Leitbild 2015 der Evangelischen Hochschule Freiburg

- Selbstverständnis -

Die Evangelische Hochschule Freiburg ist eine Hochschule für Angewandte Wissenschaften in kirchlicher Trägerschaft. Sie ist seit 1971 staatlich anerkannt und wurzelt in einer im Jahr 1918 gegründeten Vorgängereinrichtung.

 

Mit Forschung, Lehre und Weiterbildung leistet sie einen Beitrag zur Gestaltung einer zukunftsfähigen, demokratischen, sozialstaatlich verfassten Gesellschaft, die sich der Realisierung und dem Schutz von Menschenwürde auf lokaler und globaler Ebene verpflichtet weiß. Die Hochschule steht damit in der Tradition eines reformatorischen Bildungsverständnisses im Sinne verantwortungsbewusster Mündigkeit, die auf Partizipation zielt.

 

Bildung versteht sie als einen sozialen, ko-konstruktiven Prozess, der auf die Entwicklung von Kompetenzen zielt. Als Qualifikation für berufliche Handlungsfelder wie für wissenschaftliche Forschung schließt Bildung die Befähigung zu Eigen- sowie Mitverantwortung und Solidarität ein.

 

Die Evangelische Hochschule Freiburg ist Teil des öffentlichen Bildungswesens. Zugleich ist sie ein Ort, an dem kirchliche Bildungsverantwortung in spezifischer Weise wirksam wird: Sie ist in Lehre, Forschung und Weiterbildung ausgerichtet auf Herausforderungen des Sozial- und Bildungswesens, der Diakonie und der kirchlichen Bildungsarbeit. Sie ist in Wahrnehmung dieser Bildungsverantwortung der Freiheit von Forschung und Lehre verpflichtet.

 

- Leitziele -

Akademische Qualifikation auf Bachelor- und Masterniveau

 

Die Evangelische Hochschule Freiburg bietet ihren Studierenden berufliche und akademische Qualifikationen auf Bachelor- und Masterniveau. Als Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist es ihr Ziel, die Verbindung von theoretischer und empirischer Forschung mit der Praxis zu leisten.

 

Nachwuchsförderung und lebenslanges Lernen

 

Die Hochschule fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs bis hin zur Promotion. Sie weiß sich verantwortlich für lebenslanges Lernen und bietet ihren Absolvent_innen relevante Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung im sozialen und pädagogischen Bereich.

 

Kooperation und Vernetzung vor Ort und weltweit

 

Die Hochschule kooperiert in Lehre, Forschung und Weiterbildung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene mit anderen Hochschulen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie mit Partnern im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen in Politik, Wirtschaft, Kirche, Diakonie und Kultur. 

 

Religionen und Weltanschauungen

 

Die Hochschule versteht Religionen und Weltanschauungen als Zugänge zur Welt, die aus Vorstellungen von sich selbst, von der Welt und von einem guten Leben bestehen. Diese Vorstellungen prägen auch das professionelle pädagogische, soziale und spirituelle Handeln. Deshalb sind diese Vorstellungen auf fachspezifische Weise Gegenstand der Praxis, der Wissenschaft sowie der Selbstreflexion. Christlicher Glaube in seiner Vielfalt ist eine der Ausdrucksformen solcher Zugänge zur Welt.

 

Vielfalt gestalten – Chancengleichheit fördern

 

Vielfalt gilt der Hochschule als Bereicherung für die Bildungs-, Forschungs- und Arbeitsprozesse und für die berufliche Praxis; sie ist Gegenstand von Lehre, Forschung und Weiterbildung. Die Hochschule arbeitet darauf hin, dass alle ihre Mitglieder mit eigenen Vorurteilen bewusst umgehen. Dies bedeutet auch, intern Barrieren und Diskriminierung vor allem aufgrund von Nationalität, Ethnie, Milieu, Fähigkeiten und Einschränkungen, Gender, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion bzw. Weltanschauung abzubauen, so dass alle Mitglieder der Hochschule ihr Potential einbringen und entfalten können.

 

Nachhaltige Hochschule

 

Die Hochschule verpflichtet sich dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung. Lehrende und Studierende befähigen und motivieren einander, die politischen und zivilgesellschaftlichen Debatten über Sicherung der Lebensgrundlagen und der sozialen Gerechtigkeit weltweit im professionellen und privaten Handeln wirkungsvoll mit zu gestalten. Die Hochschule selbst ist ein Ort, an dem die Verbindung zwischen Einsichten und Handeln analysiert und erfahrbar wird.

 

Internationalisierung ist grundlegend

 

Für die Hochschule ist Internationalisierung ein grundlegender Baustein von Bildung für Wissenschaft und Praxis. Sie fördert die Fähigkeit ihrer Mitglieder, in international geprägten Forschungs-, Lehr- und Praxiskontexten zu agieren. Basierend auf tragfähigen internationalen Kooperationen gestaltet sie reziprok angelegte Mobilität und entwickelt die Internationalisierungskomponenten im eigenen Haus weiter.

 

Transparente Organisation – gestärkte Partizipation

 

Die Hochschule setzt sich für die Transparenz von Entscheidungen und Maßnahmen ein und schafft klare Organisations-, Entscheidungs- und Partizipationsstrukturen. Sie fördert Eigenverantwortung und Selbstorganisation sowie den Respekt der Beteiligten untereinander. Personen in Leitungs- und Führungsverantwortung sind bestrebt, Vertrauen zu schaffen und unterstützen die Wahrnehmung von Mitwirkungsrechten durch Lehrende, Studierende und Mitarbeitende der Verwaltung.

 

Gesundheit erhalten

 

Die Hochschule gestaltet die Arbeitsbedingungen so, dass die Menschen darin unterstützt werden, ihre Gesundheit zu erhalten.

 

Werte und Visionen

 

Die Hochschule versteht Gottesdienste, Feste und künstlerische Veranstaltungen als Ausdruck eines auf die Werte und Visionen der Hochschule bezogenen Miteinanders und schafft allen ihren Mitgliedern Gelegenheit zur Begegnung. So versichern sie sich angesichts der Unterschiedlichkeit ihrer Arbeitsfelder und der mit ihnen verbundenen Perspektiven ihrer gemeinsamen Ziele und Grundüberzeugungen.

 

 

Freiburg, im Dezember 2015

 

 

Entstehungsprozess und Weiterentwicklung des Leitbildes 2015

 

Der Entstehungsprozess des Leitbilds der Evangelischen Hochschule Freiburg im Jahr 2015 stellt die Bedeutung der Partizipation aller Mitglieder der Hochschule heraus. Vertreter und Vertreterinnen der Hochschulgruppen - Lehrende, Verwaltungsmitarbeitende und Studierende - haben sich in dem mehrmonatigen Verfahren eingebracht.

Dabei hat die Hochschule auch viel Wert darauf gelegt, dass dieser Prozess transparent verlaufen ist. Vorschläge und Diskussionen wurden termin- und ortsunabhängig - durch ein Online-Forum - sowie im Rahmen von Workshops kommuniziert und diskutiert.

 

Die Hochschule ist eine vielfältige und komplexe Organisation, die in Bewegung ist. Sie wird daher ihr Leitbild regelmäßig weiter entwickeln.

 

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