ev.olve - 03/2023

Hiltrud Loeken blickt auf fünfzehn Jahre als Professorin an der EH Freiburg zurück. In dieser Zeit war die Erziehungswissen- schaftlerin an wichtigen Gestaltungs- prozessen innerhalb der Hochschule be- teiligt: ab 2009 als Prodekanin, 2011–2015 als Dekanin des Fachbereichs Soziale Arbeit und von 2019 bis 2021 als Beauf- tragte für Lehre. So hat sie gemeinsam mit Kolleg*innen zum Beispiel das Qualitätshandbuch Lehre auf denWeg gebracht und eine Evaluationssatzung für Lehre erarbeitet. In Corona-Zeiten war sie maßgeblich daran beteiligt, dass schnellstens die Voraussetzungen für die Online-Lehre geschaffen werden. Seit 2010 ist sie zudem Beauftragte für Studierende mit Behinderungen und chronischer Krankheit. In dieser Funktion hat sie bei der Planung der General- sanierung des Hochschulhauptgebäudes dafür gesorgt, immer eine größtmög- liche Barrierefreiheit im Blick zu haben. Ergebnis ist unter anderem, dass auf dem Campus alle Gebäude, Stockwerke und Räume auf kurzemWeg barrierefrei erreichbar sind. In der Beratung von Studierenden mit Beeinträchtigungen geht es ihr darum, Bedarfe auszuloten und individuell angepasste Nachteilsausgleiche, zum Beispiel bei Prüfungsmodalitäten, zu entwickeln oder Optionen einer individu- ellen Studiengestaltung aufzuzeigen. „Gemeinsam mit anderen beratenden Stellen an der Hochschule haben wir inzwischen ein gutes Netz an verschie- denen Unterstützungsangeboten für Studierende mit Beeinträchtigungen aufgebaut“, freut sich Loeken. Nach ihrem Studium der Sozialarbeit/- pädagogik an der FHWiesbaden ¹⁾ früher Fachhochschule (FH), heute bundesweit mehrheitlich HAW ²⁾ RKHD = Rektorenkonferenz der Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft Deutschlands ³⁾ Die Gesamtheit der Studierenden umfasst Menschen aller Geschlechter. Aus Gründen der Vergleichbarkeit mit den Angaben des Statistischen Bundesamts, das den Anteil an diversen Studierenden nicht ausweist, verzichten wir hier auf die gesonderte Angabe. Mehr Info zu RKHD – Hochschulen: 13 HAW – SO GUT WIE STAATLICH! Prof.in Dr.in Hiltrud Loeken Ihre Herzensthemen sind Chancengerechtigkeit und Inklusion – und sie setzt sich tatkräftig dafür ein. Seit 2008 war sie als Professorin für Wissenschaft Soziale Arbeit und Behinderten­ pädagogik tätig. Die Evangelische Hochschule Freiburg ist eine von 13 HAW (Hochschulen für Angewandte Wissenschaften)¹ ⁾ in kirchlicher Trägerschaft. Sie sind in der RKHD² ⁾ verbunden, zusammen sind sie stark: Die RKHD vertritt die gemein­ samen Interessen der Mitgliedshochschulen gegenüber den gesellschaftlichen, kirchlichen, hochschulpolitischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Alle 13 Hochschulen bilden Fachkräfte für das Sozial-, Gesundheits- und Bildungs- wesen sowie für Kirchen aus. Abschied aus dem Hochschuldienst arbeitet Loeken zunächst in der offenen Jugendarbeit inWiesbaden. Im An- schluss beginnt sie ein Zweitstudium der Pädagogik in Frankfurt am Main, promoviert in Erziehungswissenschaf- ten und arbeitet am Institut für Sonder- und Heilpädagogik. Dabei forscht sie zu der Frage, wie Kooperationen zwischen verschiedenen Hilfesystemen und Diszi- plinen gelingen kann. Schnittstellenprobleme benennen, Netz- werke aufbauen und neue Hilfesettings entwickeln – das treibt dieWissen- schaftlerin an. So setzt sie sich in einem Studienprojekt zumThema „Begleitete Elternschaft“ damit auseinander, wie Freiburger Hilfeangebote für Eltern mit kognitiver Beeinträchtigung und deren Kinder besser vernetzt werden können. Es ist zugleich ihr Anliegen, das Thema Behinderung in der Sozialen Arbeit stär- ker zu konturieren: „Lange wurde davon ausgegangen, die Arbeit in der außer- schulischen Behindertenhilfe sei wenig professionalisiert, was jedoch längst nicht mehr stimmt. Inzwischen sind in diesem Bereich viele akademisch qualifi- zierte Fachkräfte – auch aus der Sozialen Arbeit – tätig.“ Ihre Expertise für Inklusi- on brachte Loeken von 2016–2021 auch in die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden ein. Der Abschied von der Hochschule fällt Loeken nicht leicht. „Es ist einfach eine tolle Arbeit. Und es ist ein schönes Gefühl, junge Menschen ins Denken zu bringen und etwas weiterzugeben.“ Lisa Gabauer – davon 87 Bachelorstudiengänge – davon 168 Masterstudiengänge – Personal, wissenschaftlich und künstlerisch gesamt: 968 – davon 629 Professor*innen – davon 278Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen in Forschung und Lehre – davon 61 Lehrkräfte für besondere Aufgaben – Verwaltungs-, technisches und sonstiges Personal: 823 – 18488 Frauen – 4951 Männer – Anteil ausländischer Studierender: 5 Prozent Anzahl der Studiengänge Eine von 13 Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft Personal gesamt Studierende insgesamt³⁾ ev.olve 3 6 3 7

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