Die Klimafrage ist eine soziale Frage
Viele spüren Ohnmacht: Klimakrise, steigende Kosten, Energiearmut. Ist das ein Thema für Soziale Arbeit? Materialien zum gemeinsamen Verstehen und ins Handeln kommen.
02 Relevanz der Klimakrise für Sozialarbeitende
Bildungsbaustein 1
Was passiert, wenn die Klimakrise nicht nur Gletscher schmelzen lässt, sondern auch soziale Ungleichheiten verschärft? Wer leidet besonders unter Hitzewellen, steigenden Mieten oder Umweltkatastrophen und warum? Klar ist, die Klimakrise ist nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch ein Soziales. Dabei trifft sie nicht alle Menschen gleich, sondern verstärkt bestehende Ungleichheiten global, aber auch in unserem Arbeitsalltag hier in Deutschland.
Für die Soziale Arbeit ist das besonders relevant. Sie begleitet Menschen, die in herausfordernden Lebenslagen sind. In folgender Einheit wird sich deshalb gezielt mit den Verbindungen zwischen Klimakrise und sozialen Lebensbereichen auseinandergesetzt. Im Fokus stehen dabei Menschen aus verschiedenen Generationen, mit gesundheitlichen Einschränkungen, in prekären Wohnsituationen sowie Menschen, die von Armut betroffen sind und klassistische Erfahrungen machen. Genau diese Gruppen spüren die Folgen der Klimakrise oft zuerst und am stärksten.
Ziel der Einheit ist es, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und ihre Bedeutung für die Praxis der Sozialen Arbeit sichtbar zu machen.

02_2 Arbeitsblatt zur Gruppenarbeit
Teilen Sie sich in vier Gruppen ein. Jede Gruppe erhält einen kurzen Text, der mit jeweils unterschiedlicher Fokussierung die Relevanz von Klimakrise und Soziale Arbeit herausstellt.
In einem ersten Schritt setzen Sie sich anhand der untenstehenden Fragen in Ihrer Gruppe mit der Dimension auseinander. Grundlage sind der kurze Text, Ihr bereits vorhandenes Wissen und ggf. kurze Recherchen während Ihrer Gruppenarbeit.
Anschließend werden die Gruppen so gemischt, dass aus allen Themengruppen „Expert*innen“ anwesend sind. Sie berichten sich gegenseitig und kommen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede ins Gespräch.
Phase 1 (30 Minuten)
Lesen Sie den kurzen Text. Klären Sie miteinander Verständnisfragen. Notieren Sie Verständnisfragen, die Sie nicht klären können.
Sammeln Sie gemeinsam und machen Sie sich Notizen:
- Was wissen Sie schon über die Dimension?
- Sind Ihnen Auswirkungen dieser Dimension bereits im beruflichen Kontext begegnet?
- Kennen Sie Handlungsmöglichkeiten, die den Auswirkungen dieser Dimension praktisch entgegenwirken können?
- Welche Charakteristika von Diskriminierung (Marginalisierung, Machtlosigkeit, Individualisierung, Exklusion, Schuldzuweisungen) lassen sich ausmachen?
Phase 2 (20 Minuten)
Sie finden sich in gemischten Gruppen zusammen. In jeder der neuen Gruppen ist mindestens eine Person aus den ersten Gruppen.
Sie „puzzeln“ ihr Wissen zusammen und dokumentieren auf Flipchart-Papier oder andere Art der Ergebnissicherung? die wichtigsten Punkte zu den Dimensionen, mit ihren Gemeinsamkeiten und jeweiligen Spezifika.
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02_3 Textentwurf zu der Dimension Gesundheit
Unsere Lebensqualität ist eng an unser gesundheitliches Wohlbefinden sowie unsere Wahrnehmung und Bewertung unserer Gesundheit gebunden. Die Umweltqualität bzw. die Umweltbedingungen wirken sich zunehmend auf die menschliche Gesundheit und somit auch die Lebensqualität aus. Um dauerhaft die Lebensqualität sichern zu können, ist Klimapolitik somit unverzichtbar.
Die Zunahme von Extremwetterereignissen, die Verschlechterung der Luft-, Boden- und Wasserqualität sowie der Zustand von Gewässern stehen in engem Zusammenhang mit den Folgen der Klimakrise und Umweltverschmutzung und stellen zunehmend erhebliche gesundheitliche Risiken dar. So wirkt sich die zunehmende Feinstaubbelastung beispielsweise auf Atemwegserkrankungen und das Herz-Kreislauf-System aus und verursacht die „höchsten umweltbezogenen Krankheitslasten“ (Sachverständigenrat für Umweltfragen, 2023, S. 15). Gleichzeitig schlagen sich zunehmende und sich intensivierende Extremwetterereignisse wie Hitzewellen schon seit einigen Jahren in steigenden Mortalitäts- und Krankheitsinzidenzen nieder. Auch die sich verschlechternde Boden- und Wasserqualität bleiben nicht ohne gesundheitsbezogene Folgen und begünstigen die Verbreitung von Infektionskrankheiten und Krankheitserregern und verstärken damit bestehende gesundheitliche Belastungen.
Diese Risiken werden zusätzlich durch infrastrukturelle Rahmenbedingungen verstärkt. Die Versiegelung von Flächen verhindert beispielsweise die natürliche Kühlung und trägt zur Entstehung von Wärmeinseln bei. Fehlende Grünflächen, Gewässer oder Schattenplätze erhöhen insbesondere in dicht besiedelten Gebieten die gesundheitlichen Gefahren bei Extremwetterereignissen. Anhand dessen wird deutlich, dass nicht nur klimatische Veränderungen, sondern auch die aktive Gestaltung von Lebensräumen zu gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels beiträgt.
Hinzu kommen weitere umweltbedingte Belastungsfaktoren, die in Wechselwirkung mit den genannten Entwicklungen stehen. Die steigende Antibiotikaresistenz infolge konventioneller Massentierhaltung zieht eine erschwerte Behandlung bakterieller Infektionserkrankungen nach sich. Gleichzeitig führt der zunehmende Einsatz gesundheitsschädlicher Chemikalien in verschiedenen Bereichen des alltäglichen Lebens (z. B. bei der Produktion von Kleidung, in Verpackungen etc.) zu weiteren gesundheitsbezogenen Belastungen. Ökologische Veränderungen, infrastrukturelle Bedingungen und Produktionsweisen sind eng miteinander verknüpft und verstärken gemeinsam die gesundheitlichen Risiken der Klimakrise.
Studien zeigen außerdem, dass die Umweltqualität weltweit zunehmend als negativ, belastend und schädlich wahrgenommen wird. Die Klimakrise und die damit einhergehenden Diskurse führen vermehrt zu Gefühlen der Überforderung, Hilflosigkeit, des Verlusts oder auch zu Frustration. Neben den genannten physischen Auswirkungen von Extremwetterereignissen zeigen sich daher häufig auch psychische Folgen wie Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen oder auch posttraumatische Belastungsstörungen.
Diese Gesundheitsrisiken sind sozial ungleich verteilt und verstärken darüber hinaus bereits bestehende soziale Ungleichheiten. Das zeigt sich beispielsweise an Hitzehotspots in Städten sowie an der fehlenden Möglichkeit ärmerer Menschen, Umweltrisiken zu entgehen.
