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Räume für schwierige Lebensphasen von Kindern gut gestalten

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Neues Elternhaus, Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Freiburg, Nov. 2019

Der Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg plant ein hochmodernes Elternhaus. Beraten hat ihn dabei Kindheitspädagogin Prof. Dr. Dörte Weltzien: „Auch in schwierigen Lebensphasen sind Räume sehr wichtig für Kinder und ihre Familien. Da ist es für uns selbstverständlich, dass wir unsere kindheitspädagogische Expertise einbringen, wenn wir angefragt werden. Auch sensible Themen wie Krankheit, Pflege und Sterben werden da nicht ausgeklammert.“

Der Neubau soll unmittelbar neben der neuen Kinderklinik in Freiburg entstehen. „Die Kooperation mit dem Verein hat sich aus der Zusammenarbeit mit der Kinderklinik des Universitätsklinikums Freiburg entwickelt, die wir bereits im Zuge des Neubaus beraten haben“, ergänzt Weltzien.

Raum für alle Stimmungen und Gefühle

Wie wird man Eltern und Kindern gerecht, die gerade die schwierigste Zeit ihres Lebens durchmachen, weil das Geschwisterchen, der Sohn, die Tochter schwer erkrankt ist? Mit dieser Frage setzt sich der Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Freiburg bei der Gestaltung des neuen Elternhauses auseinander. Als Oase für betroffene Familien soll der Neubau unmittelbar neben der neuen Kinderklinik entstehen. Vor allem aber soll sich das Elternhaus deutlich von einem Krankenhaus unterscheiden.

Auf Augenhöhe mit den Geschwistern

Der Rat von Expert*innen ist bei der Planung und Ausgestaltung unverzichtbar. Deshalb wurde nicht nur das Architekten- und Beratungsteam sorgfältig ausgewählt. Zusätzlich bat der Förderverein Prof. Dr. Dörte Weltzien von der Evangelischen Hochschule Freiburg um eine Einschätzung. Im Rahmen ihrer Masterarbeit untersuchten die beiden Kindheitspädagoginnen Saskia Weil und Esther Kerekes – ebenfalls von der Evangelischen Hochschule – die Anforderungen an das neue Elternhaus. Das Besondere: Das Team begab sich dafür auch auf Augenhöhe mit den ganzen kleinen Bewohnern.

Viel mehr als Kindergarten und Hort

Insgesamt sieben Kinder im Alter zwischen vier und 12 Jahren, ihre Eltern sowie das Fachpersonal im bestehenden Elternhaus wurden zu ihren Vorstellungen und Wünschen befragt. Große Glasflächen, Einbauten von unterschiedlicher Höhe und runde Formen sollen das neue Elternhaus sowohl für kleine Kinder wie auch für ihre Eltern einladend gestalten. Für Jugendliche ist besonders ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Offenheit und Privatsphäre wichtig – und es darf ruhig auch „cool“ werden.

Geborgenheit und therapeutische Angebote

„Geschwisterkinder in ihrer Lebenslage und Situation zu begleiten, zu unterstützen und aufzufangen, gehört zu den Hauptaufgaben in der Spielstube des Elternhauses“, heißt es in der Masterarbeit. Alle Themen rund um die Erkrankung des Geschwisterchens und auch das Thema Tod dürfen zur Sprache kommen. Die Kinder werden durch spiel- und kreativtherapeutische Angebote begleitet, während die Eltern Ruhe abseits des Klinikalltags finden und durch Gespräche, Beratung und Austausch gestärkt werden.

„Mich hat sehr beeindruckt, wie das Team die große Professionalität mit emotionaler Wärme verbindet, das macht das Haus zu einem ganz besonderen Ort“, so Professorin Weltzien über die Zusammenarbeit. „Der Neubau wird diese wichtige Arbeit weiter stärken.“ Räume zu schaffen, deren Atmosphäre alle Stimmungen und Gefühle auffängt und Geborgenheit vermittelt, ist das große Anliegen des Fördervereins. Der Neubau des Elternhauses soll 12 Mio. Euro kosten und wird ausschließlich durch Spenden finanziert.

Kennzahlen des neuen Elternhauses

  • Bauherr: Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Freiburg i. Br.
  • Lage: Breisacher Straße, Freiburg im Breisgau
  • Planung: Hähnig – Gemmeke Architekten BDA Partnerschaft mbB, Tübingen
  • Beratung: Echomar, Oberkirch
  • Bauleitung: Architekturbüro Müller und Huber
  • Anzahl der Elternzimmer: 45 davon Apartments: 9, davon Einzel- bzw. Doppelzimmer: 27, davon Familienzimmer mit angliederbarem Einzelzimmer: 9
  • geplante Fertigstellung: 2022

Quelle: Der Text ist weitgehend der Presseinformation des Fördervereins für krebskranke Kinder e.V. Freiburg, 28.11.2019, entnommen.

Mehr Info auf der Website des Fördervereins