Du interessierst dich für die außerschulische Arbeit mit Kindern und ihren Familien, zum Beispiel in Krippen und Kitas, in der Frühförderung, in Beratungsstellen, in der Sozialpädagogischen Familienhilfe, der Familienbildung oder in der offenen Kinder- und Jugendarbeit? Vielleicht bist du bereits ausgebildete*r Erzieher*in und möchtest mit einem verkürzten Studium deine beruflichen Perspektiven erweitern? Unser Studiengang Kindheitspädagogik bildet für Tätigkeiten mit Kindern zwischen 0 und 14 Jahren und deren Bezugspersonen aus. Innerhalb des Studiums fokussieren sich einzelne Lehrangebote auf verschiedene Altersgruppen und Handlungsfelder.
Gut zu wissen: Eine Religionszugehörigkeit wird für das Studium nicht vorausgesetzt.
Alles auf einen Blick
AbschlussBachelor of Arts (B.A.)
StudienformVollzeit
Regelstudienzeit7 Semester
StudienbeginnWintersemester
Bewerbungsfrist15.07.
StudienformatPräsenzstudium
Warum Kindheitspädagogik?
Vielfältige Berufsperspektiven: Die ganze Kindheit, für alle Institutionen – nicht nur für Kindergarten und Kindertagesstätte
Wir bilden für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Altersstufen von 0-14 Jahren aus. Unsere Lehrangebote berücksichtigen Kindheit in der weitesten Definition. In Schwerpunktseminaren sind jeweils die Altersstufen 0-3, 4-6, 7-10 und 11-14 Jahre im Blick.
Du hast die Auswahl und finden Spezialisierungsmöglichkeiten im ganzen Spektrum von den Kleinstkindern bis zur späten Kindheit. Besonders das Schulkindalter und der außerschulische Bereich, wie z.B. offene Kinder- und Jugendhilfe, sind neben den klassischen Arbeitsfeldern bei uns einbezogen und in Veranstaltungen vertieft.
Du lernst, wie du didaktisch Lernprozesse anstößt und begleitest, setzt dich mit Bindungs- und Beziehungsforschung auseinander. Du kannst förderliche Umgebungen seelischer und körperlicher Gesundheit herstellen, arbeitest professionell mit Kindern und Bezugspersonen zusammen und erfährst, wie du eine Einrichtung leitest.
Praxisnahes Studium von Anfang an:
Wir verbinden praktische Arbeit mit Kindern und theoriebasierte pädagogische Entscheidungen. In allen Semestern sind Praxisbezüge integriert.
Im 1. Semester werden theoretische Grundlagen greifbar in einer Zukunftswerkstatt und in der Anwendung im dreiwöchigen begleiteten Praktikum zu Beobachtung und Dokumentation.
Im 2. Semester kann die Kita 2036 selbst neu gedacht werden: Studienformat „Zukunft gestalten, Kindheit neu denken. Dazu gehört der eigene Pitch vor Trägervertreter:innen, Vertreter:innen der Stadt Freiburg, Kommiliton:innen und Schüler:innen von Gymnasien mit sozialpädagogischer Ausrichtung. Das nennt sich Challenge-Based Learning (weitere Beispiele s.u.).
Theoriebasierte Veranstaltungen entlang fiktiver Beispiele werden erprobt und sind bis zum 3. Semester mit Praxiseinheiten verknüpft.
Das große Praktikum in Deutschland im 4. Semester ist eingebettet in jeweils einwöchige Vorbereitungs- und Nachbereitungsblöcke zu persönlichen Schwerpunktsetzungen und Theorie der pädagogischen Handlungsmöglichkeiten.
Wählbare Projekte im 5. Semester finden in Kooperationen mit Institutionen statt, hier wird pädagogische Arbeit mit Kindern erlebbar.
Das mindestens 3 Monate umfassende Praktikum im Ausland im 6. Semester ist durch Dozierende und das International Office begleitet. Wo es hingeht, bestimmen Studierende selbst (z.B. Neuseeland, Norwegen).
Inspirierende Auslandserfahrungen
Das Studium ist international ausgerichtet: Kooperation und Austausch mit Partnerhochschulen, Theoriesemester im Ausland und Praktika in sozialen Einrichtungen innerhalb der EU und in Übersee sind Möglichkeiten, die du nutzen kannst. Mehr Infos: Auslandszeiten im Bachelor-Studiengang Kindheitspädagogik
Studieninformationstag
Komm zu unserem Tag der Offenen Tür am 18. Novemeber von 8-16 Uhr an die EH Freiburg! Nimm an Schnuppervorlesungen teil, informiere dich über unsere Studiengänge und schau dir die Hochschule bei einer Campusführung an.