„Merkmale wie Alter, Geschlecht, gesundheitlicher Zustand, soziale Benachteiligung oder Migrationsgeschichte“ (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e.V., 2025, S. 5) sowie die damit einhergehenden Benachteiligungen innerhalb unserer Gesellschaft erhöhen das Risiko, in besonderem Maße von den Folgen der Klimakrise betroffen zu sein und auch beim Auffangen der gesundheitlichen Folgen benachteiligt zu werden. Gesundheit ist also keine individuelle Verantwortung, sondern durch Kontextbedingungen geformt.
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Literaturverzeichnis
an der Heiden, M., Zacher, B., Diercke, M., Bremer, V., & RKI-Geschäftsstelle für Klimawandel & Gesundheit. (2025, Juli 24). Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität KW 28/2025. Robert Koch-Institut. https://doi.org/10.25646/13281
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e.V. (2025, Juni). Klimaanpassung in der Sozialen Arbeit Ein Leitfaden für Einrichtungen und Dienste. Abgerufen von: www.klimaanpassung-sozial.de.
Frick, V., Fülling, J., Harms, C., Grothmann, T., & Marken, G. (2025). Umweltbewusstsein in Deutschland 2024: Kurzbericht zur Bevölkerungsumfrage / Herausgeber: Umweltbundesamt ; Redaktion: UBA, Fachgebiet I 1.4: Dr. Angelika Gellrich, BMUV, Referat G I 1: Heike Williams ; Autorenschaft, Institution: Dr. Vivian Frick, Dr. Julia Fülling, Carlotta Harms, Dr. Torsten Grothmann, Gesa Marken (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)). https://epflicht.bibliothek.uni-halle.de/handle/123456789/15396
Hertig, E., Hunger, I., Kaspar-Ott, I., Matzarakis, A., Niemann, H., Schulte-Droesch, L., & Voss, M. (2023). Klimawandel und Public Health in Deutschland — Eine Einführung in den Sachstandsbericht Klimawandel und Gesundheit 2023. https://doi.org/10.25646/11391
Sachverständigenrat für Umweltfragen. (2023). Umwelt und Gesundheit konsequent zusammendenken: Sondergutachten. Geschätsstelle des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU).
Winklmayer, C., Matthies-Wiesler, F., Muthers, S., Buchien, S., Kuch, B., An Der Heiden, M., & Mücke, H.-G. (2023). Hitze in Deutschland: Gesundheitliche Risiken und Maßnahmen zur Prävention. https://doi.org/10.25646/11645

02_4 Wer kann sich Nachhaltigkeit leisten?
Klassismus in der Klimadebatte
Von Armut betroffene Menschen verursachen grundsätzlich am wenigsten CO2-Emissionen, da ihnen der Zugang zu Ressourcen strukturell erschwert wird. Gleichzeitig leiden sie am stärksten unter den Folgen der Klimakrise. Sie sind stärker von den Extremwetterereignissen betroffen, aufgrund von schlechteren Wohnverhältnissen, Arbeitsbedingungen, erschwertem Zugang zum Gesundheitssystem etc. Reiche Menschen und Unternehmen hingegen sind für den größten Teil der Emissionen verantwortlich, von den Auswirkungen jedoch am wenigsten betroffen. Dem zugrunde liegen tiefgreifende Ungerechtigkeiten wie wirtschaftliche und politische Machtverhältnisse, ein kapitalistisches Wirtschaftssystem, koloniale Ausbeutungen, die bis heute bestehen und Diskriminierungen. Arme Menschen leben aufgrund der geringen Teilhabemöglichkeiten also am klimafreundlichsten, sind aber am stärksten betroffen und werden als marginalisierte Gruppe von Entscheidungen zum Thema Klima ausgeschlossen.
Neben diesen Ungleichheitsdimensionen spielt Klassismus in der Nachhaltigkeitsdebatte um Klimawandel und Klimaschutz eine wichtige Rolle und ermöglicht als Analyseinstrument einen analytischen Blick auf die bestehenden und reproduzierten Ungerechtigkeiten.
Klassismus ist als Begriff noch sehr unbekannt und eine oft wenig beachtete Diskriminierungsform, die jedoch schwerwiegende Folgen für Betroffene hat. „Klassismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund des sozialen Status, der hegemonialen Strukturen der Stigmatisierung, Unterdrückung und Benachteiligung zugrunde liegen“ (Gamper & Kuper, 2024). Weiter ist der Begriff der Nachhaltigkeit zentral. „Nachhaltigkeit“ ist kein neutraler und wertfreier Begriff, er ist unscharf und vor allem positiv und normativ konnotiert. Vorstellungen über arme Menschen, die der Begriff Klassismus fassen will, durchdringen auch die gesellschaftlich dominante Vorstellung davon, was nachhaltig ist und was nicht.
Die Debatte um Nachhaltigkeit und Klimaschutz wird vor allem individualisierend geführt, obwohl die Ursache strukturell ist. Davon ist die Soziale Arbeit nicht befreit. Der „gute“ nachhaltige Lebensstil(Strömungen wie Veganismus, Öko-Life-Style etc.) wird insbesondere von der sogenannten Mittelschicht genutzt, um sich von Armut betroffenen Menschen, die für den vermeintlich „guten“ Lebensstil keine Ressourcen haben, abzugrenzen und sich selbstwirksam und emanzipatorisch zu fühlen. Gleichzeitig grenzt sie sich von „oben“, dem Luxuskonsument*innen ab. So wird die Nachhaltigkeit als Mittel der Distinktion verwendet, sich nämlich gesellschaftlich abzugrenzen. Die „gute“ Nachhaltigkeit wird zu einem sozialen Privileg, das nicht alle haben. Denn Menschen, die nicht ausreichend Geld zur Verfügung haben, können sich kein E-Auto leisten und kein Bio-Essen kaufen.
Diese Individualisierung lenkt von Fragen der Macht ab, von strukturellen Ursachen und von der Verantwortung des Staates, der Politik und dem kapitalistischen System. Sie versteckt die wahren Ursachen der Ungleichheit, nämlich eine ungleiche Verteilung der Ressourcen, die auf Ausbeutung beruht. Nicht nur national, sondern auch global gesehen schließlich funktioniert die imperiale Lebensweise des Globalen Nordens nur mit Ausbeutung des globalen Südens. Weiter führt die Individualisierungsdebatte zu Stigmatisierungen der Menschen, die sich die „richtige“ Nachhaltigkeit nicht leisten können. Ihnen sei der Klimaschutz nicht wichtig, sie hätten kein Verantwortungsbewusstsein und müssten „erzogen“ werden. Anstatt die Unternehmen und den Staat in Verantwortung zu ziehen, die die Umweltzerstörung zulassen.
Zusammenfassend lässt sich dieses Zusammenspiel an Mechanismen als Umweltklassismus bezeichnen.
Diese strukturell tief verankerten Ungerechtigkeitsfragen müssen sichtbar gemacht, kritisch in den Blick genommen und gesamtgesellschaftlich ausgehandelt werden. Es sind keine Einzelkonflikte, die Lebenssituationen Betroffener sind kollektivierbar und müssen an der Wurzel gepackt werden.
