Interreligiöses Lernen kann gelingen, wenn Menschen bereit sind, Unterschiede auszuhalten
Im Rahmen des Erasmus+ Projekts „Sharing Worldviews. Learning in Encounter for Common Values in Diversity“ wurde ein interreligiöser Studientag erprobt und ausgebaut. Mit diesem Format soll der Erwerb von Umgangskompetenzen mit religiöser und weltanschaulicher Vielfalt in den Hochschulen unterstützt werden: indem die kompetente Selbstreflexion zu Religion und Weltanschauung ermöglicht wird und Vorurteile abgebaut werden.

Mitte Juni kamen trafen sich Studierende aus Freiburg und Karlsruhe sowie ihre Dozierenden an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe zum Interreligiösen Studientag zusammen. „Unter der Überschrift „Fundamentalismus“ gab es in jeder Hinsicht viel zu besprechen“, berichtet Prof.in Dr.in Eva Jenny Korneck. Es ging um Fragen, wie zum Beispiel: Wo tauchen Fundamentalismen in den verschiedenen Religionen auf? Gibt es dabei Parallelen oder gar wiederkehrende Muster? Was macht religionspädagogisch verantworteten Umgang mit fundamentalistischem Gedankengut aus?
Den gesamten Vormittag nutzten die Studierenden der Fächer evangelische, katholische und islamische Theologie sowie der Ethik/Philosophie, um an vorbereiteten Stationen in routierenden, gemischten Gruppen über das ins Gespräch zu kommen, was zuvor in verschiedenen Seminaren erarbeitet worden war. Dabei wurde schnell klar: Fundamentalismus ist kein Phänomen einer einzelnen Religion oder Weltanschauung. Es gibt ihn in den unterschiedlichsten Formen.
Jede Gruppe stellte Beispiele aus ihrer eigenen Tradition vor, sodass sich Gemeinsamkeiten konkret veranschaulichen ließen und Raum zum Nachfragen entstand. Korneck: „Nachdem auf diesem Weg eine gemeinsame Diskussionsgrundlage gelegt war, wurden die Ideen und Erfahrungen der best practice im Umgang mit fundamentalistischen Überzeugungen Stoff für weitere Diskussionen. „Das gemeinsame Anliegen, mit diesem gesellschaftlich relevanten Thema verantwortungsbewusst umzugehen, stand allen deutlich vor Augen“, ergänzt Korneck.
Der interreligiöse Studientag wurde im Rahmen des Erasmus+ Projekts „Sharing Worldviews. Learning in Encounter for Common Values in Diversity“ erprobt und ausgebaut. Das Format ist Teil des Zertifikats „Interreligiöses Begegnungslernen/Sharing Worldviews“, mit dem der Erwerb von Umgangskompetenzen mit religiöser und weltanschaulicher Vielfalt insbesondere in Schulen gefördert werden soll: indem eine kompetente Selbstreflexion zu Religion und Weltanschauung unterstützt und Vorurteile abgebaut werden. Teilnehmende an dem Studientag sind Lehramtsstudierende der Studienfächer Ethik sowie evangelische/ islamische/ jüdische/ katholische Theologie/ Religionspädagogik in Grundschule und Sekundarstufe I (die das Zertifikat an der PH Karlsruhe erwerben), aber auch Master-Studierende der Religionspädagogik von der Evangelischen Hochschule Freiburg.
Von den beteiligten Hochschulen haben an dem Studientag mitgewirkt: Dr.in Regina Speck (Katholische Theologie, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Katholische Theologie der Pädagogischen Hochschule (PH) Karlsruhe), Prof.in Dr.in Annette Hilt (Ethik/Philosophie, Vertretungsprofessorin für Praktische Philosophie am Philosophischen Institut der PH Karlsruhe), Oya Ibrahim (Islamische Theologie) und Prof.in Dr.in Eva Jenny Korneck (Evangelische Theologie, Professur für Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Altes Testament, Evangelische Hochschule Freiburg).
Die Erfahrungen des Studientages zeigen, wie wertvoll Begegnungen mit Menschen anderer Religionen sein können. Solche Begegnungen können Vorurteile abbauen und zeigen, dass ein friedlicher und konstruktiver Austausch trotz unterschiedlicher Überzeugungen möglich ist.
Elena, Master Religionspädagogik, EH Freiburg
Ansprechperson an der EH Freiburg
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Prof.in Dr.in Eva Jenny Korneck
Studiengangsleitung M.A. Religionspädagogik · Fachbereich II Theologische Bildungs- und Diakoniewissenschaft
Besonders beeindruckt hat mich, wie respektvoll der Austausch verlief. Für mich wurde dabei deutlich, dass interreligiöses Lernen vor allem dann gelingt, wenn Menschen bereit sind, einander zuzuhören, Unterschiede auszuhalten und die Perspektiven des Gegenübers ernst zu nehmen.
Patric, Master Religionspädagogik