Bundesweit führende Rolle in der Akademisierung von Kindheitspädagog*innen
Die Evangelische Hochschule (EH) Freiburg hat eine führende Rolle in der Akademisierung von Kindheitspädagog*innen. Seit 2004 bietet sie als eine der ersten Hochschulen in Deutschland einen Bachelor für Kindheitspädagogik an, wenige Jahre später kam der Master Bildung und Erziehung im Kindesalter dazu.
Studierende vertiefen und entwickeln das Studium mit
Studierende entwickeln eigene Seminarformate zu Didaktik und Methodik, erdenken Entwürfe zum Dialog mit Kindern, entwerfen eine Einrichtung der Zukunft und stellen in Projekten selbst „etwas auf die Beine“. Sie erkunden Sozialräume und sind eingebunden in die kreative Planung und Umsetzung neuer Ideen für die unmittelbare Zukunft. Studierende verbinden in unseren Denkwerkstätten Lehre, Forschung und Praxis miteinander. Ihr Studium bei uns wird dadurch lebendig und aktuell und sie gestalten mit.
Modernisierter Campus mit persönlicher Atmosphäre
Der 2022 sanierte Campus bietet Studierenden eine attraktive Lernumgebung in der sonnigen Stadt Freiburg. Eine eigene Bibliothek, Mensa und Wohnheim auf dem Campus ergänzen das Angebot. Durch die kleine Größe der Hochschule garantieren wir Ihnen eine persönliche Betreuung durch Dozierende und eine exzellente Lernatmosphäre.
Interessant für alle, die bereits aus der Praxis kommen:
Verkürztes Studium für staatlich anerkannte Erzieher*innen
Staatlich anerkannte Erzieher*innen können sich Teile ihrer Leistungen auf den B.A.-Studiengang Kindheitspädagogik anrechnen lassen. Das kann das Studium um 2 Semester verkürzen. Mehr Infos dazu sind weiter unten auf der Seite unter der Überschrift „Studienzeitverkürzung für staatlich anerkannte Erzieher*innen“ zu finden.
Studienprogramm und verkürztes Studium für internationale Akademiker*innen
Für internationale Akademiker*innen mit pädagogischem Hochschulabschluss bieten wir einen verkürzten Weg zum deutschen B.A. Kindheitspädagogik im Programm Kipäd plus!
Zusatzqualifikationen
Spezialiere dich in deinem Studium Kindheitspädagogik mit unseren wählbaren Zusatzqualifikationen:
In der Zusatzqualifizierung Kunst- und Medienpädagogik werden über 4 Semester hinweg Materialerfahrungen und medienhandelnde pädagogische Methoden vermittelt, Zugänge zu und Projekte mit Kindern werden erarbeitet und zielgruppenorientiert durchgeführt und hochschulintern mit Zertifikat abgeschlossen.
Spieltherapie befähigt die Studierenden in besonderer Weise, Kinder mit Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten zu unterstützen und auch mit deren Bezugspersonen beratend zu arbeiten. Der Fachverband für wissenschaftliche Gesprächs-Psychotherapie und Beratung GwG e.V. stellt eine qualifizierte Bescheinigung aus.
In der trinationalen Hochschulkooperation RECOS lernen angehende Pädagog*innen politische, wirtschaftliche, rechtliche und soziale Grundlagen im Dreiländereck kennen. Die Kooperation führt zu gegenseitig anerkannten Studienabschlüssen und eröffnet Arbeitschancen auch in den Nachbarländern Schweiz und Frankreich.
eine einschlägige fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung oder
die Fachhochschulreife oder
eine ausländische Hochschulzugangsberechtigung, die von den zuständigen staatlichen Stellen als gleichwertig anerkannt wurde.
Bewerber*innen, die bereits eine Ausbildung als staatlich anerkannte Erzieher*in abgeschlossen haben, haben die Möglichkeit ins dritte Semester einzusteigen (siehe Studienzeitverkürzung).
Das Studium ist in sechs Studienbereiche unterteilt, die fachliche und methodische Kompetenzen ebenso wie Aspekte sozialer Kompetenz, Reflexivität und Selbstkompetenz umfassen:
Studienbereich 1, Erziehungs- und bezugswissenschaftliches Wissen und Können
Studienbereich 2, Gestaltung von Bildungssituationen
Studienbereich 3, Umgang mit Unterschiedlichkeit und mit Kindern mit besonderen Ausgangslagen
Studienbereich 4, Handeln im Lernort Praxis
Studienbereich 5, Professionsbezogenes Wissen und Können
Studienbereich 6, Vernetzung und Arbeiten mit dem Umfeld
Studienzeitverkürzung für staatlich anerkannte Erzieher*innen
Die Evangelische Hochschule Freiburg bietet als einzige Hochschule in Freiburg ein verbindliches Verfahren zur Anerkennung beruflicher Kompetenzen auf das Studium Kindheitspädagogik an. Staatlich anerkannte Erzieher*innen können sich damit Teile ihrer außerhochschulisch erbrachten Leistungen auf den B.A.-Studiengang Kindheitspädagogik anrechnen lassen. Die erfolgreiche Anerkennung führt zu einer Verkürzung der Studienzeit um bis zu 2 Semester bzw. zum Quereinstieg in das 3. Semester im Studiengang Kindheitspädagogik.
