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Klaus Fröhlich-Gildhoff wird aus dem Hochschuldienst verabschiedet

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Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff; Foto: Marc Doradzillo

Am 23. Januar 2020 verabschiedet die Evangelische Hochschule Freiburg Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff feierlich aus dem aktiven Hochschuldienst, der für ihn am 31. März 2020 endet. Seit 2002 ist er als Professor für Klinische Psychologie und Entwicklungspsychologie an der Evangelischen Hochschule tätig. Er hat maßgeblich die Akademisierung und Professionalisierung der Kindheitspädagogik in Deutschland vorangetrieben.

Seine innovativen Forschungsaktivitäten vor allem zu Resilienz, zur Gesundheitsförderung von Kindern und Familien sowie zur professionellen Begegnung mit Herausforderndem Verhalten prägen das Forschungsprofil der Hochschule und bundesweit die Perspektive auf diese Themen. Klaus Fröhlich-Gildhoff hat dazu beigetragen, dass die Forschung an der Hochschule, vor allem durch den Forschungs- und Innovationsverbund FIVE e.V. bundesweit zur Spitzenforschung im sozialen Bereich geworden ist. Pädagogik der Kindheit ist einer von drei Forschungsschwerpunkten der Evangelischen Hochschule auf der Forschungslandkarte der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

Professor Klaus Fröhlich-Gildhoff war von 2005 bis 2016 Forschungsbeauftragter der Evangelischen Hochschule und turnusmäßig über vier Jahre von 2009 bis 2013 Vorstandsvorsitzender von FIVE e.V.

Rektorin Prof. Dr. Renate Kirchhoff: „Professor Klaus Fröhlich-Gildhoff hat insbesondere in der Kindheitspädagogik herausragende Forschungsarbeit geleistet. Ergebnisse dieser Forschung hat er unmittelbar in die Lehre und in die Praxis überführt. Für die Landesregierung Baden-Württemberg und ihre Kommunen hat das von Fröhlich-Gildhoff mit seinem Team entwickelte thematisch umfassende und sehr flexible Weiterbildungsangebot für Fachkräfte in der Pädagogik einen enormen Qualitätsschub gebracht. Die Evangelische Hochschule ist ihm für sein fachliches Wirken und ebenso für seinen persönlichen Einsatz sehr dankbar.“

Bevor der Diplom-Psychologe an die Evangelische Hochschule kam, war er 20 Jahre als niedergelassener Psychotherapeut, als Geschäftsführer einer Einrichtung mit differenzierten Angeboten im Psychosozialen Bereich (Jugendhilfe, Hilfen für Menschen mit Behinderungen, Gemeinde und Sozialpsychiatrie) sowie als Supervisor und Ausbilder bei verschiedenen Psychotherapie-Ausbildungsstätten tätig.

Bereits zwei Jahre nach Aufnahme seiner Lehrtätigkeit an der EH Freiburg gründete Professor Fröhlich-Gildhoff 2004 das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ) unter dem Dach des Forschungs- und Innovationsverbundes FIVE e.V. an der Hochschule. Seit 2010 leitet er das Institut gemeinsam mit Prof. Dr. Dörte Weltzien, Dozentin für Pädagogik der Kindheit an der EH Freiburg.

Das ZfKJ fördert die gesunde Entwicklung sowie die gesellschaftliche und bildungsbezogene Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Von Anfang an erhält das Forschungsinstitut Aufträge für nationale wie internationale Forschungsprojekte. Beispiele sind Projekte im Bereich der Jugendhilfe und der Gewalt-Intervention, später stärker im Bereich der Frühpädagogik, der Resilienz(förderung) und Prävention.

Mit seinen Tätigkeiten am ZfKJ verbindet Fröhlich-Gildhoff auch die Nachwuchsförderung bis hin zur Betreuung von insgesamt 17 Promotionen sowie die enge Verknüpfung von Forschung und Lehre. Gemeinsam mit Prof. Dr. Dörte Weltzien und Prof. Dr. Janina Strohmer (EH Freiburg) führt er seit September 2013 ein Doktorand*innen-Kolloquium gemeinsam mit der PH Freiburg, der PH Karlsruhe, der PH Schwäbisch Gmünd, der Universität Hannover, der Universität Paderborn durch.

Die Akademisierung der Kindheitspädagogik und damit ihre Anschlussfähigkeit in Europa war für den Psychologen ein zentrales Anliegen: ihm gelingt, dass 2004 die Evangelische Hochschule als eine der ersten Hochschulen in Deutschland einen Bachelor-Studiengang Pädagogik der Kindheit anbieten kann, weniger Jahre später – 2010 – folgt der Master Bildung und Erziehung im Kindesalter, dessen Leitung Fröhlich-Gildhoff übernimmt.

Seine Expertise bringt Professor Fröhlich-Gildhoff seit 2019 im Expert*innengremium des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) für das Monitoring des Gute-Kita-Gesetzes ein. Er wurde 2017 in den Beirat des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) berufen. Als einer von vier forschenden Hochschullehrer*innen der Evangelischen Hochschule Freiburg gehört er seit 2014 zum Exzellenz Cluster BW CAR (Netzwerk Baden-Württemberg Center of Applied Research). Von der Bundespsychotherapeutenkammer wurde er als stellvertretendes Mitglied für die fünfte Amtsperiode von 2019 bis 2023 in den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie berufen.

Die schweizerische Gesundheitsstiftung RADIX hat 2019 zwei Präventionsprogramme zur Resilienzförderung von Kindern als besonders empfehlenswert mit der höchstmöglichen Wertung Gold eingestuft. Das ZfKJ hat unter Leitung von Fröhlich-Gildhoff und Prof. Dr. Maike Rönnau-Böse (EH Freiburg) beide Programme „Prävention und Resilienzförderung in Kindertageseinrichtungen (PRiK)“ und „Prävention und Resilienzförderung in Grundschulen (PRiGS)“ entwickelt.

Unter der wissenschaftlichen Leitung und Gesamtkoordination von Fröhlich-Gildhoff wurde mit dem Präventionsnetzwerk PNO ein bundesweit richtungsweisendes Modell für die Gesundheitsförderung und Prävention von Kindern entwickelt, das dauerhaft verstetigt ist. Das Bundesministierum für Bidung Und Forschung (BMBF) hat dieses neue Netzwerk im Ortenaukreis mit rund vier Millionen Euro von 2014 bis 2018 gefördert. Das Präventionsnetzwerk Ortenaukreis ist ein gemeinsames Praxisforschungsprojekt des Landratsamts Ortenaukreis und des Zentrums für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ) an der EH Freiburg.

Professor Fröhlich-Gildhoff bleibt weiterhin im Leitungsteam des ZfKJ.

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