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Autor*innenlesung ergänzt Hochschullehre

Die Autorin Șeyda Kurt hat an der Evangelischen Hochschule aus ihrem Buch „Hass. Von der Macht eines widerständigen Gefühls“ vorgelesen und über ihre Positionen mit Studierenden und anderen interessierten Gästen diskutiert. Das Buch ist Pflichtlektüre des Seminars “Post- and decolonial theories and practices and their significance for social work” von Prof.in Dr.in Isabelle Ihring.

v. li. Isabelle Ihring, Johanna Dangel ,Banu Bayram, Șeyda Kurt, Foto: Jule Schnellbach

Șeyda Kurt stellt Perspektiven marginalisierter Gruppen in den Vordergrund

„Șeyda Kurt stellt konsequent die Perspektiven marginalisierter Gruppen in den Vordergrund und zeigt an vielen Beispielen, wie strukturelle Diskriminierung nicht nur traurig oder wütend macht, sondern auch Hass auslösen kann – und wie sich dieser Hass strategisch nutzen lässt, um globale errichtete Systeme der Entmenschlichung, Ausgrenzung und Ausbeutung zu verändern. Sie greift auf Geschichten aus der Welt zurück, die zeigen, wie die Dekolonisierung von Herrschaftsverhältnissen gelingen kann – mit all den damit verbundenen Schwierigkeiten.“, erklärt Isabelle Ihring.

Lesung ist wichtige Ergänzung zur Hochschullehre

Für Ihring ist das Format der Lesung plus Diskussion eine wichtige Ergänzung zur Hochschullehre. „Der Austausch mit Autor*innen, deren Werke sich mit gesellschaftlichen und globalen Ungleichheitsverhältnissen auseinandersetzen, die damit Menschen berühren, zum Nachdenken und Weiterdenken anregen, gehört für mich zur Lehre.“ Das Buch war daher Pflichtlektüre des Seminars “Post- and decolonial theories and practices and their significance for social work” von Ihring.

Mehrere Partner haben die Veranstaltung organisiert und finanziert

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von mehreren Partnern organisiert und auch gemeinsam finanziert: den Professor*innen Dr.in Melanie Hussak (Leitung Friedensinstitut, EH Freiburg) und Dr. Dirk Oesselmann (International Office, EH Freiburg), Julien Collonge (Leitung Bibliothek, EH Freiburg), zusammen leben e.V., Jos Fritz Buchhandlung und Africa Centre for Transregional Research an der Universität Freiburg. Zudem brachte Isabelle Ihring das Preisgeld des Lehrpreises 2024/2025 der Evangelischen Hochschule in Höhe von 1000 Euro ein; 2025 wurde sie mit dem Lehrpreis für ihre Lehrveranstaltung „Dekolonialer Lernraum. Postkoloniale Theorien und dekoloniale Praktiken und deren Bedeutung für Soziale Arbeit“ ausgezeichnet.

Einordnung des Gefühls Hass

Isabelle Ihring: „In der Lesung ordnete Șeyda Kurt Hass zunächst historisch ein, als vermeintlich „schlechtes“ Gefühl im Vergleich zu den vermeintlich „guten“ Gefühlen – eine Dichotomie, die die Autorin auf Aristoteles und die christliche Kirche zurückführt und deren Nachwirkungen sie bis heute sieht. Davon ausgehend stellt Kurt ihre eigene Perspektive auf den selbstermächtigenden, befreienden Hass als Antwort auf strukturelle Gewalt und Unterdrückung vor. Den Abschluss bildete der Blick auf abolitionistische Perspektiven und die Idee eines widerständigen Hasses als Werkzeug des Widerstands – hin zu einer Gesellschaft, die zu hassende Strukturen erst gar nicht mehr hervorbringt. Die Lesung fügte sich damit thematisch nahtlos in die im Seminar „Postkoloniale Theorien und dekoloniale Praktiken und deren Bedeutung für Soziale Arbeit“ verhandelten Fragen nach Widerstand, Macht und Emotion ein, das jährlich im Bachelor Soziale Arbeit stattfindet.“

Moderation

Moderiert wurde der Abend gemeinsam von Isabelle Ihring, Banu Bayram, einer Studierenden der Evangelischen Hochschule und Johanna Dangel, Geschäftsleiterin von zusammen leben e.V.

Foto: Jule Schnellbach

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