Zielgruppe
Fachschüler*innen an Fachschulen für Sozialpädagogik in Baden-Württemberg im Anerkennungsjahr, die sich weiter qualifizieren möchten
Personen, die ihre Fachschulausbildung in Baden-Württemberg einschließlich Anerkennungsjahr erfolgreich absolviert haben und sich direkt im Anschluss weiterqualifizieren möchten
staatlich anerkannte Erzieher*innen, die sich nach einer Berufsphase weiterqualifizieren möchten
Vorbereitungsveranstaltung und nachzuweisende Leistungen
verpflichtende Teilnahme an einer zweiwöchigen Vorbereitungsveranstaltung (Propädeutikum), mit folgenden Inhalten: Sprachentwicklung, Didaktische Modelle und Spielentwicklung, Beobachtung und Diagnose, Einführung in wissenschaftliches Arbeiten, Teilnahme an einem Fachtag mit Präsentation aktueller Forschungsergebnisse
die erfolgreiche Teilnahme an einer Klausur in Entwicklungspsychologie und an einem mündlichen Fachgespräch zum Thema religiöse und philosophische Bildungsprozesse in der Kindheit
Termine und Kosten
das Propädeutikum findet in der Regel vor Beginn des Wintersemesters statt
die Klausur wird am Ende des ersten Wintersemesters geschrieben, das mündliche Fachgespräch findet am Ende des 4. Semesters statt
für das Anerkennungsverfahren entstehen keine Kosten
Antrag auf Anerkennung
gleichzeitig mit der Bewerbung für den B.A.-Studiengang Kindheitspädagogik den Antrag auf Anerkennung von Leistungen aus der Fachschulausbildung (Zertifizierungsinitiative ZFS) einreichen
Das geht bei uns, wenn folgende Qualifikation vorliegt:
a. eine anerkannte berufliche Aufstiegsfortbildungsprüfung gem. § 58 LHG Abs. 2 Ziff. 5, insbesondere staatlich anerkannte Erzieher*in
oder
b. eine berufliche Qualifikation und eine Eignungsprüfung sowie ein Beratungsgespräch an einer Hochschule (schriftliche Bestätigung darüber) plus Berufserfahrung von bis zu drei Jahren in einem dem angestrebten Studiengang fachlich entsprechenden Bereich (Abschlüsse aus dem sozialen oder Gesundheitsbereich, z.B. Kinderpflege) gem. § 58 LHG Abs. 2 Ziff. 6
Challenge-Based Learning
Projekte wie z.B. „Von der Sozialraumanalyse zum Kinder- und Familienzentrum – Studierende gestalten Zukunft in Freiburg-Tiengen“, durchgeführt von Studierenden, gehören zum sogenannten Challenge-Based Learning (CBL). Dabei geht es um die Entwicklung von Lösungen für reale Probleme und Herausforderungen in der Praxis als ein Teil von Lehre. Es wird also nicht nur Theorie in Lehrveranstaltungen vermittelt, sondern deren Anwendung für die Praxis.
Weitere Beispiele sind das im 2. Semester durchgeführte Studienformat „Zukunft gestalten, Kindheit neu denken„, in dem die Kita 2036 entwickelt wird und die „Simulation in der Interkulturellen Pädagogik“.
Simulation in der Interkulturellen Pädagogik: mit professionell eingesetzten Schauspieler:innen
Die Lehrveranstaltung „Interkulturelle Pädagogik“ im Studiengang Kindheitspädagogik gibt es bereits seit 10 Jahren. Sie nutzt die Methode der Simulationen, um die professionelle Handlungskompetenz der Studierenden in herausfordernden und interkulturell geprägten pädagogischen Situationen zu erweitern. Im Mittelpunkt steht nicht allein der Erwerb theoretischen Wissens, sondern dessen Verbindung mit konkretem Handeln, persönlichem Erleben und anschließender Reflexion.