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Literaturverzeichnis
Gamper, M., & Kupfer, A. (2024). Klassismus. UTB. https://doi.org/10.36198/9783838559278
Kerle, A. (2025). Verzicht muss man* sich leisten können. In D. Wassermann, O. Zimmermann, J. Rieger, S. Stocker, K. Sen, M. Staats, & M. Burschel (Hrsg.), Handbuch Soziale Arbeit, Nachhaltigkeit und Transformation (1. Auflage). Beltz Juventa.
Klepp, S., & Hein, J. (Hrsg.). (2023). Umweltgerechtigkeit und sozialökologische Transformation: Konflikte um Nachhaltigkeit im deutschsprachigen Raum (1. Aufl., Bd. 1). transcript Verlag. https://doi.org/10.14361/9783839463253
Kuhn, A. (2023). Klimagerechte Nachbarschaften. Vorschlag für eine ökologische Klassenpolitik beim Wohnen.
Kupfer, A., & Gamper, M. (2025). (Umwelt-)Klassismus und sozial-ökologische Transformation – eine Frage der Umweltgerechtigkeit. In A. Thiesen (Hrsg.), Die soziale Welt der Transformation (S. 353–366). Springer Fachmedien Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-48380-7_26

02_5 Textentwurf für die Dimension Generationenkonflikte
In Diskussionen um den Klimawandel spielt die Frage der Generationengerechtigkeit eine große Rolle, da es hier um Verhalten geht, dessen Auswirkungen sich erst für künftige Generationen zeigen. Klimapolitik muss sich daher der Frage stellen, was Gerechtigkeit generationenübergreifend heißt, welche Verantwortung welche Generation trägt und wie das politische und wirtschaftliche Entscheidungen prägen sollte.
Der Artikel der Zeit „Aber die Alten sind schuld…“ (Lorenz, 2023), greift die Zuschreibung von Verantwortung für die Klimakrise anhand von Generationen auf und fasst die Vorurteile bzw. gängige Zuschreibungen unter folgenden Punkten zusammen:
- Die Jugend, welche sich auf die „Verfehlungen der Elterngeneration“ bezieht.
- „Boomer schimpfen gern über Fridays-for-Future-Aktivisten, die sich nach dem Schulabschluss auf Bali selbst finden müssen.“
- „best agern (…) die den Kopf schütteln über die Zalando-Bestellungen der Jungen – und dennoch für ein Menschenrecht auf Autos plädieren.“
Dabei zeigen Studien, dass Umweltbewusstsein generationenübergreifend vorhanden ist und Auswirkungen der Klimakrise alle Generationen betreffen. Gleichzeitig hat die Klimakrise sowohl auf jüngere wie auch auf ältere Menschen generationenspezifische Auswirkungen.
Kinder und Jugendliche sind als eine der vulnerablen Gruppen in besonderem Maße von psychischen und physischen Auswirkungen der Klimakrise betroffen. Sorge um die eigene Zukunft, die bestehende Gefährdung der Lebensgrundlage und die geringen Chancen, selbst politisch Einfluss auf die Transformation nehmen zu können, stellen spezifische altersbedingte Herausforderungen dar. Auch ältere Menschen sind in besonderem Maße von klimatischen Veränderungen betroffen. Beispielsweise sind die Auswirkungen auf ihre Gesundheit besonders gravierend, was nicht zuletzt eine höhere Mortalität bei Hitzewellen zeigt.
Wer „Verursacher*innen“ und „Leidtragende“ der Krise sind, ist also eine zentrale und medial ambivalent diskutierte Frage. Unter dem Begriff der „Generationengerechtigkeit“ bzw. der „intergenerationalen Gerechtigkeit“ ist die zentrale Gerechtigkeitsfrage nach der Verteilung von Verantwortung und Ressourcen in Bezug auf verschiedene Generationen zu einem wichtigen Leitprinzip der Klimapolitik geworden. Zentral für politische Entscheidungen und Maßnahmen soll dabei sein, dass zukünftige Generationen weder ökologisch, ökonomisch, institutionell, technisch noch sozial unverhältnismäßigen Belastungen ausgesetzt werden dürfen.
Bewusst oder auch unbewusst unterlassene Handlungen erhöhen die klimabezogenen Risiken der nachfolgenden Generationen. Aus einer Perspektive der Gerechtigkeit ist es somit ein wichtiges Anliegen, „die Handlungsspielräume nicht weiter einzugrenzen, damit die Risiken nicht unausweichliche Realität werden“ (Sparenborg, 2021, S. 15).
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Literaturverzeichnis
Ayalon, L., Roy, S., Aloni, O., & Keating, N. (2023). A Scoping Review of Research on Older People and Intergenerational Relations in the Context of Climate Change. The Gerontologist, 63(5), 945–958. https://doi.org/10.1093/geront/gnac028
Buenning, M., Hagen, C., & Simonson, J. (2024). Wahrgenommene Bedrohung durch den Klimawandel in der zweiten Lebenshälfte. Deutsches Zentrum für Altersfragen, Heft 01/2024. https://www.dza.de/fileadmin/dza/Dokumente/DZA_Aktuell/DZA-Aktuell_01_2024_Bedrohung_Klimawandel.pdf
Kemfert, C. (2025). Generationengerechtigkeit in der Klimapolitik. Wirtschaftsdienst, 105(11), 803–807. https://doi.org/10.2478/wd-2025-0206
Liu, S., Heinzel, S., & Peter, F. (2024). Erderhitzung und Klimaemotionen – wie sich die Klimakrise auf die psychische Gesundheit auswirkt. In I. Bergen, F. Gramm, J. Grütters, & H. Kolbe (Hrsg.), Wie die Generation Z das Gesundheitswesen verändert: Zukunftspositive Geschichten der neuen Generation (S. 173–177). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-69213-4_27
Lübke, C. (2021). 12.4 Klimawandel und Klimaschutz im Bewusstsein der Menschen. Datenreport 2021. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland, 455–461.
Schramkowski, B. (2022). Intergenerationale Ungleichheiten durch die Klimakrise: Gefahrdet ,okologische’ Gewalt das Kindeswohl?/Intergenerational Inequalities due to Climate Crisis: Ecological Violence as a Threat to Children’s Well-Being? Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, 25(1), 54–62.
Silvan Riepl, Erich Striessnig, & Tobias Johannes. (2022). Green Family Generationengerechtigkeit im Klimawandel [Discussion Paper No 14]. Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. im Namen des Netzwerks „Popu lation Europe‟. https://population-europe.eu/files/documents/dp_14_green-family_0.pdf

02_6 Wohnen als Grundbedürfnis und gleichzeitig ein Ort doppelter Benachteiligung für arme Menschen
Schnittstelle von ökologischen und sozialen Fragen im Wohnsektor
Wohnen gehört zu den grundlegenden Bedürfnissen eines Menschen und muss daher besonders geschützt werden. Gleichzeitig zeigt sich seit Jahren eine zunehmende Mietenkrise, insbesondere in Städten. Die Mieten steigen kontinuierlich, während viele Einkommen nicht im gleichen Maße wachsen. Dies führt dazu, dass insbesondere einkommensarme Haushalte einen immer größeren Anteil ihres Einkommens für Wohnen aufbringen müssen.
