ev.olve - 02/2022
zum entspannten Sitzen. Die flexible Möblierung aus Hockern und kleinen Tischen ermöglicht eine spontane Organisation in Gruppen. Ob man sit- zen oder stehen möchte, ob man sich nur unterhalten oder Notebooks hin- stellen und arbeiten will, hohe Tische und Stühle oder Sofas mit Steckdosen bieten dazu allen Komfort. Lässt sich sagen, dass das ganze Gebäude darauf ausgerichtet ist, innovatives und gutes Arbeiten zu ermöglichen? Genau – das gilt im Übrigen nicht nur für die Lehre, das gilt für alle Arbeitsbereiche der Hochschule. Wir wissen heute, dass viele Menschen einen festen Ort für ihre Arbeit brauchen – ob mit der berüchtigten Zimmerpflanze oder einem Familien- foto oder ohne das. Und gleichzeitig ist der Austausch, der geplante und der zufällige enorm wichtig. Er macht zufrieden, fördert bereichs- und fach- übergreifendes Denken. Sogenannte Flurgespräche ersetzen nicht die interne Kommunikation, aber sie stärken das Interesse an Beteiligung, unterstützen Empathie und Innova- tion. Durch die Pandemie sind auch bei uns die Themen Homeoffice und mobiles Arbeiten in den Vordergrund gerückt. Die Arbeit findet nun nicht mehr ausschließlich an einem Ort statt, sondern imWechsel in Büros, in Fokusräumen, in den Foyers oder auch zu Hause. In den offenen Berei- chen des Hauses gibt es beispielswei- se keine festen Sitze mehr, sondern Sitzbälle, es gibt eine Kuckucksuhr an der Wand, ein Teppich und eine Stehlampe bringen Auflockerung wie daheim. Sie haben es eben schon angespro- chen: Corona hat die Menschen ins Homeoffice gedrängt. Verkörpert die neue Architektur nun auch den Wunsch, dass sie wieder zurückkom- men? Auf jeden Fall. Wir alle haben die Co- rona-Pandemie weitgehend zu Hause und in Videokonferenzen durchlebt. Und wir wissen, dass das Homeoffice bleiben wird, aber es gibt jetzt einen wichtigen Unterschied: Corona hat die Leute zwangsweise nach Hause geschickt. Sie durften nicht mehr in die Hochschule kommen. Jetzt ist das anders, jetzt dürfen alle wieder in ihre Büros. Homeoffice, das haben die vergangenen Jahre gezeigt, ist eine Bereicherung fürs Arbeiten – aber eben nur in Kombination mit der Präsenz. Nun ermöglichen wir die Präsenz in einem attraktiven und vor allem zeitgemäßen und funktionalen Hochschulgebäude. Haben Sie einen Lieblingsort in dem neuen Gebäude? Ja, habe ich tatsächlich. Mein liebster Ort befindet sich im dritten Ober- geschoss. Dort ist die Bibliothek auf zwei Ebenen untergebracht. Ich nenne das liebevoll unser Penthouse. Das ist komplett rundum verglast, wie das gesamte Gebäude übrigens auch. Aber durch die Lage im obersten Stockwerk hat man einen fantasti- schen Ausblick auf Freiburg und auf den umliegenden Schwarzwald. Es gibt eine wunderschöne, bepflanzte Terrasse, die man auch wirklich nutzen kann. Bänke, Tische und Son- nenschirme laden zum Verweilen ein. Wir haben da in Freiburg-Weingarten einen besonders attraktiven Ort ge- schaffen. Bastian Hosan „Wir haben einen besonders attraktiven Ort geschaffen“ 9
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