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Pflege und Gewalt in Corona-Zeiten

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(Symbolbild) © PantherMedia / serezniy

Unter Vorzeichen von Corona zeigen sich die alltäglichen Gewaltphänomene für Heimbewohner*innen, aber auch für Mitarbeiter*innen in stationären Einrichtungen noch einmal verschärfter als zuvor. „Die Kollateralschäden in den Pflegeheimen erscheinen nicht in den Medien. Dazu gehören zum Beispiel alltägliche Einschränkungen von Menschen mit Demenz inklusive Fixierungen, die – wie wir wissen – schnell in einen Teufelskreis mit tödlichem Ausgang münden, oder auch das Legen von Magensonden, da Angehörige nicht mehr zum Essenreichen kommen dürfen“, führt Gerontologe Prof. Dr. habil. Thomas Klie aus.

Gemeinsam mit der Vereinigung der Pflegenden in Bayern ist das Forschungsinstitut AGP Sozialforschung unter Leitung von Professor Klie in die Fallsammlung und Beratung der Einrichtungen eingestiegen. Für beruflich Pflegende unterhält die Vereinigung der Pflegenden schon jetzt eine Hotline zu Corona-Fragen.

Zudem sind  die bayrischen Pflegeheime eingeladen, ihre spezifischen Gewaltprobleme im Rechtscoaching zu thematisieren: Wie setzen wir Quarantänemaßnahmen gegenüber Menschen mit Demenz im Pflegeheim um? Wie gehen wir mit den Besuchsverboten und Kontakteinschränkungen, die für Heimbewohner*innen gelten, um? Was machen Pflegekräfte, wenn ihnen nicht ausreichend Schutzmaterialien zur Verfügung stehen? Auch hierbei arbeiten AGP Sozialforschung an der Evangelischen Hochschule und die bayerische Vereinigung der Pflegenden zuammen.

Für die bayrischen Landesverbände der Pflege- und Krankenkassen führt AGP Sozialforschung ein auf drei Jahre angelegtes Programm zur Gewaltprävention durch. Partner sind die Hans-Weinberger-Akademie der AWO in München und die Hochschule München. Wegen der Corona-Pandemie beginnen die Schulungsmaßnahmen erst später als ursprünglich geplant.

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