Im Bedürfnisfeld Wohnen treffen ökologische Fragen des Klimawandels und soziale Fragen aufeinander. Neben dem sozialen Aspekt des Wohnens hat das Wohnen, in der Form, wie es derzeit gestaltet ist, immense negative Auswirkungen auf die Umwelt. Studien zeigen, dass der Gebäudesektor für fast 1/3 aller Treibhausgase verantwortlich ist und der Energieverbrauch . wegen der zum Großteil schlechten Sanierungszuständen enorm ist. Da dieser Sektor extrem schädlich für die Umwelt ist, bietet er auch großes Potenzial für die Minderung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase (Emissionsminderung). Doch wenn die Maßnahmen für die Bekämpfung der Klimakrise im Bereich Wohnen ohne ernsthafte Berücksichtigung sozialer Fragen getroffen und umgesetzt werden, führt das zur Verschärfung der Mietenkrise. Eine Folge davon ist, dass u.a. die Akzeptanz für klimapolitische Maßnahmen wie Gebäudesanierungen und die Wärmeenergiewende sinkt.
Doppelte Ungleichheit im Bereich Wohnen für einkommensarme Haushalte
Im Wohnen zeichnet sich eine zentrale Schnittstelle der Klimakrise und der sozialen Ungleichheit ab. Absolut gesehen verursachen Menschen aus einkommensarmen Haushalten im Vergleich zu Menschen mit höherem Einkommen im Bereich Wohnen, sowie in vielen anderen Bereichen auch, deutlich weniger CO2-Ausstoß. Speziell im Wohnsektor ist der geringe Ausstoß klimaschädlicher Gase von Menschen mit niedrigem Einkommen darin begründet, dass sie auf deutlich weniger Wohnfläche leben. Pro Quadratmeter gerechnet benötigen sie verhältnismäßig jedoch mehr Energie, da sie meist in schlecht isolierten Wohnungen leben und somit verhältnismäßig hohe Energiekosten zu tragen haben. Das Leben in schlechten Wohnverhältnissen hat neben hohen Energiekosten, die in der Energiearmut enden können, zusätzlich zur Folge, dass sie in heißen Sommern stärker von der Hitze betroffen sind und in kalten Wintern frieren müssen. Nichtheizen und fehlendes Lüften kann wiederum Schimmel zur Folge haben. Die Auswirkungen einer schlecht isolierten Wohnung sind enorm. Es sind also die gleichen Gruppen von Menschen, und das untermauern Studien, die sowohl am meisten unter der Mietenkrise als auch unter den Folgen der Klimakrise leiden – die einkommensarmen Menschen.
Zusätzlich sind diese Haushalte oft mit weiteren Herausforderungen konfrontiert, die ihre Situationen noch verschärfen. Dazu zählen unter anderem eine unzureichende Infrastruktur, kaum Zugang zu Grünflächen sowie Diskriminierung aufgrund der Wohnlage oder Prozesse der Gentrifizierung, bei denen einkommensarme Menschen aus ganzen Stadtteilen verdrängt werden.
Maßnahmen zur energetischen Sanierung und der Wärmewende müssen ökologisch und sozial sein – die bisherigen staatlichen Förderungen verstärken die Ungleichheit.
Klar ist, dass Gebäudesanierungen und die Wärmewende, also die Umstellung von Heizen und Warmwasser im Sinne der Klimaneutralität, im großen Stil unternommen werden müssen. Es gibt immer mehr staatliche Förderprogramme, die diese Prozesse vorantreiben sollen. In der Praxis zeigt sich, dass diese jedoch nicht die einkommensschwächeren Menschen, die meist in Mietverhältnissen wohnen, unterstützen, sondern überproportional von einkommensstarken Haushalten genutzt werden. Auch das führt zur Verschärfung sozialer Ungleichheit. Ein Beispiel hierfür ist das Gesetz der Modernisierungsumlage nach § 559 BGB, wodurch entstehende Modernisierungskosten zum Teil auf die Mietenden umgelegt werden können. Durch solche Umlagen steigen Mieten dauerhaft – auch nachdem die Sanierungskosten schon abbezahlt sind. Vermietende könnten für die Kostendeckung der Sanierungen Fördermittel beantragen, welches zur Folge hätte, dass die Mietsteigerungen aus Sicht der Mietenden geringer wären. Für Vermietende kann es wirtschaftlich attraktiver sein, auf Förderprogramme zu verzichten, da die Fördermittel von den Kosten, die auf die Miete umgelagert werden können, abgezogen werden müssen. Hier besteht also eine Abhängigkeit aus Sicht der Mietenden von den Vermietenden.
Es gibt ein umfangreiches Mieter*innenrecht, jedoch zeigt sich die Durchsetzung dieser Rechte als schwierig, da es schlichtweg an Wissen darüber fehlt und die Angst auf Seiten der Mietenden zu groß ist, eine Mietkündigung zu bekommen.
Die Transformation im Gebäudesektor, wie sie jetzt gestaltet ist, verschärft also soziale Ungleichheiten. Es braucht daher dringend Maßnahmen, die diese Transformation sozialverträglicher vorantreibt.
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Literaturverzeichnis
Braungardt, S., Kenkmann, T., Schumacher, K., Wieden, M. bei der, & Ökoinstitut. (2024). Sozialgerechte Förderung für energetische Sanierungen.
Kenkmann, T., Cludius, J., Hünecke, K., Schumacher, K., Stieß, I., Friedrich, T., Nitschke, L., Luca Raschewski, Meemken, S., & Beermann, A.-C. (2024). Soziale Aspekte von Umweltpolitik im Bedürfnisfeld Wohnen. 143.
Knopf, B., Verspohl, I., Schaffert, A., & Zeller, M.-L. (2024). Eine sozial gerechte und klimaneutrale Zukunft sichern.
Kuhn, A. (2023). Klimagerechte Nachbarschaften. Vorschlag für eine ökologische Klassenpolitik beim Wohnen.
Mellwig, Peter. 2024. Klimaschutz in Mietwohnungen: Modernisierungskosten fair verteilen. Kurzstudie zur Weiterentwicklung und Aktualisierung des “Drittelmodells”. Berlin: Deutscher Mieterbund, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND).
Rehm, M. (2025). Warum wir Klima- und Verteilungspolitik zusammendenken müssen. WSI-Mitteilungen, 78(6), 414–414. https://doi.org/10.5771/0342-300X-2025-6-414

02_7 Zitatesammlung zum Themenblock 2: Individualisierung
Ich habe hier einfach eine wilde Sammlung von Zitaten zusammengetragen. Hauptthema ist Individualisierung, aber teilweise reicht das eben auch in die Problematik der Ungleichheit im Einfluss auf den Klimawandel rein. Ich hoffe, ihr könnte damit was anfangen. Bei ein paar Zitaten dachte ich, eine Kontrastierung von zwei entgegengesetzten wäre für eine Gruppenarbeit spannend?
Aussagen von Sozialarbeitenden
Interview 1:
“Ja, aber, ansonsten ist es tatsächlich eher so, die, die Sache, ähm (.) dass ganz viele Sachen in, in dem, ähm, privaten Bereich weniger angesprochen werden, als vielmehr so, so Sachen, wo, da kann man ja eh nichts machen. Wie beispielsweise, dass die Leute, die hierher kommen, wohnen alle in Mietwohnungen. (3) Ja. (.) Also, ist jetzt niemand dabei, wo ich sagen würde, wohnt jemand in einer Eigentumswohnung. Und dass die dann halt auch sagen, jetzt beispielsweise, was so, ähm, die Aufwertung von Häusern betrifft, oder, äh, die Verbesserung der Wohnqualität, da haben die ja keinen Einfluss darauf. Beziehungsweise, wenn was gemacht wird, dann wird ja die Miete teurer. (2) Ja, und wer will denn das? (.) Genau. Also, es sind dann eher, das geht dann eher so in diese Richtung. [mhm] Ja, der finanzielle Aspekt, der ja dann halt auch noch gepaart mit dieser, ähm, Geschichte Inflation (2) definitiv auch ’ne Rolle spielt, ja.”
