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Friedensprojekt Europa ade?

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05.10.2020  - 06.10.2020
Katholische Akademie Freiburg

Die europäische Einigung brachte nach dem Zweiten Weltkrieg Aussöhnung zwischen Erzfeinden. Damit stieg die Europäische Union weltweit zum Friedensprojekt mit Vorbildcharakter auf. Heute benötigen wir dringender denn je eine Europäische Union, die für Frieden und Menschenrechte eintritt – zu Hause und jenseits ihrer Grenzen. Doch dies ist derzeit keineswegs gewährleistet.

Die Tagung bietet Raum zur Wahrnehmung und Analyse der aktuellen Politik der EU und Bundesregierung. Gleichermaßen sollen auch ergänzende und kritische Perspektiven zu Wort kommen. Ab 2021 sind Milliardeninvestitionen für die europäische Rüstungsindustrie, gemeinsame Militäreinsätze und noch mehr Grenzsicherung eingeplant. Die vornehmliche Förderung von Frieden und Menschenrechten droht der Abwehr von Migration und Flucht zum Opfer zu fallen.

Verschiedene Impulse beleuchten auf der Tagung die Entwicklung Europas hin zu einer Militärunion und ihr Verlassen des Friedenspfades. Aufbauend darauf werden Perspektiven für die Wiederherstellung des „Friedensprojektes Europa“ gezeigt. Die EU-Außen- und Sicherheitspolitik werden auf ihre Friedenstauglichkeit befragt und dabei auch das Finanzierungsvorhaben „EU-Friedensfazilität“ in Blick genommen, das zu einem zwiespältigen Ansatz zu werden droht. Ein thematischer Abstecher in die Karibik lenkt auf eine vergessene Realität: EU-Land mitten in der Karibik mit allen Auswirkungen für die karibische Region.

Eine zentrale Stellung auf der Tagung wird auch die von der EU betriebene Migrationsabwehr einnehmen. Weltweit stehen die unhaltbaren Zustände der unbegleiteten Minderjährigen während der Covid-19-Krise in Griechenland im öffentlichen Fokus. Auch der größte aktuelle Bundeswehreinsatz in Mali als EU-Projekt mit seinen weitreichenden Konsequenzen für Afrika und die EU wird beleuchtet. Mit dem facettenreichen Programm wird die EU mit ihrem Handeln daraufhin geprüft, ob sie den Frieden anstrebt oder längst in die entgegengesetzte Richtung steuert.

Wir freuen uns auf das Gespräch mit Vertreter*innen aus Politik, Hochschule, Kirche, Friedensgruppen und humanitären Organisationen.

Veranstalter*innen

Evangelische Landeskirche in Baden in Zusammenarbeit mit dem Friedensinstitut Freiburg

Keynote-Speaker

  • Prince Dr. Asfa-Wossen Asserate („Die neue Völkerwanderung“, Propyläen, 2016)
  • Prof.in Dr.in Manuela Boatcă, Universität Freiburg, Global Studies Programme (GSP)

Downloads

Das Programm der Tagung steht hier ab Ende August/Anfang September zur Verfügung.