Bundesnetzwerk zu Kleinstkindpädagogik tagt erstmals in Baden-Württemberg

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Vom 19.-21. März 2014 war die EH Freiburg Gastgeberin des Bundesnetzwerks "Fortbildung Kinder bis drei". Mehr als 160 TeilnehmerInnen aus Deutschland und der Schweiz haben daran teilgenommen. Prof. Dr. Dorothee Gutknecht, Mitglied des Koordinationsteams: "Das Bundesnetzwerk gilt bundesweit als zentrale Plattform für den Dialog von Weiterbildung, Forschung und Praxis im Bereich der Kleinstkindpädagogik."

 

"Grandios, reichhaltig: eine Plattform hochengagierter, hochkompetenter Kollegen und Kolleginnen. Ein bewährter Ort der Diskussion im Kleinkindbereich, um meine Fragen tiefgründig zu platzieren", bilanzierte eine Teilnehmerin.

 

„Die Evangelische Hochschule Freiburg als Gastgeberin der Bundestagung setzt hier ihr Engagement für Qualität gerade im Bereich U3 fort“, führte Rektor Prof Dr. Reiner Marquard in seinem Grußwort aus und verwies dabei auch auf das Netzwerk QuiKK Qualität in Kinderkrippen und in der Kindertagespflege (Freiburg und Südbaden), das ebenfalls an der Evangelischen Hochschule von Studiengangsleiterin Prof. Dr. Dorothee Gutknecht koordiniert wird. Norbert Meyer-Elmenhorst (Stv. Referatsleiter Referat Kindergarten, Grundschule, Hauptschule) als Vertreter aus dem Kultusministerium Baden-Württemberg und Monika Radke aus dem Referat Ernährung im Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg sprachen in ihren Grußworten zur allgemeinen Situation in der Betreuung von Kindern bis drei in Kitas und Kindertagespflege und spezifisch zum Thema Essen und Trinken in der Kita.

 

Hochengagiert schilderte die Freiburger Bildungsbürgermeisterin Gerda Stuchlik die aktuelle Situation in Freiburg. Sie richtete Wünsche an die Landesregierung, in puncto Qualität des Ausbaus an Betreuungsplätzen nicht nachzulassen. Dorothee Gutknecht betonte: "In Deutschland wird der Bereich der Pädagogik der Kinder bis drei in vielerlei Bezügen erst entwickelt. Das Bundesnetzwerk, in dem insbesondere Weiterbildnerinnen, Fachberatungen, Trägervertreter und Wissenschaftler vernetzt sind, hat sich hier über die Jahre hier zu einer entscheidenden Plattform in Deutschland entwickelt, auf der aktuelle Forschungsergebnisse diskutiert und neue Themen in den Fokus genommen werden.

Intuitive Spieldidaktik als Bedingung frühen Lernens

Als ausgewiesener Spezialist im Bereich der Spielforschung hielt Prof. Dr. Bernhard Hauser von der Pädagogischen Hochschule St. Gallen, Schweiz einen Vortrag mit dem Titel "Intuitive Spieldidaktik authentisch beteiligter Erwachsener als Bedingung frühen Lernens". Er beleuchtete internationale Forschungsergebnisse zum Spiel von Kleinstkindern und den Möglichkeiten, dieses Spiel zu stärken und zu unterstützen.

Umgang mit dem Umsetzungsdilemma nach frühpädagogischen Weiterbildungen

Am zweiten Tag griff Prof. Dr. Iris Nentwig Gesemann, ASH Berlin, auf der Basis der Studie „Schlüssel zu guter Bildung“ (Viernickel & Nentwig-Gesemann et al. 2013) die aktuelle Professionalisierungsdebatte auf und stellte hier die kritische Frage: Anerkennungsdefizit und Umsetzungsdilemma: Ist die Frühpädagogik in einer Sackgasse oder auf dem Weg zu einer Profession? Sowohl für die Fort- und WeiterbildnerInnen selbst, als auch für Anbieter stellen diese Fragen zentrale Herausforderungen im Alltag dar. Die Grundlagen wirksamer Didaktik in Fortbildungsveranstaltungen standen im Mittelpunkt des Vortrages von Stefan Braun, einem einschlägigen Experten für Hochschuldidaktik, Trainer, Berater und Coach. Die Landesinitiative BeKi - Bewusste Kinderernährung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bereicherte die Netzwerktagung mit einem Infostand.

