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Große Nachfrage und hoher Einsatz: Internationale Akademiker*innen wollen hier angemessen arbeiten

Mit dem Programm „Kipäd plus“ können sich ausländische Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt der Kindheitspädagogik an der EH Freiburg qualifizieren. Die Nachfrage ist enorm groß, größer als die Anzahl der verfügbaren Studienplätze. Aktuell studieren insgesamt 39 internationale Akademiker*innen aus 18 verschiedenen Herkunftsländern in der Anpassungsqualifizierung. Die ersten drei von ihnen schreiben derzeit ihre Bachelor-Thesis und werden voraussichtlich im Februar als staatlich anerkannte Kindheitspädagoginnen die Evangelische Hochschule verlassen.

Studierende im Programm Kipäd plus, Foto: EH Freiburg

Viele in Deutschland lebende Akademiker*innen aus dem Ausland haben das nachvollziehbare Bedürfnis, wieder in einem adäquaten Beruf zu arbeiten. Aus diesem Grund haben sie sich für einen weiteren Hochschulabschluss – den Bachelor Kindheitspädagogik – an der EH Freiburg entschieden, um künftig bundesweit in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe einsetzbar zu sein. Manuela Müller, Koordinatorin des Programms Kipäd plus: „Unsere Studierenden sind hochmotiviert, sehr gut qualifiziert und sie nehmen hier erfolgreich die Hürden Sprache, Zeugnisanerkennung und Finanzierung des Lebensunterhalts.“ Die Studierenden kommen u.a. aus der Ukraine, Türkei, Afghanistan, Frankreich, Großbritannien, Polen, USA, Venezuela, Marokko, Nigeria, Turkmenistan, Kasachstan und Albanien.

Zielgruppe von Kipäd plus sind internationale Pädagog*innen und Lehrkräfte, die ein im Ausland abgeschlossenes Hochschulstudium Lehramt oder mit pädagogischer Ausrichtung absolviert sowie deutsche Sprachkenntnisse auf dem Niveau Cl haben.

Das neue Programm eröffnet den internationalen Fachkräften attraktive Berufsfelder und soll in Deutschland zur Entspannung der schwierigen Arbeitskräftesituation beitragen. Es bereitet internationale Akademiker*innen auf den Berufseinstieg in Deutschland vor und ermöglicht ihnen eine Anpassung ihres ausländischen Hochschulabschlusses an das deutsche System.

Das Programm, das Prof.in Dr.in Maike Rönnau-Böse an der Hochschule entwickelt hat, wurde als eines von 25 Projekten in Deutschland ausgewählt. Lediglich zwei dieser 25 Projekte richten sich an den kindheitspädagogischen Bereich.

Ein zentraler Schwerpunkt von Kipäd plus ist die intensive Zusammenarbeit mit der Praxis. Die Studierenden werden eng an eine Einrichtung im Feld der Kindheitspädagogik gebunden. Die Praxisanleiter*innen, die die Studierenden fachlich begleiten, werden von der Hochschule für die Bedarfe der internationalen Akademiker*innen sensibilisiert, zum Beispiel durch regelmäßige Informations- und Austauschtreffen. Dafür wird das bestehende Netzwerk aus Praxiseinrichtungen der Hochschule erweitert und die Kooperationen mit Vermittlungsstellen, wie der Arbeitsagentur, weiter ausgebaut.

Fachspezifische Sprachkurse und Schreibwerkstätten sind weitere wesentliche Bestandteile des Programms. Denn Tätigkeiten im pädagogischen Arbeitsfeld sind mit einem hohen Sprachanteil verbunden. Die Studierenden sollen sich zum Beispiel sicher an Teamsitzungen und Elterngesprächen beteiligen können. Individuelle Beratungsgespräche sollen den erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt sichern. Sie dienen der Klärung von Perspektiven und Karriereinteressen. Am Ende des Praktikums werden diese Gespräche ergänzt um eine Reflexion der Praxisphase und Rückmeldung der Anleitungspersonen.

Kipäd plus ist in die internationale Strategie der Evangelischen Hochschule eingebettet und nutzt die bereits bestehenden Strukturen, wie zum Beispiel das International Office der Hochschule, das langjährige Buddyprogramm für Studierende mit Fluchterfahrung, die Vernetzung mit Incomings (Studierende aus dem Ausland an der Hochschule) und Kooperationen mit Einrichtungen mit internationaler Ausrichtung.

Das neue Programm hat auch für die Hochschule selbst und ihre kindheitspädagogischen Studiengänge mehrere Vorteile: die Studierendengruppen werden vielfältiger und das fördert den Umgang mit Vielfalt als Perspektive auf die Realität und als Handlungsorientierung. Sie erleben andere, auch mehrere internationale Perspektiven auf das Fach der Kindheitspädagogik, und können sich professionell mit diesen auseinandersetzen.

Gefördert wird diese Aufbauqualifizierung mit 500.000 Euro vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesforschungsministerums (BMBF) im Programm „Profi plus. Akademische Anpassungsqualifizierung für den deutschen Arbeitsmarkt“.

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Website Kipäd plus

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