ev.olve - 04/2024

„Der Expert*innen-Rat Antirassismus wurde im Juni 2023 ins Leben gerufen. Staatsministerin Reem Alabali-Radovan hat die Mitglieder als Beauftragte der Bundesregierung für Anti- rassismus berufen. Von unserer Arbeit erhoffe ich mir, dass wir deutlich machen können: Rassismus ist ein strukturelles Problem mit einer jahrhundertealten Geschichte. Die Idee der weißen Überlegenheit hat ihre Ursprünge im Kolonialis- mus und wirkt bis heute macht- und gewaltvoll nach. Im Dezember 2023 haben wir aus ganz Deutschland Menschen aus Migrant*innenorganisationen und Betroffeneninitiativen zu einem Hearing eingeladen. Wir wollten erfahren, wo und wie sie Rassismus in der Verwaltung erleben, ob es Gesetze, Verfahren und Prozesse gibt, die aus ihrer Sicht rassistische Effekte entfalten. Solche Perspektiven fließen in unsere Arbeit ein, zum Beispiel in eine Definition von institutionellem Rassismus, die Verwaltungen dann nutzen können. Außerdem arbeiten wir an Indikatoren für eine kritische Überprüfung der politischen Maßnahmen gegen Rassismus und an Empfehlun- gen für zukünftige Initiativen und Gesetze.“ 12 Mitglieder aus Wissen- schaft, Verwal- tung und Praxis „Der Landesschulbeirat war das erste Be- ratungsgremium des Kultusministeriums, letztes Jahr wurde das 50-jährige Jubiläum begangen. Ich bin erstmals dabei, als einer von zwei Köpfen für die HAW in Baden-Würt- temberg: Andrea Dietzsch von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg ist die Erstberufene, ich bin ihr Stellvertreter. Berufen wurden wir und die anderen für die Amtsperiode August 2023 bis Juli 2026. Meine Tätigkeit ist – wie die aller Mitglieder seit jeher – ehrenamtlich. Das Gremium berät das Kultusministerium zur grundsätzlichen Ausrichtung des Schulwesens, macht Vorschläge und regt zu Reformen an. Ge- eignete Mitglieder kommen aus den Hochschulleitungen oder sind Professor*innen, die sich besonders mit dem Übergang von der Schule zur Hochschule auskennen. Aufgrund meines Profils kann ich hier gute Impulse einbringen. In den Sitzungen in Stuttgart erarbeiten wir Stellungnahmen verschiedenster Art: zu Schulgesetzänderungen, zur Schulartenentwicklung und zur Bildungsplanarbeit, zu Erlassen, Verordnungen, Ver- waltungsvorschriften, geplanten Verwaltungsreformen und Personalentwicklungskonzepten. Wir verfassen auch spezielle Arbeitspapiere zu Grundschulen, Gemeinschaftsschulen oder Gymnasien. Die differenzierten Perspektiven, die der Beirat zur Bildungsarbeit einnimmt, sind für das Kultusministerium wertvoll. Die Studiengänge der EH Freiburg profitieren von die- sen Verbindungen in die Politik und Praxis und vom Austausch im Gremium.“ „Das Gremium tagt zweimal im Jahr. Dabei werden 15 bis 20 Projektanträge zur finan- ziellen Unterstützung theologisch-ökumenischer Bildungsein- richtungen im Globalen Süden besprochen und entschieden. Außerdem diskutieren wir allgemeine Tendenzen in Kirchen weltweit. Seit 2022 bin ich der Vorsitzende. Ich gehöre diesem Ausschuss allerdings schon seit 2016 an und bringe meine Expertise in der ökumenischen theologisch-diakonischen Bil- dung und Erfahrungen aus Lateinamerika ein. Für die EH Frei- burg ist das Gremium wichtig, weil wir darüber Kontakte zu internationalen Ausbildungseinrichtungen herstellen können, die für den zukünftigen Bachelor-Studiengang Religion und Soziales in internationalen und interkulturellen Kontexten von grundlegender Bedeutung sind. Wertvoll ist auch der direkte Draht zum Bereich ,Ecumenical Theological Education‘ vom Ökumenischen Rat der Kirchen.“ Georg Wagensomme r Professor für Religionspädagogik, im Landesschulbeirat von Baden-Württemberg Dirk Oesselmann Professor für Religionspädagogik und Beauftragter für Internationalisierung, im Unterausschuss Theologische Aus- bildung der Evangelischen Mission Weltweit (EMW) Akademische Abgesandte: Einblicke in die politische Gremienarbeit Akademische Abgesandte: Einblicke in die politische Gremienarbeit Isabelle Ihring Professorin für Soziale Arbeit und Ex- pertin für Rassismus und Kolonialismus, im Expert*innen-Rat Antirassismus der Bundesregierung 8 Mitglieder und 5 Mitarbei- tende der EMW Über 70 Mitglieder, aus über 20 (nicht nur schulbezo- genen) Institu- tionen ev.olve 1 6 1 7

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