Eröffnung Akademisches Jahr: Renate Kirchhoff betont verantwortungsbewusste Mündigkeit

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Regionale, bundesweite und internationale Vernetzung ist ein zentrales Anliegen der Evangelischen Hochschule Freiburg. Auf vielfältige Weise ist sie mit Partnern und Partnerinnen in Forschung, Lehre und Transfer sowie in den hochschulpolitischen Belangen verbunden. „Ohne Solidarität und Unterstützung sind Weiterentwicklungen kaum möglich“, betont Rektorin Renate Kirchhoff anlässlich der Eröffnung des Akademischen Jahres 2017/18. „In Solidarität verbunden sind wir insbesondere mit unseren Kooperationspartnern an der Haceteppe Universität in Ankara und wir sind uns dessen sehr bewusst, dass Freiheit von Forschung und Lehre sowie Pressefreiheit die Geschwister der Demokratie sind“, so Kirchhoff.

 

Die Evangelische Hochschule eröffnet am 2. November das Akademische Jahr in der Reformationswoche, in der wenige Tage zuvor das 500jährige Reformationsjubiläum gefeiert wurde. Für Kirchhoff sind Bezüge zur Reformation grundsätzlich „Deutefolien für das eigene Selbstverständnis“ und stellt zwei heraus. Luther habe ausgeschlossen, dass man sich unter Bedingungen des irdischen Daseins aus relevanten Fragen des Zusammenlebens (national und international) heraushalten könne. Dazu müsse Entscheidungsfindung ein zentrales Thema von Bildung sein. Des Weiteren ließe sich der Ablasshandel verstehen als ein Ausdruck einer auch heute individuell wie kollektiv wirksamen Tendenz, Komplexität zu reduzieren, wenn es um die Überprüfung der Frage nach der eigenen Verantwortung gehe. Kirchhoff: „Wir fragen uns bei der Gestaltung der Curricula in fachwissenschaftlicher und didaktischer Hinsicht, welchen Beitrag wir leisten können, um eine „verantwortungsbewusste Mündigkeit“ zu praktizieren und zu befördern.“

Lebendige Demokratie fußt auf beständigem partizipativen Dialog und auf Bildung

Vor diesem Hintergrund wurde Professor Eric Mührel von der Hochschule Koblenz für einen Vortrag zu "Haltung zur Demokratie - Eine Aufgabe der Hochschule (gerade) in Zeiten popularistischer Reduktionen" gewonnen. Mührel fasst darin zusammen: "Es bedarf einer Eingewöhnung und Routine in solidarisches und demokratisches Handeln sowie einer andauernden Vergewisserung darüber, dass dieses Handeln unter mehreren Alternativen das einzig Richtige und ethisch zu legitimierende Handeln ist. Eine lebendige und sich stets in den zukünftigen Herausforderungen und Umständen neu gestaltende Demokratie fußt auf diesem beständigen partizipativen Dialog und auf Bildung!" (Vollst. Vortragstext unter DOWNLOAD)

CHE-Ranking und hohe Identifikation der Studierenden mit Hochschule

2017 hat die Evangelische Hochschule an dem Ranking des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) teilgenommen. Die Soziale Arbeit – nur diese wurde gerankt – hat in acht Bereichen einen Spitzenplatz errungen. Die Studierenden haben die Betreuung durch die Hochschullehrenden als exzellent bewertet, ebenso die Organisation und Begleitung der Auslandsmobilität und die Theorieverzahnung der Praxis. 46 % der angefragten Studierenden haben sich an der Befragung durch das CHE beteiligt. Die durchschnittliche Rücklaufquote liege bei 16,8%, erläutert Kirchhoff. Die Rektorin bewertet dies „als Ausdruck für eine hohe Identifikation der Studierenden mit der Hochschule“, die keineswegs kritiklos sei. Kirchhoff: „Das ist mir wichtig: Unsere Studierenden sind durchaus kritikfähig und –freudig. Sie haben zum Beispiel den Hochschultag 2016 zum Thema „Diskriminierung an der EH“ durchgeführt – ich konnte dem AStA gerade noch erfolgreich das Fragezeichen am Ende des Titels abringen. So muss es sein.“