Interview 2:
“I: Können Sie Situationen beschreiben, in denen der Klimawandel konkret Ihren Alltag oder Ihre Entscheidungen, die Sie so treffen, beeinflusst?
B: Das is‘, wie gesagt, wie ich vorhin schon sagte, dieses Einsparen an Versuchen, möglichst weniger Auto zu fahren, keine Flugreisen machen. Also all diese Dinge, die- die man macht als, als Privatmensch. Meine Kinder, die uns da in die Richtung anschieben, weil es ist unsere Zukunft, unsere Erde, da geben wir uns dann schon Mühe. (.) ICH als Privatmensch. Für die Menschen hier, glaube ich, also ist der Blick, dass das sie für sich sich zurechtfinden müssen mit dem Geld, das sie haben, ist DER Blick. Die haben nicht die Idee, wenn wir jetzt Energie einsparen, retten wir damit die Welt, wir verhindern Klimaerwärmung und Sonstiges. Soweit geht der Blick, glaube ich, net raus, da ist dann einfach in der Not. Bei den Gegebenheiten gucken die Leute nach sich und wenn sie dann Energie sparen, wissen sie, sie müssen am Jahresende weniger Strom zahlen, aber sie haben nicht die Idee, damit, wenn sie dann jetzt Strom sparen und wenn das jeder machen würde, dann kriegen wir vielleicht die Erd- Erderwärmung nochmal ein bisschen reduziert oder entschleunigt. Den Blick haben die Leute net. Das ist dann eher unser Bildungsbürgertum, Mittelstand, wie auch immer, die sich darüber Gedanken machen und vielleicht auch schon mitdenken wollen. Die Leute hier, die auch Kinder haben, die denken so weit, glaube ich, net. Das dann wirklich, das Denken von einem auf den anderen Tag, sie kriegen‘ s mit und versuchen aber für sich hinzukriegen, dass sie ihr Leben anders bewerkstelligen, meistern. Weniger der Blick zu sagen, wir verändern jetzt vielleicht auch nochmal die Klimaerwärmung auf der Erde und, und, also den Blick haben die Leute net, den haben WIR und da diskutieren wir im Privaten auch darüber, aber die Leute hier haben das net.”
“I: Wie nehmen Sie denn die Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext dieser Fragen zu Klimaschutz und Energiewende war?
B: Also ich denke, das die Umweltbildung und Umweltpädagogik spielt ’ne Rolle, machen net nur wir, machen auch Schulen, Kindergarten und so weiter. Also einfach dann die nächste Generation so‘ n bisschen fit zu machen und ’n bisschen Verständnis zu schaffen, wie man mit der Natur umzugehen hat. Mit den Erwachsenen, mit denen, die hier sind, mit den Leuten, die eben schon ihre sozialen Problemlagen HABEN und immer schon HATTEN, spielt das kaum ’ne Rolle. Einfach der Platz is‘ net da und die Leute hören sich’s net an. Also es is‘ einfach dann, es gibt andere Dinge, die BRENNENDER sind, Themen, gleich mi’m Thema Gesundheit. Gesundheit, Prävention is‘ wichtig, ganz viele Kinder, die übergewichtig sind, weil sie nur Fast Food kriegen und vorm Fernseher hocken. Das ist EHER ’n Thema, als jetzt den Leuten beizubringen, wenn ihr jetzt, also wir MACHEN das auch, wenn die Leute sagen, sie haben so’n riesen Stromverbrauch, dass wir den Leuten auch Tipps geben. Es gibt Stromsparchecks, die wir vermitteln können, dass die Leute einfach im Alltag mitbekommen, wo kommt denn der hohe Stromverbrauch her. Das gibt’s auch, aber also ich würde sagen, dass die Leute andere Probleme haben, als sich Gedanken zu machen, was aus dieser Umwelt passiert, was Klimaerwärmung bedeutet. Also das sind einfach, die haben ihren Blick für sich und ihren Kühlschrank und das Geld muss für den MONAT reichen und viel mehr ist, glaube ich, auch net rauszuholen. Und dann wär’s, glaube ich, auch gekünstelt und ich, also ich sehe mich da net in der Position den Leuten dann noch, wenn sie zu mir kommen und sagen, sie haben kein Geld, was einzukaufen, noch zu erklären, was sie machen können, um das Klima zu retten. Also es sind einfach ganz andere Probleme. Die müssen woanders gelöst werden und ich glaube net bei den Leuten, die mit kleinem Geldbeutel in so ’nem Stadtteil wohnen.
I: Haben Sie denn andersrum das Gefühl, dass die Belange dieser Leute gehört werden in diesen ganzen Klimafragen?
B: Die haben keine Belange. Also wie gesagt, klar, wenn das Strom teurer wird, die Leute leiden darunter, weil sie das zahlen müssen, ähm (.) aber, aber sonst finden da keine Diskussion statt. Also ich glaube, ne, das ist das Einzige, wo sie merken, wenn‘ s teurer wird, dann merken das diese Leute, weil sie eh wenig Geld haben. Aber ansonsten, wie gesagt, sind die Leute deswegen net von dem Thema net abgehängt. Das interessiert sie net, aber ich glaube jetzt auch nicht, dass sie mehr angehört werden müssten, weil sie‘ s net ändern können, weil sie nicht eben die Möglichkeit haben, auf was zu verzichten, was sie eh net haben. Die fahren kein Auto, fahren nich in Urlaub und gucken, dass sie einfach leben. Wo soll ich den Leuten dann noch erklären, wo sie noch großartig sparen können und, und auch wenn sie dann gehört WÜRDEN, die würden dann sagen, wir brauchen, ja, mehr Geld, um zu kompensieren, dass die Lebensmittel teurer werden. Ja, also, schwierig, ja.”
Interview 7:
I: Mhm. [mhm] (2) Ähm (.) wie gehen denn Ihre Klientinnen allgemein mit diesem Thema (.) um? Haben Sie das Gefühl, dass die da besondere Bedürfnisse, [nein] oder (.) irgendwas haben.
