Eignet sich das Konzept Living Library für Gemeinwesenheit?
Prof. Dr. Dirk Oesselmann: „Die „Living Library“ hat Potenzial für Integration und eine demokratische Gesprächskultur.“

Living Library 2026 in Freiburg-Weingarten, Foto: privat
Im Rahmen des Stadtteilfests in Freiburg-Weingarten fand am 3. Juli 2026 eine von Studierenden der EH Freiburg organisierte „Living Library“ im Kinder- und Jugendzentrum Weingarten statt. Mit dem Konzept einer „Living Library“ als öffentliche Veranstaltung startete die EH Freiburg vor wenigen Jahren und lud dazu in ihre Bibliothek ein, beispielsweise zum Thema „DIVER CITY Freiburg – Queere Lebensrealitäten und Diversität – Vielfalt leben“. Dort gab es jeweils für 30 Minuten „Human Books“, also Menschen statt Bücher zum ‚Ausleihen‘, genauer gesagt: die Gelegenheit, direkt mit den Menschen ins Gespräch zu gehen.
Für die „Living Library“ im Stadtteil Weingarten erklärten sich sechs Menschen – alle aus Weingarten kommend – bereit, vor einer kleinen Gruppe an Zuhörenden als „Human Books“ ihre Lebensgeschichte zu teilen. Der Titel der Veranstaltung „Wurzeln – Wege – Weingarten“ lud dazu ein, von der eigenen Lebensgeschichte und der Verwurzelung im Stadtteil zu erzählen. Dabei war es den Teilnehmenden überlassen, selbst zu entscheiden, über welches Thema sie wie ausführlich sprechen wollten.
Die leitenden Dozierenden Prof. Dr. Dirk Oesselmann, Prof.in Dr.in Isabelle Ihring und Bibliotheksleiter Julien Collenge, die die „Living Library“ als Studienprojekt im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit ins Leben gerufen haben, sehen in der Veranstaltung im Stadtteil einen Probedurchlauf für das Konzept der „Living Library“ in der Gemeinwesenarbeit.
Die Studierenden stellten sich in Vorbereitung auf das Stadtteilfest Fragen, ob es gut sei, eine solche Veranstaltung an andere anzugliedern, ob halb-öffentliche Räume ein geeigneter Rahmen für die sehr persönlichen Erzählungen seien oder ob diese auch in der uneingeschränkten Öffentlichkeit funktionieren würden? Insgesamt entdeckten die Studierenden ihr Interesse an der Durchführung weiterer „Living Libraries“ mit dem Ziel, herauszufinden, welche Bedeutung dieses Konzept für die Gemeinwesenarbeit einnehmen könnte, als Ort für Austausch, bedeutsame zwischenmenschliche Kontakte und den Abbau von Vorurteilen.
Dirk Oesselmann: „Das Konzept der „Living Library“ hat meiner Erfahrung nach ein eminent wichtiges Potenzial zur Integration im Gemeinwesen sowie für eine demokratische Gesprächskultur. Nicht zufällig wurden wir eingeladen, eine weitere Living Library bei der `Langen Nacht der Demokratie´ am 2. Oktober durchzuführen.“
Ansprechpersonen
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Prof. Dr. Dirk Oesselmann
Professur für Theologie / Gemeindepädagogik; Beauftragter für Internationalisierung; Studiengangsleitung B.A. Religion und Soziales; Beauftragter für Internationalisierung · Fachbereich II Theologische Bildungs- und Diakoniewissenschaft
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Prof.in Dr.in Isabelle Ihring
Professur Jugend und Soziale Arbeit; Studiengangsleitung B. A. Soziale Arbeit · Fachbereich I Soziale Arbeit
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Julien Collonges
Leitung der Hochschulbibliothek