Die Simulation schafft einen geschützten Erfahrungsraum zwischen Hochschule und Berufspraxis. Die Studierenden können darin herausfordernde Gesprächssituationen realitätsnah erleben, eigene Handlungsweisen erproben und ihr Verhaltensrepertoire erweitern. Besonders gefördert werden dabei kommunikative, selbstreflexive, affektive und handlungsbezogene Kompetenzen.
Ablauf der Simulation
Die Simulation gliedert sich in drei aufeinander bezogene Phasen und sieht zwei Varianten vor. Eine mit Vorbereitung auf den Gesprächsinhalt und eine spontane Gesprächssituation:
Briefing – Vorbereitung und Entwicklung von Handlungsoptionen Die Studierenden erhalten eine authentische Situationsbeschreibung aus dem pädagogischen Berufsalltag, aus der sich eine konkrete Gesprächssituation entwickelt, beispielsweise mit Sorgeberechtigten, Kolleg:innen, Jugendlichen oder Vertreter:innen gesellschaftlicher Gruppen. Beispiele: Eltern reagieren diskriminierend auf Flüchtlingskinder oder ein gleichgeschlechtliches Elternpaar kommt zur Schulanmeldung und sorgt sich darum, wie ihr Kind aufgenommen werden wird und kommentiert in diesem Kontext Familien anderen Religionen und Weltanschauungen rassistisch und diskriminierend. Die Studierenden setzen sich zunächst individuell mit der Situation auseinander und entwickeln anschließend in Kleingruppen unterschiedliche Handlungsoptionen. Diese werden begründet und gegebenenfalls kurz erprobt. Dadurch, dass Studierende keine Handlungsweisen vorgegeben bekommen, werden auch spontane Reaktionen, Unsicherheiten und individuelle Deutungsmuster sichtbar und für den späteren Reflexionsprozess nutzbar.
Simulation – authentisches Interaktionsereignis In der eigentlichen Simulation treffen die Studierenden auf professionell eingesetzte Schauspieler:innen, die festgelegte Rollen übernehmen, z.B. die der Eltern. Die Studierenden handeln in einer dynamischen, möglichst realitätsnahen Situation und gehen auf unerwartete Reaktionen ihres Gegenübers ein. Dabei können sie Gesprächsführung, Perspektivübernahme, Umgang mit Emotionen und Widerstand sowie die flexible Anpassung des eigenen Verhaltens unmittelbar erproben. Die Lehrenden begleiten die Simulation professionell und sorgen zugleich für einen sicheren Lernrahmen. Bei Überforderung können sie intervenieren und die Studierenden wieder in die Handlungssituation zurückführen.
Debriefing – Reflexion und Transfer Das Debriefing bildet einen zentralen Bestandteil des Lernprozesses. Die Studierenden reflektieren zunächst ihr eigenes Erleben und Handeln: Was ist passiert? Was hat mich irritiert? Wie habe ich reagiert und warum/wozu? Anschließend wird die Interaktion fachlich eingeordnet. Eigene Handlungsmuster werden mit Konzepten und Themen der Interkulturellen Pädagogik, beispielsweise Vorurteilen, Stereotypen, Othering, Diskriminierung, Macht, Intersektionalität und professioneller Haltung, in Verbindung gebracht. Abschließend entwickeln die Studierenden alternative Handlungsmöglichkeiten und übertragen ihre Erkenntnisse auf zukünftige berufliche Situationen. Einer zweiten Simulation stellen sich die Studierenden ohne Vorbereitung.
Didaktischer Mehrwert Die Simulation verbindet Erfahrung, Handlung, Reflexion, fachliche Einordnung und Transfer. Dadurch können Studierende nicht nur theoretisch nachvollziehen, was professionelles Handeln in interkulturell geprägten Situationen bedeutet, sondern unmittelbar erfahren, welche Anforderungen, Unsicherheiten und emotionalen Reaktionen damit verbunden sein können. Die Methode unterstützt insbesondere die Entwicklung von situativer Handlungssicherheit, kommunikativer Flexibilität, Selbstreflexivität und professioneller Haltung. Aus der konkreten Erfahrung wird durch das Debriefing ein reflektierter Lernprozess, der auf zukünftige pädagogische Handlungssituationen übertragen werden kann.
Download aktuelles Vorlesungsverzeichnis
Aktualisierungen beachten!
Im aktuellen Vorlesungsverzeichnis gibt es fortlaufend Aktualisierungen und Ergänzungen.
Professur für Pädagogik der Kindheit; Prodekanin Fachbereich III; Studiengangsleitung B.A. Kindheitspädagogik; Professur für Kindheitspädagogik; Leitung FEL-Verlag; Mitglied im Promotionszentrum BW-CAR des Promotionsverbands der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg · Fachbereich III Pädagogik und Supervision