Qualitätsüberprüfung vorhandener und Neukonzeption von Studiengängen

In den Jahren 2016 und 2017 mussten bzw. müssen sich mehrere Studiengänge qualitätssichernden Reakkreditierungsverfahren unterziehen. Der forschungsorientierte Master Bildung und Erziehung im Kindesalter wurde reakkreditiert; diese Form der intensiven Verzahnung von Forschung und Lehre sei einfach ein Erfolgsmodell, so Kirchhoff. Der Studiengang treibe die Professionalisierung im Bereich der Kindheitspädagogik weiter voran, urteilten die Gutachtenden der Akkreditierungsagentur AHPGS. Die Qualität der Lehre sowie das Engagement der Lehrenden wurden von dem Prüfungsgremium positiv hervorgehoben.

In der Akkreditierung ist ein neuer Master Religionspädagogik, der Absolvent*innen des Bachelor Religionspädagogik/Gemeindediakonie vor allem für den vertieften Kompetenzerwerb im Bereich Sekundarstufe I und die Erteilung von Religionsunterricht an beruflichen Schulen qualifiziert. Rektorin Kirchhoff: „Mein Dank gilt Oberkirchenrat Professor Schneider-Harpprecht, der durch einen Stellentransfer das Angebot dieses Master-Studiengangs ermöglicht hat. Die Professur wird im Dezember ausgeschrieben werden.“

Erfolgreiche Akquise interdisziplinärer Forschungsprojekte

Der Evangelischen Hochschule ist es erneut gelungen, mehrheitlich interdisziplinär angelegte Forschungsprojekte zu akquirieren. Kirchhoff: „Hierzu zählen zum Beispiel zwei Projekte, die auf internationalen Netzwerken basieren: „IMEG - Innovatives und multiperspektivisches Methodentool für eine multikulturelle europäische Gesellschaft“, hier geht es um strategische Partnerschaften in der Erwachsenenbildung; sowie EFFECTS -  Experts for Families find effective concepts of training and support. Ziel ist es hierbei, Konzepte zur Unterstützung von Familien in herausfordernden Situationen zu entwickeln.“

 

Weitere neue Forschungsprojekte sind den Forschungsschwerpunkten der Hochschule auf der Forschungslandkarte der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) thematisch zuzuordnen:

  • Das vom Bundesminsteriunf für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt „Inklukit“. Es hat zum Ziel, die gegenwärtige Praxis inklusiven Handelns in Kindertageseinrichtungen empirisch zu untersuchen.
  • Im Bereich Geschlechterforschung das Projekt ,,Erwartungen Betroffener an die Arbeit der Unabhängigen Aufarbeitungskommission“, das im Auftrag eben dieser Kommission durchgeführt wird.
  • Zur Thematik Zivilgesellschaftliche Entwicklung ist neu gestartet das Projekt „KoDaeG: Kommunale Daseinsvorsorge durch Bürgergenossenschaften“. Es hat die Aufgabe, einen Beitrag zur Etablierung von Bürgergenossenschaften als neues Organisationsmodell zur Gewährleistung kommunaler Daseinsvorsorge zu leisten. Finanziert wird es ebenfalls vom Bundesforschungsministerium.

Erweiterung des Hochschulcampus in Freiburg-Weingarten

Die Weiterentwicklung des Hochschulcampus im Freiburger Stadtteil Weingarten ist für Rektorin Kirchhoff ein weiteres sehr wichtiges Anliegen. Dass diese mit hoher Qualität gestartet ist, zeigt der 2014 eröffnete Hochschul-Neubau. Er hat 2017 die Hugo-Häring-Auszeichnung des Bundes Deutscher Architekten erhalten. Bis 2021 soll die Sanierung des Hochschulaltbaus in Verbindung mit dem Bau eines neuen Studierendenwohnheims durch das Studierendenwerk Freiburg erfolgen. Kirchhoff: „Die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden hat im Rahmen ihrer Herbsttagung 2017 die erforderlichen finanziellen Mittel freigegeben – dafür danken wir sehr. In Zeiten, in denen sie über die Frage, welche Gebäude sie sich leisten kann, Entscheidungen über Umstrukturierung von Handlungsfeldern treffen muss, verstehen wir dies als eine klare Entscheidung dafür, auch weiterhin angewandte Theologie zu fördern und Gesellschaft mittels beruflicher und akademischer Bildung von Menschen für pädagogische und soziale Berufe mit zu gestalten.“

Stipendien und Preise

Regelmäßig werden bei dem Festakt zur Eröffnung des Akademischen Jahres Preise und Stipendien durch die jeweiligen Stifter an Studierende oder Absolvent*innen für besonders gute hochschulische Leistungen und herausragendes soziales Engagement vergeben.

