Ein Kind verlieren - Begleitung durch Supervisorin

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Beate Violet begleitet Eltern, deren frühgeborenes Kind sterben wird. Sie unterstützt bei Frühgeburt, Fehl- und Totgeburt und bei Spätabbrüchen. Die Pfarrerin arbeitet als Krankenhausseelsorgerin in der Charité Berlin. Gleichzeitig studiert sie im Master Supervision an der EH Freiburg. Die Leitung und konzeptionelle Weiterentwicklung der Krankenhausseelsorge in der Klinik und im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte liegen in Ihrer Hand. 

 

Freiburg, 23.01.2012. Violet bringt für die Aufgaben in der Charité Erfahrungen aus ihrer beruflichen Tätigkeit als Pfarrerin, Kenntnisse aus der Klinischen Seelsorge Ausbildung (KSA) und aus dem laufenden Supervisionsstudium ein. Jeder Tag erwartet sie mit neuen Herausforderungen. "Supervisorisches Arbeiten ist für mich ein Gewinn", sagt sie. Supervision ist Beratung in berufs- und arbeitsbezogenen Fragen. Der Bedarf an Supervision wächst zunehmend in Organisationen und Einrichtungen des Non-Profit- und Profit-Bereichs, in Kirche, Diakonie und Caritas, in NGOs und Politik. 

 

Begleiten beim Abschiednehmen

Beate Violet erzählt: "Wir haben gerade zur „lösungsorientierten Supervision“ gearbeitet. Da bekam ich einen Anruf von der Neonatologie (Anm. d. Red.: medizinische Begleitung Neu- und Frühgeborener): Der zuständige Oberarzt bat mich als Krankenhausseelsorgerin  um Unterstützung für Eltern, deren frühgeborenes Kind bald sterben würde. Es war schwierig, mit den Eltern über die weitere Behandlung des Kindes zu sprechen. Wir setzten uns in einen Raum, in dem wir ungestört miteinander reden konnten. „Es ist für uns so schwierig“ war der erste Satz der Eltern. Ich wartete einen Moment, überlegte, und fragte dann: „Was genau ist denn für sie so schwierig?“ Die Eltern erzählten mir von ihrem viel zu früh geborenen Kind und von ihrer Entscheidungsnot. „Und was brauchen Sie, dass die Situation für sie ein kleines bisschen weniger schwierig ist?“ fragte ich sie. – 10 Minuten Gespräch und diese 2 Fragen reichten den Eltern, um Klarheit darüber zu gewinnen, was sie jetzt brauchten. Sie konnten endlich weinen, in das Sterben ihres Kindes einwilligen, über alles was ihnen jetzt wichtig war sprechen und dann in Ruhe von ihrem Kind Abschied nehmen. Später am Abend sagten sie: „Wir sind erleichtert“ und „sie haben uns einfach nur gefragt“.  Ja, lösungsorientierte Fragen sind „einfach“, auch wenn wie in diesem Fall eine schwere Entscheidung zu treffen war. Sie führen überraschend schnell zum Ziel und zu den in der Tiefe der Seele liegenden Themen."

Supervision ist Beratung bei arbeitsplatzbezogenen Fragen

Mit dem Wissen aus dem Masterstudium Supervision strukturiert die Pfarrerin ihre organisatorische Einbindung in den Kirchenkreis und in die Klinik, klärt die Aufgaben in der neuen Stelle und reflektiert ihre Rollen als Pfarrerin, Leiterin und Kollegin. Das erlernte "Handwerkszeug" hilft ihr, die Beziehungen zu den anderen Seelsorgern, den Schwestern und Ärzten zu entwickeln. Im selben Maße wie es um ihre Einordnung am Abeitplatz geht, hinterfragt Violet auch sich selbst: "Oft überlege ich dabei, wie ich jetzt mit mir arbeiten würde, wenn ich meine eigene Supervisorin wäre: Was ist mein Ziel? Wie realistisch ist es? Und woran werde ich merken, dass ich es erreicht habe? Oder ich überlege mir Fragen, die aus einem Konflikt herausführen: Was brauche ich um jetzt gut arbeiten zu können? Und was kann ich zu einer guten Arbeitsatmosphäre beitragen? Dann schaue ich auf meine Kolleginnnen und Kollegen und nehme die unterschiedlichen, auch biblischen Bilder von Seelsorge wahr. So entwickle ich für sie Wertschätzung und Verständnis."

Master Supervision: ein zweites berufliches Standbein

Der Master-Studiengang Supervision bietet ein zweites berufliches Standbein. Wer seinen Blick auf die kirchliche Arbeit analytisch schärfen, die eigene professionelle Identität weiterentwickeln und sich zugleich ein zweites berufliches Standbein in der Supervision schaffen will, ist hier richtig: Als erste und einzige Hochschule im deutschsprachigen Raum bietet die Evangelische Hochschule in Freiburg einen Masterstudiengang in Supervision mit einem pastoralpsychologischen Zweig an - für Menschen mit einer theologischen, religionspädagogischen, diakonischen oder religionswissenschaftlichen Grundausbildung.


Das Studium findet blockweise neben der regulären Berufstätigkeit statt. Es knüpft an der theologischen Fachlichkeit und am eigenen beruflichen Kontext an, schafft aber starke interdisziplinäre Erweiterungen:

  • die Pastoralpsychologie verknüpft theologische und humanwissenschaftliche  Perspektiven
  • Systemtheorie und Konstruktivismus weiten den Horizont
  • die Zusammenarbeit mit den Teilnehmern des zweiten, des konstruktivistischen Studienzweigs (PsychologInnen, SozialarbeiterInnen, Industrielle, ErlebnispädagogInnen, MusikerInnen, Hebammen, ÄrztInnen) sowie mit Teilnehmenden aus dem europäischen Ausland bietet Einblicke in andere Lebens- und Arbeitswelten
  • wissenschaftliches Niveau und enger Praxisbezug sind gesichert. Neben der Teilnahme an Theorie-Praxis-Seminaren bieten die Teilnehmenden von Anfang an selbst Supervisionen an, die lehrsupervisorisch und durch Übungen begleitet werden.

Der Studienabschluss (Master of Arts in Supervision) ist berufsqualifizierend, berechtigt zur Praxis als staatlich anerkannte/r Supervisor/in und zur Promotion; er ist von den Fachverbänden Deutsche Gesellschaft für Pastoralpsychologie (DGfP) und Deutsche Gesellschaft für Supervision (DGSv) als Zugangsvoraussetzung in die Supervisionscommunity anerkannt.

 

 

Mehr Info zum Master-Studiengang Supervision

Alle Infos zum Studium, Fristen, Zugangsvoraussetzungen, Inhalte

 

Bewerbungsfrist

Die Bewerbungsfrist für den nächsten Durchlauf ab Oktober 2012 endet im Mai 2012.

 

Kontakt

Studiengangssekretariat/Bewerbung

Simone Dinkelaker

dinkelaker@eh-freiburg.de, Telefon 0761 47812-742

 


Studiengangsleitung
Prof. Dr. Kerstin Lammer,

lammer@eh-freiburg.de

 

 

Foto: panthermedia

 
 
 
 

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