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SAGE-Hochschulen fordern mehr Relevanz und Förderung im deutschen Wissenschaftssystem

Die Bundesregierung verfolgt mit der Hightech-Agenda, ihrer sicherheitspolitischen
Neuausrichtung und der Stabilisierung von Daseinsvorsorge und Sozialstaat Ziele, die ohne die Disziplinen Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Erziehung und Bildung (SAGE) nicht zu erreichen sind. Es ist daher zwingend erforderlich, die SAGE-Disziplinen gemäß ihrer gegebenen Relevanz in wissenschafts-, forschungs- und hochschulpolitische Strategien aufzunehmen. Dabei gilt es, die entsprechenden Förderarchitekturen systematisch zu erweitern und die Hightech-Agenda weiterzuentwickeln. Ziel muss es sein, das Leistungspotenzial der SAGE-Disziplinen für gesellschaftliche Sicherheit und Zusammenhalt, für Effizienzgewinne in der Gesundheitsversorgung, Bildung und Prävention sowie für die Stabilität und Funktionalität demokratischer Verfahren konsequent zu entfalten. Nur durch eine gezielte Stärkung der SAGE-Disziplinen wird auch die im Koalitionsvertrag
angestrebte, funktionale Gleichwertigkeit von Universitäten und Hochschulen für
angewandte Wissenschaften (HAW) förderpolitisch sichtbar eingelöst.

Campus der EH Freiburg, Foto: Marc Doradzillo

Profil- und Forschungsschwerpunkte der deutschen SAGE-Hochschulen leiten sich aus den großen
gesellschafts- und sicherheitspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre ab: dem
demografischen Wandel, dem Abbau sozialer Ungleichheit in einer multidiversen Gesellschaft, der
notwendigen Stärkung solidarischer, sozialstaatlicher Strukturen angesichts erhöhter Armutsrisiken,
dem Schutz von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie der notwendigen gewaltfreien und
verständigungsorientierten Konfliktbewältigung unter Einbeziehung aller, angesichts einer Zunahme
von Gewalt sowie sozialen und politischen Krisen.

Wir SAGE-Hochschulen und -Fachbereiche stellen fünf konkrete Forderungen auf:

  • SAGE in den Strategien verankern.
    Explizite Berücksichtigung der angewandten SAGE Forschung in der Hightech-Agenda, in Forschungs- und Transferstrategien sowie in der sicherheitsrelevanten Forschung von Bund und Ländern.
  • Förderlinien sichern und ausbauen.
    Neuauflage und Aufwertung von FH Sozial, ergänzt um ein eigenes Förderprogramm für soziale Innovationen, soziales Unternehmertum und inter-/transdisziplinäre SAGE-MINT-Verbundforschung. Zweckbindung der Mittel aus FH Personal und Innovative Hochschule für die HAW – auch im Rahmen der DAFG.
  • Karrierewege.
    Leistungsgerechte Vergütung wissenschaftlich qualifizierter SAGE Fachkräfte sowie Aufbau geeigneter Promotionsstrukturen und systematische Finanzierung von Qualifizierungsstellen für SAGE-Promotionen.
  • Vollakademisierung und europäische Anschlussfähigkeit.
    Konsequente Vollakademisierung der SAGE-Berufe und Angleichung an Common Training Frameworks
    (CTF) auf EU-Ebene zur Sicherung von Qualität, beruflicher Mobilität und Fachkräftegewinnung.
  • Aufgabenübertragung und Prävention.
    Wissenschafts- und gesundheitspolitisch konsequente Übertragung ärztlicher Aufgaben auf wissenschaftlich in Verantwortung der Hochschulen qualifizierte Pflegefachpersonen und Physio-/Ergotherapeut_innen sowie strukturelle Verankerung interprofessioneller Prävention.

Die Bundesregierung wird ihre Ziele in puncto Sicherheit, Innovation, Fachkräftesicherung und sozialer Stabilität nur erreichen, wenn sie die SAGE-Disziplinen als Leistungskern des Wissenschaftssystems behandelt. Dazu muss die im Koalitionsvertrag formulierte funktionale Gleichwertigkeit von Universitäten und HAW in der Förder- und Strategiepolitik JETZT sichtbar werden.

Die Alice Salomon Hochschule Berlin und die Rektorenkonferenz der kirchlichen Hochschulen für
angewandte Wissenschaften Deutschlands (RKHD) – zu der die Evangelische Hochschule Freiburg gehört – haben hierzu am 29.06.2026 ein Positionspapier verabschiedet.

Den vollständigen Text finden Sie unter Download, der Text auf dieser Website ist ein Auszug aus dem Positionspapier.

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Ansprechperson