Workshops mit breitem Themenspektrum

In den Workshops wurde von ausgewiesenen Spezialisten ein breites Themenspektrum zu aktuellen Fragen der Kleinstkindpädagogik bearbeitet, wie

  • Schlafen in der Kinderkrippe: Pädagogische Herausforderung um eine Alltagssituation,
    Maren Kramer, M.A. Kindheitspädagogin; Basel, Schweiz
  • Sensibel für Armut – wie kann die Weiterbildung frühpädagogische Fachkräfte für die Arbeit mit Kindern in Armutslagen unterstützen?
    Anita Meyer, M.A. Master of Arts, DJI e.V.; München
  • Umsetzungsdilemma – was geht mich das an?
    Veronika Bergmann, Dipl. Pädagogin, Landesjugendamt, SPFZ; Mainz
  • Kompetenzorientierung in der Weiterbildung am Beispiel der Kindertagespflege.
    Dr. Lisa Lischke-Eisinger, Diplom-Pädagogin & Hilke Lipowski, Kindheitspädagogin und Erzieherin, beide DJI, München
  • (meine Art zu) Essen, hält (meinen) Leib und Seele zusammen – Impulse zur Entwicklung eines interkulturellen Diskurses am Bildungsort Mahlzeit.
    Kariane Höhn, Abteilungsleiterin Sozialamt Stadt Reutlingen Tagesbetreuung für Kinder & Christine Lutz, Leiterin des Kinder- und Familienzentrums Ringelbach
  • Interaktionsqualität in Kinderkrippen
    Dr. Monika Wertfein, Diplom-Psychologin, IFP & Claudia Wirts, IFP; München
  • Konflikte – Aufgabenfeld der Entwicklungsbegleiter
    Dr. rer.nat. Gabriele Haug-Schnabel, Forschungsinstitut Verhaltensbiologie des Menschen; Kandern
  • Die Kunst der Vorstellung – Theatrale Interaktionen mit Kleinstkindern ab zwei Jahren in Krippe und KiTa.
    Stefanie Jerg, Regisseurin und Dramaturgin Nationaltheater Mannheim, Kinder- und Jugendtheater Schnawwl; Freiburg

Netzwerken mit Open Space

Viel Raum zum Netzwerken bot wieder die Arbeitsform des Open Space. Hier konnten die Teilnehmerinnen eigene Themen einbringen und diskutieren, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. 20 Arbeitsgruppen behandelten Themen auf unterschiedlichsten Fachebenen.

Künstlerisches Rahmenprogramm

Ein künstlerisches Rahmenprogramm gestaltet von Rüdiger Maaß, Laute, und Rainer Rudloff, Schauspieler und Atem-, Sprech- und Stimmlehrer nahm vielfach Bezug auf die Themen der Tagung. Der Bogen wurde gespannt vom spielerischen mittelalterlichen Minnelied von Walther von der Vogelweide bis hin zu Douglas Adams „Die letzten ihrer Art“ mit einer skurilen Geschichte über den Kakapo, einer neuseeländischen Papageienart, über die heitere Bezüge zum „Umsetzungsdilemma“ hergestellt wurden.

 

Die Ausstellung „Actionpainting mit kleinen Kindern“ unter Federführung von Prof. Dr. Reinhard Lohmiller, Dekan des Fachbereichs Pädagogik und Supervision an der EH Freiburg, bot während der gesamten Tagung eine anregende und interessante Kulisse in den Tagungsräumen.

Save the date

Die nächste Bundesnetzwerktagung findet vom 22. bis 24. April 2015 in Trier statt.

Tagungsdokumentation

Die Tagungsdokumentation inkl. der Vorträge steht auf der Website des Bundesnetzwerks Fortbildung Kinder bis drei zur Verfügung.

 

 

Freiburg, 08.04.2014

Kontakt

Prof. Dr. Dorothee Gutknecht

Studiengangsleiterin B.A. Pädagogik der Kindheit

Evangelische Hochschule Freiburg

gutknecht@eh-freiburg.de

 

 

Fotos

Evangelische Hochschule Freiburg, Tagungseröffnung und Workshop-Impressionen

 
 
 
 

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