B: Glaub ich nich. (2) Ich äh ich glaub, das äh is äh ein, (.) also bei (2) bei Klienten, die Intelligenz- intelligenzgemindert schon sind, is das kein Thema. Das is gar kein Thema. Weil die einfach oft nicht den nächsten Tag sehen. Also die (2) handeln im Jetzt und Hier und versuchen sich da durchzuschlagen und haben da schon sehr viele Probleme. Aber diesen Weitblick, der fehlt ihnen ganz oft. Und mit dem Thema Klimaschutz, ähm, was kommt auf die Erde zu, bei der Erderwärmung, (.) sind sie, glaub ich, ähm, nicht so berührt von. S- Wenn dann eher so diese allgemeine Verunsicherung, wo sie das Gefühl haben, sie können nichts tun. Sie es- is- können eh keinen Beitrag [mhm] leisten. Das is mein Gefühl. [Mhm]”
“Weil vieles ähm kann man, wenn man möchte, nachhaltiger, und nachhaltiger Produktion, ähm, kann man erwerben. Wenn es nich so teuer wäre, könnte man es auch für Menschen mit wenig Geld attraktiv machen. Ich weiß auch, dass Produktionskosten in Deutschland teuer sind. Aber ich sehe diesen Trend, äh (.) dass sehr viele (.) Sachen, Klamotten, (.) von China, vom Chinamarkt bestellt werden. Temu, Shein, (unv.) Schein, Shein, glaub ich, ja, is so attraktiv geworden. Es wird UNMENGEN an Sachen werden bestellt (.) VON Klienten jetzt. Da sehe ich einen neuen Trend, wirklich. Wir hatten hier äh immer so eine kleine Flohkiste, so n, so n Flohmarkt mit nem Regal hier, wo äh Eltern was mitnehmen konnten äh oder auch wieder was hinlegen konnten, an norma- an vernünftigen Sachen. Das ist unmöglich geworden, weil bei Temu wird alles bestellt, und dann werden die kaputten, schmutzigen Sachen hier bei uns hingeworfen, oder die Sachen, die bei Temu bestellt wurden, die nich passen, die werden in Masse bei uns hier so abgelagert, ja. Ähm der Bedarf is einfach auch nicht mehr da äh für für Sachen, die schon mal getragen wurden, ne. Wir haben n Schneiderkurs, wo wir versucht haben, Eltern zu sagen, Mensch, lernt doch mal, wie man n Kleidchen, oder auch selbst mal Sachen zu flicken, wie man das lernen könnte. Is gar kein Interesse einfach da, weil der Markt doch so überschwemmt wird, mit so vielen Billigklamotten, aus dem chinesischen Markt. Und da fände ich schon, wenn man äh doch mehr so tendenziell, so n bisschen, mit der Produktion, der nachhaltigeren Produktion in Deutschland auch bleibt, ja. Und genau sowas fördert, was nachhaltiger ist. Es gibt, glaub ich, Unmengen von Ideen, wo kleine Firmen sich, äh, gründen und solche Sachen nachhaltig machen, ähm, die müssten für mich nochmal mehr gestärkt werden, (?klar?).”
Interview 9:
“I: [00:32:35] Mhm. Und was haben Sie den Eindruck, wie (.) die Familien so damit umgehen, wie das für die eine Rolle spielt?
B: [00:32:46] [Atmet geräuschvoll aus] GANZ ehrlich? Wäre ich schon froh, wenn wir es schaffen, den Müll zu trennen. [lacht] [@Mhm.@] Ähm, (3) es ist EXTREMST mühsam, (..) Klimathemen an der Stelle auf die Tagesordnung zu holen. [Mhm.] Es geht bei, JUgendlichen geht es, Familien ist ECHT kompliziert. [Mhm.] Das hängt aber eher nicht damit zusammen, dass es FaMIlien sind, sondern es hängt eher mit der Nutzerstruktur zusammen, sagen wir es mal so. Ähm, (.) na, die eins, zwei, die sich dann auch mal dafür interessieren, aber die meisten: Ha, alles Klimalüge. [Schmunzelt] Ja, und das schlägt mir in letzter Zeit auch immer öfter um die Ohren. [Mhm.] KlimaLÜGE. Dann weiß ich immer schon, das Internet war wieder wirksam. [Lacht] Vielleicht so weit.”
“Und ich DENKE, das ist auch normal, weil ich muss erst dieses, dieses Alltags, also Wohnung, und die Wohnung ist, äh, äh bezahlt, WIE auch immer. Oder die Miete ist bezahlt, wie auch immer. Und das Essen ist vorhanden und das ist vorhanden. Und wenn all das ABGESICHERT ist, dann kommst du, glaube ich, erst so auf die nächste Ebene, äh, ähm, dass du auch WIRKLICH anfängst, nochmal bei Umweltthemen zu gucken.”
Interview 10:
“Äh, ja, die Leute würden sich damit sicherlich, wie gesagt, junge Leute beschäftigen sich damit, mehr wie ältere. Es würden sich mehr Leute damit beschäftigen, wenn sie mit ihrer EIGenen Problematik nicht so viel zu tun hätten, [01:52:37] äh, dass sie dann mehr, äh, auf die Schwierigkeiten, die sie dann finanziell haben, wenn Preise teurer wären, als dass sie sich vielleicht, äh, (2) da vielleicht ein bisschen mehr einbringen und sagen, wenn ich da was, mich mal engagiere oder da mal fürs Klima was mache, bringt das am Ende mehr, dann ist doch die Problematik der Geldbeutel und die Probleme, die man vielleicht andersrum hat, noch ein bisschen eher im Vordergrund als, als da aktiv zu werden.”
Interview 12:
Ja, klar, ich meine irgendwie natürlich, ähm, (5) also ich finde das ja total häufig so, dass man gerade auch die, ähm, (2) viele Familien dann auch, ähm, Hilfeleistung, ja, oder staatliche Hilfeleistung bekommen, sag ich mal, irgendwie, ähm, (.) ja, sag ich mal, Bürgergeld empfangen. Und, ähm, genau, dann auch Wohngeld bekommen und so auch (?beSTROBen?), äh, natürlich auch von, vom, vom Jobcenter dann übernommen wird und, ähm, genau, das is dann eigentlich auch so ein bisschen schwierig, also wenn ich diese Leistung ja auch bekomme, dann is natürlich auch meine Frage, inwiefern, ähm, (.) muss ich, sag ich mal, ähm aufgrund eines Klimawandels irgendwie mein, mein, ähm (2) ja, sag ich mal, [00:11:35] erst mal, die, die, meine, wenn ich die Heizung anhabe und die Türe aufhabe, ähm, genau, dann merke ich das irgendwann auch an meinen Heizkosten oder sowas, aber wenn ich die jetzt ja nicht, ähm, genau, wenn ich die jetzt nicht selber zahle, dann übernimmt ja auch irgendwer, übernehme ich auch nich die, die volle Verantwortung auch, sag ich mal, für, für, für meine Finanzen, aber vielleicht dann auch der nächste Punkt und ich glaube, ähm, ja, glaub ich so die (2) ja, ich glaube, das is äh, dass viele Familien auch SO viele eigene Probleme haben, dass die sich mit solchen, sag ich mal, (.) allgemeineren Themen vielleicht auch wenig auseinandersetzen. [00:12:22]
Interview 16:
“Ähm, ja, das wäre jetzt so n übergreifendes Thema, also tatSÄCHLICH, wir ham ja VIEL, so auf Stadtteilebene und die Menschen HIER, was haben die für BeDÜRFNISSE oder wie, wie sind die Gespräche mit denen? (1) Und in unserm GESPRÄCH ist mir jetzt aufgefallen, dass doch immer dieses Überthema von GLOBAL, Ausbeutung, Klimazerstörung, KRIEGE, ReSSOURCENVERTEILUNG, KaPITALISMUS, dass das eigentlich das GROßE Thema ist, […] (2) Vielleicht ist es tatsächlich auch in so nem FORSCHUNGSPROJEKT (1) äh-, vielleicht so ein bisschen auch AUSGRENZEND, (1) äh, [01:13:08] dass eher so, (1) @also ja@, so getan wird, als, äh, würde es auf die Menschen ANKOMMEN, mit wenig oder ohne Einkommen, obwohl es da gar nicht so viel STELLSCHRAUBEN GIBT und dass es, ähm, (2) wenn jetzt nur dieser BEREICH dann erFORSCHTt wird, äh, oder äh BEGUTACHTET wird, ähm, (2) ja, dass es dann oft n bisschen, (3) tja, wie soll man das sagen? Äh, weißt du, was ich mein? Dass es sozusagen DIESE GRUPPE ja noch MEHR stigmatisiert und vielleicht so en bisschen impliziert, AH wenn wir DA was verändern, dann wird sich die Gesellschaft verändern und alles BESSER werden, aber dass man vielleicht da schon auch KRITISCH (1) HINGUCKT aus, ich weiß gar nicht, ich bin da ja nicht so drin aus soziologischer Sicht, oder, ähm, (2) was sind die wirklichen Hintergründe oder BASIS [mhm] für die Gesellschaft und diese Menschen (1) ham nur wenig WIRKUNGSMACHT [01:14:08] oder auch nur wenig VERÄNDERUNGSMACHT, äh, da noch mal mehr drauf (1) [mhm] HINZUWEISEN”
Aussagen von Geringverdienenden
Interview 3:
“Aber ich sach ma- für mich is‘ es normal, der Klimawandel. (.) Also ich find‘ jetzt halt net, dass das jetzt halt nur davon kommt, dass jeder ein Auto fährt oder die Haushaltsgeräte. (3) So habe ich net den Eindruck. Ja gut, man könnt‘ bei den Haushaltsgeräte‘ vielleicht schon ein bisschen Strom sparen. Wer braucht heute ’nen elektrischen Fensterputzer oder (.) den Staubsauger muss man auch net jeden Tag anmachen. Man kann auch ’nen Besen in die Hand nehmen, wie früher auch. Ich denke (.) DA könnte man schon ’n bisschen was sparen.”
