Trauer um Altrektor Hans Ulrich Nübel

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Die Evangelische Hochschule Freiburg nimmt Abschied von Altrektor Professor Dr. Hans Ulrich Nübel, der am 11. Juni 2017 im Alter von 84 Jahren in Freiburg verstorben ist. Rektorin Renate Kirchhoff: „Hans Ulrich Nübel hat seine Tätigkeit als Hochschullehrer, als Dekan und als Rektor durchgehend kirchen – und bildungspolitisch verortet. Die Evangelische Hochschule Freiburg ist dankbar für die vielfältigen Impulse von Hans Ulrich Nübel im Rahmen seiner Tätigkeit als Professor, als Rektor und für jene, die über seine Zurruhesetzung hinausgegangen sind.“

 

Die Hochschule verliert in ihm einen früheren Rektor, geschätzten Kollegen und theologischen Gesprächspartner.

 

Der in Stuttgart am 15. Mai 1933 geborene Nübel studierte bis 1957 Evangelische Theologie und nahm unter der Leitung von Martin Noth an einem Lehrkurs des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes teil, der in ihm die Leidenschaft für die Bibel und die Bibelwissenschaft weckte. 1959 wurde er in Bonn zum Dr. theol. promoviert und trat nach zweiter theologischer Dienstprüfung 1962 als Pfarrer in den Dienst der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ein.

 

Von 1963 bis 1969 war Hans Ulrich Nübel Pfarrer der Württembergischen Bibelanstalt in Stuttgart. In dieser Zeit arbeitete er an verschiedenen Bibel-Projekten, Bibelübersetzungen und -Revisionen (Schulbibel, Luther-Bibel, Gute Nachricht 1968 - NT) sowie bibeldidaktischen Umsetzungen mit. Von 1969 bis 1974 war er Oberstudienrat am Albert Einstein Gymnasium in Böblingen für Religion, Sport und Mathematik.

 

1974 wurde er an die neu gegründete Evangelische Fachhochschule Freiburg – Hochschule für Sozialwesen, Diakonie und Religionspädagogik als Professor für Evangelische Theologie (Religionspädagogik und Sozialethik) berufen. In den ersten Jahren nach seiner Berufung war er für die schulpädagogische Qualifikation der Religionspädagog*innen – heute: Gemeindediakon*innen – zuständig. Auf seine wertvolle Initiative geht es zurück, dass die Qualifikation für den Religionsunterricht in den Beruflichen Schulen stärker in den Blick gerückt wurde; heute ist dafür ein Master-Studium erforderlich.

 

Von 1987 bis 1991 vertrat Nübel die Fachhochschulen im Kuratorium der Berufsakademien in Baden-Württemberg. Von 1976 bis 1980 war er Mitglied der gemeinsamen religionspädagogischen Kommission der Evangelischen Landeskirchen Baden und Württemberg. Hans Ulrich Nübel war selbst in der Fort- und Weiterbildung von Fachkräften tätig und hat zum Beispiel für das Diakonische Werk Baden und auch die Landespolizeischule Veranstaltungen durchgeführt.

 

Die Hochschule verdankt seiner Initiative die Gründung des Instituts für Weiterbildung e.V. (IfW) an der EH Freiburg, das er von 1994-1996 zusammen mit Professorin Erika Neureuter leitete. Hochschulpolitisch zentral ist diese Initiative, da mit ihr die dritte Säule einer Hochschule – neben Lehre und Forschung – an der Hochschule verortet wurde.

 

Von 1977 bis 1983 stand Nübel als Dekan dem damaligen Fachbereich Religionspädagogik / Gemeindediakonie vor. Von 1984 bis 1992 leitete er als Rektor die Hochschule. Als Rektor war er hochschulpolitisch tätig als Vorsitzender der Konferenz der Präsidenten und Rektoren der Evangelischen Fachhochschulen Deutschlands (1986 bis 1992). Er beriet die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens bei der Gründung ihrer Evangelischen Hochschule Dresden/ Moritzburg. Die Konsolidierung der Fachhochschulen in kirchlicher Trägerschaft in Deutschland war ihm ein wichtiges Anliegen, das er als Rektor mit großem Engagement förderte.

 

1988 brachte er zusammen mit dem Historischen Seminar der Albert-Ludwig-Universität Freiburg, der Pädagogischen Hochschule Freiburg und der Evangelischen Landeskirche in Baden die viel beachtete Wanderausstellung „Der Freiburger Kreis. Widerstand und Nachkriegsplanung“ heraus. Der Katalog dieser Ausstellung wurde 1990 von Dagmar Rübsam und Ernst Schadek veröffentlicht.

 

Nach seiner Zurruhesetzung 1998 setzte sich Nübel für den Aufbau des deutschsprachigen Kommunitariernetzes ein. 2001 gab er das Buch von Amitai Etzioni "Der Dritte Weg. Auf der Suche nach einer neuen Mitte" heraus. Die interreligiöse Verständigung zwischen Christ*innen und Muslim*innen war ihm in den letzten Lebensjahren ein wichtiges Anliegen (Aktion „Handschlag“). Auf der Expo 2000 in Hannover war er am Symposium über eine neue und kreative Zivilisation der Menschheit (Dialog zwischen Christentum und Buddhismus) beteiligt.

 

Prof. Dr. Renate Kirchhoff

Rektorin Evangelische Hochschule Freiburg

 

Prof. Dr. Wilhelm Schwendemann

Dekan Fachbereich Bildungs- und Diakoniewissenschaft

 

 

Freiburg, 21. Juni 2017

 
 
 
 

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