Promotion für EH-Absolvierende

Promovieren – (k)eine Zukunftsmusik für FH-Absolvierende?

Zunehmend selbstverständlicher wird es, dass FH-Absolvierende promovieren. Eine Entwicklung, die für die Soziale Arbeit besonders bedeutsam ist. Das Promotionsrecht haben nach wie vor hauptsächlich die Universitäten. Sind FH-Studierende Absolvierende zweiter Klasse? „Auf keinen Fall“, ist Prof. Dr. Björn Kraus, Prorektor an der EH Freiburg überzeugt.

 

Die Promotionsverfahren werden an den deutschen Universitäten sehr unterschiedlich gehandhabt, je nach Promotionsordnung und Entscheidung des jeweiligen Promotionsausschusses. Auch wenn die Hochschulen für angewandte Wissenschaften (früher Fachhochschulen) bislang selbst kein eigenständiges Promotionsrecht haben: sie können sich inzwischen gleichberechtigt beteiligen, und zwar im Rahmen von kooperativen Promotionsverfahren.

 

Eine grundlegende Voraussetzung in Richtung FH-Promotion brachte die Bolognareform: Inzwischen sind entsprechend akkreditierte Masterabschlüsse, unabhängig vom jeweiligen Hochschultyp, gleichrangig - auch im Hinblick auf die Zulassung zur Promotion. Die Eckpunkte beruflicher Sozialarbeit werden daher künftig bestimmt sein durch die dreistufige Ausbildung: „Bac – Mac – Doc“, bringt es Prof. Dr. Albert Mühlum, ehemaliges Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit DGSA, auf den Punkt.

 

Soziale Arbeit wird in Deutschland nahezu ausschließlich an (Fach-)Hochschulen gelehrt. Eine Promotion von Nachwuchswissenschaftler/-innen der Sozialen Arbeit ist daher bislang vor allem in Nachbardisziplinen möglich. Um die inhaltliche Nähe zur Sozialen Arbeit beibehalten zu können, brauchen die FH-Absolvierenden Unterstützung: fachlich und durch die Einbindung in ein Netzwerk. Die DGSA hat aus diesem Grund seit 1998 ein hochschulübergreifendes Doktorandenkolloquium für FH-Absolventen und –Absolventinnen der Sozialen Arbeit etabliert. 1998 wurde es erstmals von Prof. Dr. Silvia Staub-Bernasconi und Prof. Dr. Albert Mühlum an der Alice Salomon Hochschule Berlin abgehalten (immer im Spätjahr), seit 2007 findet es auf Initiative von Prof. Kraus zusammen mit Prof. Mühlum immer im Frühjahr auch an der EH Freiburg statt.

 

Für die DGSA ist die Förderung von Nachwuchswissenschaftler/-innen eine herausragende Aufgabe. Prof. Dr. Kraus, Vorstandsmitglied der DGSA und verantwortlich vor Ort für das Freiburger Doktorandenkolloquium: „Uns geht es dabei sowohl um die Höherqualifizierung der Studierenden, als auch um die Weiterentwicklung der Disziplin durch Erkenntnisgewinn mittels Forschung und Theorieentwicklung“. Beides macht die Disziplin der Sozialen Arbeit zukunftsfähig und bringt sie voran.

 

Die Bilanz (Stand 2011) der bisherigen Doktorandenkolloquien ist erfreulich: Es haben ca. 150 Doktoranden und Doktorandinnen teilgenommen, viele davon mehrfach. Etwa 70 befinden sich in laufenden Verfahren, mehr als 50 haben die Promotion erfolgreich beendet, 11 haben inzwischen eine Professorenstelle inne, weitere sind mit Lehraufträgen in der Ausbildung, die anderen in der beruflichen Sozialen Arbeit tätig.

 

 

Kontakt

Prof. Dr. Björn Kraus

Prorektor der EH Freiburg

Professur für Wissenschaft der Sozialen Arbeit

bkraus@eh-freiburg.de

 
 

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