“Ja, wir diskutieren da schon mal drüber, dass man schon gucken kann, dass man sparen kann. Wenn ’ne Glühbirne kaputt geht, dann kauft man sich eben diese LED-Lichter. Ja, die sin‘ aber wieder TEUER. (.) Ja, ihr müsst ja jetzt net alle auf einmal auswechseln. Wenn eine kaputt geht, dann kauft man sich halt EINE und wartet halt, bis die andere‘ auch kaputt sind. (.) Oder alte Kühlschränke. Wie viele haben alte Kühlschränke in der Wohnung, können sich aber keine neue kaufen. Da könnte doch der Staat auch mal ’n bisschen was machen. Dass er die Leute unterstützt, die wenig Geld haben, dass sie ’n Zuschuss oder irgendwas bekommen. Also für so Sache wäre ich schon. Das gehört normalerweise öfters mal angesproche‘.”
Interview 4:
“Und es ist einfach, die Klimaerwärmung macht alles kaputt. (.) [0:11:00.0] Also ich denke, der Mensch zerstört eigentlich selber seine Erde. Aber man is da selbst dabei, weil heute ist man vorsichtiger und spart und tut. Und der nächste Tag is man wieder nich mehr so. Weil’s einem net gerade drückt oder, oder, äh, man lebt, man menschelt, sage ich immer.”
Interview 8:
“B: (6) Hm. (2) Ja weniger mit dem Auto fahren ging bei mir schlecht, weil ich ja in der Leiharbeit war. (2) Das ist dann so ein Zwiespalt, das is dann wieder der Druck von oben. Oben MÖCHte und unten soll funktionieren und das müssen Sie sich abgewöhnen. Das= di= Dass die Kommunikation zwischen oben und unten muss anders. ((leise) Also das geht nich) [nee] Also der Druck war da, ich musste ja auf Arbeit. Also musste ich ja äh äh den Tankschlauch in mein Auto reinhalten. (2) Privat konnte ich nicht groß rumfahren, Ausflüge machen, weil ja das Sp= Spritgeld halt für die Arbeit drauf ging, ne. (2) Hm.”
“Und jetzt, äh, konnte ich halt auch nur, äh, das kaufen, was finanziell möglich ist. Ich ha= den Kühlschrank habe ich übernommen. Ähm ((leise) weiß jetzt nich), ob das Ihre Frage beantwortet. (2) Ich muss erstmal sehen, wie sie es einspielt. (lacht) [mhm, ja] Ich werd schon Nachteile haben aufgrund der Tatsache, dass […] ich ja mich komplett, äh, mit den möglichen Mitteln halt neu einräumen musste. Dadurch isses halt der alte Kühlschrank noch, der noch, der r= unten Wasser lässt. Es müsste ein neuer werden. (.) Dann hatte ich einen uralten Fernseher geschenkt bekommen, der frisst mehr Strom. Äh,(.) die Waschmaschine is, muss ich zweimal die Wäsche schleudern, damit, äh, die Wäsche trocken ist, weil’s ne billige Waschmaschine ist. Also, ich werde das schon im jetzigen Lauf des Jahres mitbekommen, dass ich halt Geräte habe, die halt auch gar nich, äh, (.) äh, diesen neuen Energiesparmöglichn= keiten, äh,(.) hergibt, ne. [mhm] (.) Das werde ich schon noch mitbekommen.”
Interview 11:
“man muss halt selber auch eine Veränderung für sich sein, indem wir vielleicht auch schauen, wie man dann einspart oder klimafreundlich handelt. [00:18:29] Andererseits ist mir aber AUCH bewusst, dass ich so ein kleiner Fisch bin. Im Gegenteil, so Multimilliardäre, die halt nach Sylt fahren, fliegen mit dem Privatjet. Da brauche ich VIEL weniger CO2. Ähm, ich mache das Beste draus.”
“B: Ähm, Einbau von Wärmepumpen ist schon begegnet, WEIL wir halt Ölpumpe haben. [00:29:52] Das heißt, wir müssen kurz oder lang schauen, dass wir es umrüsten. Nur geht es halt nicht, wenn du nicht die Kosten stemmen kannst. Es wird halt immer davon ausgegangen, dass ein Mensch, der ein Haus hat, automatisch auch das Geld hat, um dort alles zu tun. (.) Aber bei den Löhnen und den Lebensumstandskosten momentan kannst du dir gar nicht das Geld zusammensparen, um dann dir eine Wärmepumpe einbauen zu lassen. (.) Und da ist halt immer die Überlegung, außerdem ist halt auch Effizienz auch wichtig. Also, je nach Hersteller sind die Wärmepumpen auch nicht so gut. Wo man aber darauf achten muss, welcher verkauft in der Umgebung, zu welchem Preis, welche Pumpe und welche ist am besten dann. [mhm] Und es ist halt so ein riesen Konstrukt auch, wo man teilweise alleine sich überlassen ist, weil man muss sich ja auch selber informieren, muss selber schauen, welches ist das Beste. Dann kommt halt natürlich auch noch Zeitmangel dazu, weil du MUSST arbeiten momentan. [00:30:54] Und deswegen bin ich auch in der Selbständigkeit. Also es geht nicht, dass eine Frau zu Hause sitzt und der Mann zum Beispiel arbeitet und sie kann sich dann um sowas kümmern. Sondern wenn beide halt berufstätig sind und DANN noch Kinder haben und dann das, dann ist das mit der, also wie gesagt, Wärmepumpe ist da aufgefallen und begegnet, ja. (..)”
