Langzeitpflege braucht Schlüsselfaktoren für gutes Personalmanagement

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Für das Personalmanagement in der Langzeitpflege hat Professor Thomas Klie die Erarbeitung von Schlüsselfaktoren initiiert und koordiniert. Der Arbeitskreis Sozialwirtschaft im ddn, geleitet von Professor Berthold Dietz, wird die begonnene Arbeit fortsetzen, institutionalisieren und auf andere Felder der Sozialwirtschaft erweitern. Die Pflege alter und kranker Menschen in Heimen und durch ambulante Pflegedienste ist personalintensiv. Gebraucht werden mehr gut ausgebildete, qualifizierte und motivierte Mitarbeitende als es derzeit gibt. Sie zu gewinnen und zu halten, ist für die meisten Arbeitgeber seit Jahren eine Herkulesaufgabe.

 

Die Pflegeberufe verzeichnen derzeit einen Ausbildungsrekord. Anlässlich einer Fachtagung zur Zukunft der Personalarbeit in der Sozialwirtschaft, die AGP Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Demografienetzwerk ddn am 20. März 2017 in Berlin veranstaltet haben, verwies Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe darauf, dass sich Branche auf der aktuellen Ausbildungslage nicht ausruhen dürfe. Das aktuelle Ausbildungshoch sei vielmehr eine Verpflichtung, die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten so zu gestalten, dass sie auch nach vielen Jahren mit ihrer Berufswahl zufrieden sind. Menschen mit Pflegebedarf, so Gröhe, müssten sich ihrerseits darauf verlassen können, durch gut ausgebildete und motivierte Pflegende versorgt zu werden. Gute Personalarbeit sei die unabdingbare Voraussetzung, um dieses Ziel zu erreichen.

Langzeitpflege braucht gute Personalarbeit

Thomas Klie, Leiter des Instituts AGP Sozialforschung, machte deutlich, dass die Langzeitpflege derzeit eine der wichtigsten Jobmotoren auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland ist: Jede sechste Stelle, die neu geschaffen wird, entstehe im Bereich Pflege und Soziales. Keine andere Branche schaffe in absoluten Zahlen mehr Jobs. Im Jahr 2030 würden allerdings 500.000 Beschäftigte in der Langzeitpflege fehlen, wenn es nicht gelingt, die Personalentwicklung und -bindung erfolgreich in den sozialwirtschaftlichen Unternehmen der Langzeitpflege zu verankern.

 

Klie warb dafür, auf Führungsetagen und in den Personalabteilungen der Träger von Pflegeeinrichtungen den „Schalter umzulegen“: Weg von der klassischen Stellenverwaltung, hin zu einer modernen, ausgereiften Personalarbeit als Ausgangspunkt von betrieblichen und letztlich auch pflegepolitischen Anstrengungen. Das Ziel, die ambulante wie stationäre Langzeitpflege zu einem für Frauen und Männer attraktiven Berufsfeld mit Aufstiegschancen und verlässlichen Arbeitsbedingungen zu machen, lässt sich nach Auffassung von Klie nur dann erreichen, wenn der Personalarbeit deutlich mehr Aufmerksamkeit als bislang zuteil wird.

 

Eine elfköpfige Expertengruppe und Professor Klie stellten in Berlin 14 Schlüsselfaktoren guter Personalarbeit für die berufliche Langzeitpflege zur Diskussion. An diesen, so Klie, „anerkannten Maßstäben für gute Personalarbeit“ lasse sich die Qualität von sozialwirtschaftlichen Unternehmen und ihre Investition in die Zukunftsfähigkeit messen.

Beruflich Pflegende brauchen attraktivere Gehälter

Zu den Kriterien, die die Experten als zukunftsweisend ausgemacht haben, gehört die Einkommenssicherung für beruflich Pflegende. Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Sozial-Holding Mönchengladbach, machte klar, dass eine attraktive und ausreichende Vergütung die Voraussetzung dafür sei, dass sich Arbeitnehmer zukünftig für Jobs in der Langzeitpflege interessieren. Wer als Arbeitgeber im Pflegebereich vorrangig nur Teilzeitjobs anbiete, gefährde dagegen die nötige Einkommenssicherung für beruflich Pflegende.

Arbeitshilfe erscheint im Mai 2017

Im Mai 2017 folgt eine Arbeitshilfe mit Handlungsanleitungen für die Praxis – gedacht als Impuls, der Personalarbeit in der Langzeitpflege mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

 

 

Quelle: Text mit freundlicher Genehmigung von AGP Sozialforschung

 

Freiburg, 10.04.2017

 

Mehr Info

http://agp-freiburg.de/

 

Kontakt

 

Prof. Dr. Berthold Dietz

Soziologie

Studiengangsleitung Master Sozialmanagement

Telefon: 0761-47812- 13,  E-Mail: dietz@eh-freiburg.de

 

Prof. Dr. Thomas Klie

Rechts- und Verwaltungswissenschaften, Gerontologie

Institutsleitung zze und AGP Sozialforschung

Telefon: 0761 47812-696,  E-Mail: klie@eh-freiburg.de

 

 

 

 

 
 
 
 

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