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Jens Terjung, Dipl. Religionspädagogik

Was macht eigentlich…

Jens Terjung

… arbeitet seit 2001 als evangelischer Krankenhausseelsorger am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Freiburg und im Bereich der Klinik für angeborene Herzfehler, Universitäts-Herzzentrum Freiburg.

Dort begleitet er schwer erkrankte Kinder und Jugendliche und deren Eltern, die oft über mehrere Wochen oder Monate stationär aufgenommen sind.

Zuvor war Terjung als Gemeindediakon für den Gemeindeaufbau in den „neuen“ Freiburger Stadtteilen Rieselfeld und Vauban zuständig.

Beruflich kommt er aus einer ganz anderen Richtung: in seiner Heimatstadt Leer / Ostfriesland hat er eine Ausbildung als Sparkassenkaufmann absolviert, bevor er sich für das Religionspädagogik-Studium in Freiburg (ab Wintersemester 1992/ 93) entschieden hat.

Als Seelsorger ist er bei der Evangelischen Landeskirche in Baden angestellt. Seine Stelle ist mittlerweile zu 100 Prozent spendenfinanziert.

5 Fragen aus der Hochschule an Jens Terjung

  1. Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium an der EH Freiburg anzutreten?

    Ich war damals sehr engagiert in der kirchlichen Jugend- und Gemeindearbeit, hatte viele Ideen und Visionen im Kopf. Neben meinem eigentlichen Beruf konnte ich die aus zeitlichen Gründen nicht umsetzen. Also dachte ich mir: Ich probiere es aus und versuche mein Ehrenamt zum Hauptamt zu machen. Viele haben mir davon abgeraten oder empfohlen, es dann „richtig“ zu machen und Pfarrer zu werden. Zwar bin ich jetzt nicht mehr – wie ursprünglich geplant – in der klassischen Gemeindearbeit tätig. Aber ich habe meine Entscheidungen in keinster Weite bereut und bin sehr zufrieden in meinem jetzigen Beruf. Ich möchte nichts anderes machen!

  2. Wenn ich an die Evangelische Hochschule Freiburg denke, denke ich sofort an …

    – Freiburg = Ausland (gefühlt!/ aus der damaligen ostfriesischen Sicht) = Baden oder Schwaben oder alles gleich? = und anschließend gehe ich wieder zurück nach Ostfriesland– AVZ-Raum = wie konnte man nur einen so unbequemen Raum ohne Tageslicht bauen? (Anm. der Redaktion: Die große Fensterwand des ursprünglich als Tonstudio konzipierten Raums wurde erst einige Jahre später eingebaut)– selbstgestaltete Andachten am Mittwochmorgen– Professorinnen und Professoren, die ihren Beruf gerne und gut ausgeübt haben– Raum für neue Gedanken

  3. Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

    – dass ich meine schwäbischen MitstudentInnen anfangs manchmal gar nicht verstanden habe: „I schwätzt do(ch)hochdeutsch!“– dass ich auf der Erstsemester-Wanderung meiner heutigen Frau begegnet bin – danke für die Organisation!– die vielen theologischen Auseinandersetzungen mit MitstudentInnen unterschiedlichster Prägung

    – und dass wir als Religionspädagogen von den SozialarbeiterInnen und –pädagogInnen manchmal wie Exoten angeschaut wurden
  4. Welcher Hochschullehrer/welche Hochschullehrerin hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat sie besonders beeindruckt?

    Zu allererst fällt mir mein alter Theologie-Professor Dr. Rudolf Mack ein. Wir haben ihn liebevoll Rudi Mack genannt. Seine Vorlesungen waren immer eine Sternstunde für mich, insbesondere seine Art, wie er Worte aus dem Alten Testament ausgelegt hat. Er war für mich und uns ein glaubwürdiger Christ, der uns ganz neue Zugänge zur Bibel erschlossen hat.Frau Prof. Dr. Gramlich war in meiner Zeit die Fachbereichsleitung Religionspädagogik. Mit ihr verbinde ich ihren besonderen berufspolitischen Einsatz für die Gruppe der Gemeindediakone und -diakoninnen. Sie hat sehr zur Profilierung und Anerkennung der DiakonInnen beigetragen.Und dann denke ich noch an das Studienangebot „Ästhetik und Kommunikation/ Ä & K“ zum Thema Biblische Erzählfiguren. Dort bin ich zum ersten Mal auf die Egli-Figuren aufmerksam geworden – sie begleiten mich heute immer noch bei meiner Arbeit, insbesondere bei Taufen.

  5. Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

    Wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht, wie vergleichbar das Studium heute noch ist mit meinem Studium Mitte der 90er Jahre. Neben den Dingen, die ich damals wirklich gelernt habe, war das Studium vor allem für mich wichtig, um viel über den Menschen und über mich, über Einstellungen, Haltungen, Beziehungen, usw. zu reflektieren. Und nicht zuletzt waren die Feten damals auch ein nettes Nebenprogramm … – gibt´s die heute noch?

 

im April 2016