verfahren (PastoralpsychologInnen nutzen besonders die symbolische Kommunikation) und
  • das angebotene hermeneutische Material (beide arbeiten mit u.a. mit Geschichten und Bildern als alternativen Deutungsmöglichkeiten / Einladung zu Perspektivwechseln; SystemikerInnen nutzen dabei eher säkulare Fabeln, PastoralpsychologInnen u.a. auch christliches Traditionsgut).

Alle oben gemachten Aussagen zu Pastoralpsychologie und Konstruktivismus gelten natürlich für die Anwendung in allen Beratungskontexten. Das Spezifikum der supervisorischen Beratung gegenüber anderen Beratungsformen liegt weniger in Hermeneutik und Methodik als vielmehr in Perspektive und Fokus des Beratungskontrakts. Supervision berät im Unterschied zu anderen Beratungsformaten weniger person- und persönlichkeitsbezogen als vielmehr konsequent arbeitsbezogen: im Mittelpunkt stehen als Gegenstand der Supervision die beruflichen Fragen der beratenen Personen.

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