  1. Die Volksbank Freiburg verleiht fünf Stipendien zu je 1.000 Euro an:
    Sara Hrzibek, 2. Semester Bachelor Soziale Arbeit, ist ehrenamtlich in der offenen Jugendarbeit der „Gemeinde der offenen Tür“ in Lörrach tätig. Sie ist Teil des Leitungsteams der Jugendarbeit und organisiert Jugendfreizeiten, berät Jugendliche und führt Jugendveranstaltungen durch;
    Gloria Maurer, 4. Semester Bachelor Soziale Arbeit, sie ist ehrenamtlich bei der Lebenshilfe tätig und betreut ein Kind mit Down Syndrom;
    Katja Noll, 4. Semester, Bachelor Soziale Arbeit, ist ehrenamtlich besonders in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert, leitet u.a. mehrtägige Klassenfahrten für das Katholische Jugendbüro Freiburg;
    Hanna Schiebel, 4. Semester Bachelor Soziale Arbeit, ist im gemeinnützigen Verein „Viva con Agua“ aktiv und koordiniert u.a. die Ehrenamtlichen. Dem Verein geht es darum die Aufmerksamkeit auf das Thema sauberes Trinkwasser zu lenken und Spenden für Wasser-, Sanitär- und Hygieneprojekte in Uganda, Äthiopien, Indien und Nepal zu akquirieren sowie Bildungsarbeit zu machen;
    Nathalie Schwarz, 4. Semester Bachelor Soziale Arbeit, ist u.a. ehrenamtliche Arbeitskreissprecherin für junge Menschen zwischen 16-30 Jahren im Selbsthilfeverein der DCCV e.V., der sich für Betroffene von einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Morbus Crohn) engagiert. Dort übernimmt sie die Organisation von Treffen und Beratungen.
  2. Die Spittler Immobiliendienste GmbH übergibt zwei Stipendien zu je 500 Euro an:
    Hanna Mann, 5. Semester Bachelor Soziale Arbeit; lebt im Intergenerativen Wohnprojekt des Evangelischen Stift Freiburg und unterstützt die Senior*innen z.B. bei Gruppen- und Freizeitangeboten;
    Miriam Roth, 7. Semester Bachelor Soziale Arbeit, war in ihrer evangelischen Gemeinde u.a. ehrenamtlich als Jugendarbeiterin tätig, seit 2016 gilt ihr besonderes Engagement der Arbeit mit Geflüchteten.
  3. Die Evangelische Landeskirche in Baden überreicht den Dr.-Julie-Schenck – Preis in Höhe von 1.000 Euro an:
    Anja Sommer, 2. Semester Bachelor Religionspädagogik/Gemeindediakonie; engagiert sich ehrenamtlich in ihrer Heimatgemeinde insbesondere für Konfirmandenunterricht, Kindergottesdienst und Jugendtreff
  4. Der Versicherer im Raum der Kirchen verleiht ein Stipendium im Wert von 1.000 Euro an:
    Samantha Schnelle, 2. Semester Bachelor Religionspädagogik/Gemeindediakonie, engagiert sich ehrenamtlich u.a. für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
  5. Das Diakonische Werk Baden stiftet den Diakoniepreis in Höhe von 1.000 Euro an:
    Anna-Maria Grimbach, Absolventin Bachelor Pädagogik der Kindheit (Feb. 2017); erhält den Preis für ihre Bachelor-Thesis "Merkmale einer gelungenen Interaktion zwischen Fachkraft und Kind bezogen auf die Ankommenssituation in der Krippe“.

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Barbara Hirth

Hochschulkommunikation

Tel. 0761 47812-790, presse@eh-freiburg.de

 

 
 
 
 

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