Terrorismus verhandeln
Was lässt sich aus Gerichtsprozessen zu jihadistischer und rechtsextremistischer Gewalt für die gesellschaftliche Konfliktbearbeitung ableiten?

Friedenspolitische Hochschulgespräche
In der gesellschaftlichen Bearbeitung von Gewaltereignissen erfüllen Strafprozesse eine wichtige Rolle. Insbesondere im Zusammenhang mit Prozessen zu rechtsextrem oder islamistisch motivierten Taten sind Tatkontexte, Motivationen von Täter*innen und die politischen Bedingungen der verhandelten Straftaten in den öffentlichen Diskurs gerückt. Die daraus entstehenden Fragen beschäftigen uns unter anderem in der Aufarbeitung wie auch in Debatten um präventive und Interventionsmaßnahmen. Auf Grundlage eigener teilnehmender Beobachtungen fokussiert der Vortrag auf die Verhandlung von Taten im Gerichtssaal. Er geht damit auf die Facetten gerichtlicher Verfahren ein, die jenseits der medialen Berichterstattung liegen, und versucht, verschiedene Dimensionen der Verhandlung von Wissen, Interaktion und Machtstrukturen aufzuzeigen. Die empirische Arbeit geht auf das derzeit laufende DFG-Projekt „Terror verhandeln: Deutsche Gerichte als gesellschaftliche Orte der Verhandlung und Wissensproduktion zu extrem rechtem und jihadistischem Terrorismus“ (01.2025 – 12.2027) zurück.
Zur Person
Dr.in Kerstin Eppert ist wissenschaftliche Leiterin der Konfliktakademie ConflictA, die am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld angesiedelt ist und vom BMFTR gefördert wird. Sie forscht zum Schwerpunkt „Gesellschaftliche Verhandlung von Ausgrenzung und Gewalt“ mit einem besonderen Interesse an Wissensproduktion zwischen Staaten, Institutionen und Recht. Außerdem ist sie Mitgründerin des internationalen IN-COURT-Netzwerks (seit 2020), Ko-Leiterin des DFG-Projekts „Judging Terror“ (2025-2027) und des Netzwerkprojekts ComparE (Deutsche Stiftung Friedensforschung, 2024-2026).
Termin/Ort
Mittwoch, 28.10.2026 von 18:00 – 20:00 Uhr
Evangelische Hochschule Freiburg, Raum A1 + A2 (Gebäude A)
Bugginger Straße 38, 79114 Freiburg
Weitere Infos: Anfahrt/Wegbeschreibung
Zielgruppe
- interessierte Öffentlichkeit
- Studierende
Keine Gebühren
Der Eintritt ist frei.
Online-Anmeldung
Bitte melden Sie sich über den Button „Für Veranstaltung anmelden“ an. Die Anmeldung ist bis 28.10.2026 geöffnet.