Empowernde Aussagen
Interview 2:
“Unsereins hat den Luxus und kann überlegen, wo kann ich denn Energie einsparen. Ich glaube, bei den Leuten, die eben wirklich eh schon im Existenzminimum leben, die können da nichts mehr sparen. Da kann man das auch nicht erwarten.”
“Das interessiert sie net, aber ich glaube jetzt auch nicht, dass sie mehr angehört werden müssten, weil sie‘ s net ändern können, weil sie nicht eben die Möglichkeit haben, auf was zu verzichten, was sie eh net haben. Die fahren kein Auto, fahren nich in Urlaub und gucken, dass sie einfach leben. Wo soll ich den Leuten dann noch erklären, wo sie noch großartig sparen können und, und auch wenn sie dann gehört WÜRDEN, die würden dann sagen, wir brauchen, ja, mehr Geld, um zu kompensieren, dass die Lebensmittel teurer werden. Ja, also, schwierig, ja.”
Interview 10:
“Also haben sie mit ihrem Protest gegen diese ganze Bauerei eigentlich auch einen Protest, was das Klima, äh, äh, schädliche an dieser Geschichte ist, mit drinne gehabt, ohne dass sie das eigentlich gemerkt haben in ihrer Argumentation, äh, weil da ging’s dann auch um Verkehr und ging’s um ganz viele andere Sachen. (.) Und manchmal, äh, ja, argumentieren sie denn mit anderen und haben eigentlich das Thema MIT drinne, ohne dass sie’s merken. Also ist dann auch eine schöne Geschichte, aber, äh, ohne dass sie wirklich so auf dem Schirm haben, dass sie da jetzt von Klimaschutz reden, wenn sie sagen, muss da jetzt ein Platz wieder neu gepflastert werden, [01:01:10] dann könnte man dann nicht Bete oder Rasen machen, damit’s ein bisschen grüner aussieht, dann reden sie eigentlich mehr davon, dass es schöner aussieht oder dass sie mal einen Baum haben, wo sie sich darunter setzen können. Das ist dann der Gedanke, den sie haben, aber dass sie da auch für Klimaschutz was argumentieren, haben sie so gar nicht auf der Pfanne, sondern, ja, sondern, [mhm] äh, äh, ist nicht DER, der erste Gedanke, den sie im Kopf haben, obwohl sie eigentlich mit einer klimaschützenden Maßnahme argumentieren, ohne dass sie das wirklich MERken, dass sie das machen können.”
16: Kommentar zur Bedeutung von Klimawandel für Quartiersarbeit:
“Genau, also ich glaub-, also gerade mit dem Hintergrund, dass ja vulnerable GrUPPEN (1) sehr viel stärker äh vom Klimawandel beTROFFEN sind, dass selbst diese Information noch @gar nicht@ äh, ANGEKOMMEN ist und auch, äh, da natürlich (1) selTEN bis gar nicht mit den FOLGEN gearbeitet wird, nh?”
“Ähm naja, ich merke, wenn ich das erzähl, dass da auch ne große FrustrATION, aber auch SORGE is, dass, (1) dass, @eigentlich fast gar nichts geht,@ also, dass wir schon gute Sachen machen, äh, KLIMASCHUTZ, äh, ENERGIEEINSPARn oder ComMUNITY-Organizing im Stadtteil, aber diese grOßen, große Meta-Ebene es ja quasi irgendwie so gegen die Wand geht, ja, und ähm ja, dass es auch so ne Stimmung generiert, nh? Das man sich so hilflos und frustriert fühlt”
“Oder auch, (3) ich glaub, äh, dass (2) Klimaschutz eben auch was mit, (3) mh, (2) DemoKRATIE zu tun hat, oder Vermeidung von KRIEGEN, von KonFLIKTEN, gleichmäßige Verteilung von RESSOURCEN, von Reichtümern, ja, also das, (1) was eigentlich nur DAnn funktionieren kann, wenn alle in Menschen mitgenommen werden. (3) Mh ja, auch die Sichtbarmachung von, ich glaub, das wird auch wenig, äh, gemacht oder zu wenig, äh, dass die Menschen mit WENIG Einkommen [01:06:36] oder vulnerable Gruppen am MEISTEN LEIDEN, auch gloBAL geSEHN natürlich von Menschen in Ländern, die sehr unter den Auswirkungen zu leiden haben, obwohl sie gAr nICHT das produziert haben oder schuld sind oder da immer noch so eine Art von KOLONIALISIERUNG stattfindet. UND das aber auch den Menschen in den Stadtteilen auch diese GLOBALE SACHE nahezubringen, weil das ja vielleicht ÄHNLICHE Menschen sind wie HIER, die DA wenig Einkommen und hier haben und nur die KLEINEN sind ohne, ohne, ohne MACHT und ohne ReSSOURCEN, (2) genau.”
“Mh mehr BETEILIGUNG, mehr UnterstÜTZUNG, mehr BILDUNG (3) mh FINANZIELLE UnterSTÜTZUNG auch oder AusGLEICH (3) mh (2) [mhm] Äh, ja, Demokratie von UNTEN fORMEN, so BÜRGER-,INNEN, RÄTE, Community-Organizing, (2) […] Runde-TISCHE, also dass das mehr gestemmt wird ja. [mhm] Informationen auch, also INFORMIERN und bilden auch auf so STADTTEILN oder NachbarschaftsEBENEN schon. (3)”
“Vielleicht ist es tatsächlich auch in so nem FORSCHUNGSPROJEKT (1) äh-, vielleicht so ein bisschen auch AUSGRENZEND, (1) äh, [01:13:08] dass eher so, (1) @also ja@, so getan wird, als, äh, würde es auf die Menschen ANKOMMEN, mit wenig oder ohne Einkommen, obwohl es da gar nicht so viel STELLSCHRAUBEN GIBT und dass es, ähm, (2) wenn jetzt nur dieser BEREICH dann erFORSCHTt wird, äh, oder äh BEGUTACHTET wird, ähm, (2) ja, dass es dann oft n bisschen, (3) tja, wie soll man das sagen? Äh, weißt du, was ich mein? Dass es sozusagen DIESE GRUPPE ja noch MEHR stigmatisiert und vielleicht so en bisschen impliziert, AH wenn wir DA was verändern, dann wird sich die Gesellschaft verändern und alles BESSER werden, aber dass man vielleicht da schon auch KRITISCH (1) HINGUCKT aus, ich weiß gar nicht, ich bin da ja nicht so drin aus soziologischer Sicht, oder, ähm, (2) was sind die wirklichen Hintergründe oder BASIS [mhm] für die Gesellschaft und diese Menschen (1) ham nur wenig WIRKUNGSMACHT [01:14:08] oder auch nur wenig VERÄNDERUNGSMACHT, äh, da noch mal mehr drauf (1) [mhm] HINZUWEISEN, so, ja, [mhm] das wär sozusagen @der PRÄMBEL@, oder, [ja] ähm, ja”

Quelle: Die Klimafrage ist eine soziale Frage
Dieser Bildungsbaustein ist Teil des Projekts (Un-) Gerechtigkeit in der Energiewende – Vom digitalen Diskurs zur Lebenswelt der EH Freiburg.